18 Jahre Fireblade

Die Honda CBR1000RR (Modelljahr 2012) ist mein treuer Wegbegleiter. Seit 2000 bin ich diverse Fireblades gefahren und jetzt ist es schon die sechste Fireblade. Die CBR1000RR (SC59) ist kein kompromissloses Supersport-Motorrad, wie eine BMW S1000RR oder eine Ducati 1299, sondern ein Landstraßen-taugliches Supersport-Motorrad. 178 PS müssen aber auch auf der Landstraße beherrscht werden. Gemäß Hondas Maxime „Total Control” ist die Fireblade im Vergleich zur Konkurrenz gutmütig zu fahren. Das bedeutet nicht, dass die Fireblade alle Fehler verzeiht. 

Das gilt auch für die aktuelle Fireblade (SC77), die noch mehr Leistung hat und zudem leichter und handlicher ist. Das 2017er Modell der Fireblade ist auf die Rennstrecke fokussiert, daher sehe ich keinen Grund auf das aktuelle Modell umzusteigen. Die Fireblade reagiert sensibel auf unterschiedliche Reifen. Der Conti SportAttack 3 passt perfekt zur Fireblade und sorgt mit dem leichteren Akrapovic-Auspuff für eine gesteigerte Handlichlichkeit gegenüber dem Serienmodell. So wird meine SC59 weiterhin gute Dienste tun und ein Ende ist nicht abzusehen.

 

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Restaurant SoulFood, die 15.

An einem heißen Sommertag verschlägt es uns wieder in die Oberpfalz. Verbunden mit einer Motorradtour besuchen wir heute zum 15. mal das 1-Sterne-Restaurant SoulFood in Auerbach.

Zuerst gibt es eine Himbeer-Rhabarber-Limonde. Ein herrlicher Durstlöscher. Als Amuse-Bouche gibt es Carpaccio vom Saibling und als Zugabe die knusprig gebackene Sushi-Rolle mit Lachs, Avocado, Gurke und Teriyaki-Soße. Dieses asiatische Gericht ist eines meiner Favoriten im Restaurant SoulFood.

 

Wir bestellen drei Gänge. Pasta, Huhn und Süßes.

Ravioli Carbonara – Hausgemacht mit Ei, geröstetem Speck, Petersilie und Parmesanschaum  7/10

 

Wiener Backhendl mit frischen Erbsen und Sauce Remoulade  7,5/10

 

Weiße Schokoladencreme mit glasierten Aprikosen, Mandel-Crumble
und Honigeis  7,5/10

 

Zum Abschluss gibt es noch ein erfrischendes Minze-Sorbet.
Es war wie immer ein Genuss im SoulFood zu speisen.

 

SoulFood
Unterer Markt 35
91275 Auerbach

Eine Reise durch Nordspanien, Teil 3

 

Von den Pyrenäen bis zur Biskaya
Um 5.00 Uhr mache ich mich auf dem Weg nach Pamplona. Es ist mit 170 km die längste Fahrtstrecke. Der erste Stop ist die Burg von Javier. Sehenswert, wenn auch nur eine Miniaturausgabe im Vergleich zu Castillo de Loarre. Neun Kilometer nördlich von Castillo de Javier liegt auf einer Anhöhe das Kloster San Salvador de Leyre. Es ist die älteste Klosteranlage in Navarra. Die ersten drei Könige von Pamplona sind hier bestattet. Wunderschön ist die reich verzierte Porta Speciosa, das Westportal der Kirche. In Sangüesa mache ich Kaffeepause. Sehr sehenswert ist der Innenraum der Iglesia de Santiago. Der letzte Stop ist das Museo Oteiza in Alzuza. Das Museum ist dem baskischen Bildhauer Jorge Oteiza gewidmet. Tolle Architektur und Aussicht. Eine Gewitterfront zieht über Pamplona hinweg. Ein Temperatursturz auf 15 Grad, gegenüber 33 Grad in Murillo tags zuvor.

Am Spätnachmittag komme ich in Pamplona an. Die Hauptstadt von Navarra ist bekannt für seinen Stierlauf, aber auch für feine Bars und Restaurants. Ich gehe in das Restaurant Europa, eines von zwei Sterne-Restaurants in Pamplona. Pilar Idoate und Arkaitz Muguruza sind für ihre kreative Spanische Küche bekannt. Ich bestelle das 10-gängige Menü. Da ich nicht mehr fahren muss, gibt es auch Weinbegleitung zu jedem Gang. Alle Gänge sind mit Liebe angerichtet, aber gerade die Hauptgänge Fisch und Fleisch fallen doch ein wenig ab. Ich schaue ins Café Iruña hinein, wo einst Ernest Hemingway zu Gast war. Zum gucken okay, Kaffee trinke ich lieber woanders.

In den frühen Morgenstunden spaziere ich durch die menschenleere Altstadt. Entlang der Pilgerroute Calle Mayor und der Stierlaufstrecke Calle Santo Domingo und Estafeta. Ich laufe zur Zitadelle, eine Festungsanlage in Form eines Pentagon. Die Dimensionen der Zitadelle kann man besser einschätzen, wenn man sich online ein Luftbild ansieht. Die gotische Kathedrale Santa Maria la Real de Pamplona ist ein Juwel, wenn auch ein paar Nummern kleiner als die Kathedrale in Burgos oder Tudela.

Am Nachmittag gehe ich in das 1-Sterne-Restaurant Rodero. Das Restaurant gibt es seit 1975 und wird von Küchenchef Koldo Rodero und seinen beiden Schwestern geführt. Ich bestelle das 10-gängige Menü. Aus dem Menü ragen heraus: Tortilla, gefüllt mit flüssigem Eigelb, Forellen-Carpaccio und Zitronen-Mojito. Zum Espresso gibt es noch Petit fours. Das Rodero verdient eigentlich fast schon 2 Sterne. Das erste 1-Sterne-Restaurant auf dieser Reise, dass meine Erwartungen übertrifft. Wer Pamplona besucht, der Restaurant-Tipp! Schräg gegenüber dem Restaurant Rodero befindet sich Plaza de Toros, die Stierkampfarena von Pamplona. Ein Kurzfilm unterlegt mit martialischer Musik wird auf das Eingangstor projiziert. Ganz nett. Am Abend suche ich zuerst die Bar Gaucho auf. Es gibt fünf Tapas und Wein, anschließend noch Thunfisch und Tiramisu in der La Cocina de Alex Mugica. Die beiden Tapas-Bars sind gut, zu einem der vorderen Plätze im Ranking wird es aber nicht reichen.

Die letzte Urlaubswoche verbringe ich am Meer. Von Pamplona bis zum nächsten Tagesziel Hondaribbia sind es nur 85 km, aber die Fahrt über die Berge zieht sich hin. Die Kleinstadt, 20 km östlich von San Sebastián, liegt direkt an der spanisch-französischen Grenze. Noch nie habe ich so viele Radarfallen in so kurzem Abstand gesehen. Alle 400 m stehen diese Kästen in den Wohnvierteln. Nach Kaffee u. Croissant sehe ich mir zuerst das bunte Fischerviertel an. Entlang der San Pedro Kalea mit prächtig geschmückten Balkonen findet man die meisten Bars und Restaurants. Mittags besuche ich die Bar Gran Sol, eine der besten Pintxos-Bars in Nordspanien. Man bedient sich vom Buffet oder ordert warme Pintxos. Zum Schluß probiere ich die prämierten Pintxos Huevo Mollete (gilded soft-boiled egg on straw potatoes with squid’s ink and chicken broth) und Hondarribia (smoked cod on toast with red pepper, foie gras and peach syrup). Gran Sol ist die bisher beste Pintxos-Bar, die ich auf dieser Tour besucht habe, aber ich komme noch nach San Sebastián.

In der Altstadt von Hondaribbia gefallen mir besonders die Plaza Arma, Castillo de Carlos V und die alten Häuser aus dem 16. Jahrhundert mit ihren markanten Dachscharren in der Kale Nagusia und San Nikolas Kaleadie. Viele sagen Hondarribia sei die schönste Kleinstadt im Baskenland. Ich gehe ins Almeda, das einzige 1-Sterne-Restaurant in Hondaribbia. Die Einrichtung in den großen Räumlichkeiten ist etwas altbacken, stört mich aber nicht weiter. Das 9-gängige Menü am späten Abend ist dann doch des Guten zu viel. Ich bestelle „nur” 5 Gänge – zwei Vorspeisen, eine kleine Portionen vom Hauptgang und zwei Mal Nachtisch. Als Amuse-Bouche gibt es warme Karotten-Ingwer-Creme mit Kabeljau-Schaum und Foie Gras umhüllt von kühler Schokolade. Die Kombination aus kalten und warmen Texturen harmoniert prima. Sehr gut das Risotto mit Tintenfisch. Das Restaurant Almeida überzeugt mich mit einer feinen regionalen Sterne-Küche. Der Service hält leider nicht das Niveau. Trotzdem ein sehr empfehlenswert Restaurant.

Das Feinschmecker-Paradies
San Sebastián ist das kulinarische Herz von Spanien. San Sebastián wartet nach Kyoto mit der weltweit höchsten Dichte an Michelin-Sterne pro Quadratmeter auf, und das noch vor Paris. Von den sieben 3-Sterne Restaurants in Spanien (Stand: 2017) befinden sich alleine drei in San Sebastián. Nicht zu vergessen die unzähligen Pintxos Bars in der Altstadt. Hier schlägt auch das kulinarische Zentrum der Stadt. In der Stadt wird auch die Euskal Herria Pintxo Championship abgehalten, die Wahl der besten Pintxos im Baskenland.

Die Altstadt ist trotz der vielen Touristen ein Muss, darunter die Basilika Santa María del Coro, Plaza de la Constitutión und das Museum San Telmo. Die kleine Altstadt ist sehenswert, ohne den Charme von Bilbao, Tudela oder Pamplona zu erreichen. Authentischer ist das Straßenleben entlang der Kathedrale Buen Pastor – viele kleine Bars, Geschäfte und wenige Touristen. Natürlich bin ich vor allem wegen der Pintxos nach San Sebastián gekommen. Ich habe bereits vorab im Netz nach den besten Pintxos Bars gestörbert. Die ausgefallensten Pintxos gibt es im Zeruko. Die Bar Nestor ist bekannt für ihre riesigen Steaks, Pimientos de Padrón und Tomaten. Äußerst beliebt ist auch Tinto Nestors Tortilla. Die Sache hat nur einen Haken, es gibt mittags und abends jeweils nur eine (!) einzige Tortilla. Die Tortilla gibt es nur auf Vorbestellung eine halbe Stunde vor Öffnung. Ich bekomme keine Tortilla und versuche mein Glück an einen anderen Tag.

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Süßes gibt es im Café Oiartzun, eine feine Auswahl von Kuchen und Gebäck. Es ist ein beschwerlicher Weg hinauf zum Castillo de la Mota. Nach über hundert Treppen habe ich mittlerweile aufgehört zuzählen. Endlich oben angekommen werde ich mit einem Panorama von San Sebastián belohnt. Das Museum über die Festungsanlage ist interessant und zudem kostenlos. Ich fahre hinauf zum Monte Igueldo. Ist das Hotel schon eine architektonische Sünde, ist der Rummelplatz völlig fehl am Platz. Aber die Spanier sind bekannt für ihre Bausünden. Die Aussicht auf die kreisförmige Playa de La Concha ist am schönsten zu Sonnenuntergang oder „Blauen Stunde.” Der nachts hell erleuchtete Palacio de Congresos y Auditorio Kursaal ist auch ein nettes Motiv.

Interessant ist die Skulptur Peine del Viento am westlichen Ende von La Concha. Die drei Stahl-Skulpturen von Eduardo Chillida, jede 10 Tonnen schwer, sind in Felsen über dem Wasser verankert. Besonders fotogen, wenn die Skulpturen von der stürmischen Wellen umspült werden. Leider meint es der Wettergott nicht gut an diesem trüben Morgen. Dichte Wolken ziehen über San Sebastián hinweg, die Sonne lässt sich zu Sonnenaufgang (noch) nicht blicken. Heute werden nochmals die 20 Grad überschritten, die letzten vier Tage soll es aber vorbei mit der Hitze sein.

Es ist der letzte Tag in San Sebastián. Es regnet und ich muss zum ersten Mal die Regenjacke hervorkramen. Ich besuche zuerst das STM aka San Telmo Museoa. Das 1902 eröffnete Museum ist das älteste Museum des Baskenland und das wichtigste Museum, das sich mit der baskischen Gesellschaft von der Frühzeit bis heute befasst. Der historische Gebäudekomplex ist ein Dominikanerkloster aus dem 16. Jahrhundert. Die enge Restfläche zwischen Kloster und Monte Urgull wurde mit einem modernen Erweiterungsbau ergänzt. Lustig finde ich die temporäre Ausstellung über das Bibendum oder genauer gesagt das Michelin-Männchen. Fotografien von Juan Mari Indo, die er während seinen Reisen in Afrika fotografiert hat. Bei strömenden Regen ziehe ich von einer Bar zur nächsten.

In La Cuchera de San Telmo geht es wie in vielen Bars sehr, sehr eng zu. Der Vergleich eng, wie in einer Sardinenbüchse, trifft es gut. Ich bestelle jeweils eine halbe Portion Cannelloni, Ravioli, Thunfisch, Ribeye, dazu gibt es ein Glas Crianza. Beim dritten Versuch klappt es endlich mit einer Tortilla in der Bar Nestor. Vorbestellt um 19.00 Uhr und pünktlich um 20.00 Uhr gibt es Tortilla. Tinto Nestor teilt die Tortilla in 12 Stücke auf und serviert sie den Gästen. Auch hier gilt, wenn man nicht rechtzeitig an der Bar steht, hat man Pech und steht in der zweiten Reihe. Den Abend beschließe ich in der Bar Borda Berri. Es gibt Ravioli, Krake, Rinderbäckchen und ein Glas Rotwein. Dank der hervorragenden Online-Bewertungen ist die Bar immer (!) voll. Das gilt für alle Bars, die ich in San Sebastián besucht habe. Einen Ausrutscher gab es keinen, weil ich mich auf die vier besten Bars konzentriert habe, bzw. diese mehrmals besucht habe.

Der Flysch…
…von Barrika und Zumeia sind beliebte Ziele von Landschaftsfotografen. Die Gesteinsformationen gehören zu den schönsten Küstenlandschaften in Europa. Der Flysch von Zumeia ist, was die Dimensionen betrifft, spektakulärer als in Barrika. Dafür bietet Barrika die abwechslungsreicheren Motive. Für beide gilt, richtig sichtbar nur bei Ebbe. Von San Sebastián bis nach Zumaia ist es eine 35-minütige Autofahrt. Sonnenaufgang und Ebbe liegen nur gut eine Stunde auseinander, ein gutes Zeitfenster zum fotografieren Der Zugang in Zumaia über den Sandstrand ist einfach, aber man läuft länger. Die Perspektive mit einem Superweitwinkel im flachen (saukalten) Wasser ist optimal und gibt dem Bild die richtige Tiefe. Bei einsetzender Flut darf man den Rückweg nicht unterschätzen. Wenn man trittsicher ist, kann man auch die steile Abkürzung nehmen. Der kilometerlange Sandstrand in Zaurutz ist ein Paradies für Surfer. Unzählige Surfer tummeln sich bereits am frühen Morgen im Meer.  

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Mein nächster Stopp ist der Fischerort Getaria, 5 km von Zaurutz entfernt. Ich besuche den Mittagsgottesdienst in der Kirche San Salvador. Ein Gottesdienst in einer Spanischen Kirche ist etwas besonderes. Unglaublich mit welcher Inbrunst die Kirchenbesucher mitsingen. Anschließend sehe ich mir das Museum Cristóbal Balenciaga an. Das modern gestaltete Museum zeigt ausgewählte Sammlungen von Haute Couture-Modeschöpfer Balenciaga. Die Ausstellung zeigt eine Kollektion von Rachel L. Mellon aka Bunny. Ein interessanter Einblick was Frauen in der High Society der 70er Jahre getragen haben.

Das 1-Sterne-Restaurant Elkano in Getaria gehört zu den weltweit besten Fischrestaurants. Die Spezialität ist wild gefangener Steinbutt (Span. Rodaballo) aus der Biskaya. Der Fisch wird nicht „veredelt”, sondern die Delikatesse wird vor dem Restaurant auf Holzkohle gegrillt und kommt direkt vom Grill auf dem Teller. Wer Fisch so authentisch wie möglich genießen möchte, ist hier genau richtig. Die beste Zeit für Steinbutt ist von April bis Mai – im Sommer wird der Rodaballo fettiger und verliert dadurch etwas an Geschmack. Der Fisch wird vor meinen Augen in entsprechende Portionen zerteilt und ohne Beilage serviert. Ohne Frage, der bisher bester Steinbutt den ich jemals gegessen habe. Günstig ist die Delikatesse nicht, 87 € kostet alleine mein Steinbutt. Der Preis variiert je nach Gewicht. Wie klein die Welt doch ist. Zwei Asiaten, die ich zwei Tage zuvor in der Bar Nestor getroffen habe, sind ebenfalls zu Gast im Elkano. Zumindest guten Geschmack haben sie.

Küstenorte
Die Sonne geht über der Biskaya Brücke auf. Dieses Wunderwerk der Technik ist seit 1893 in Betrieb und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Schwebefähre kann Personen und Autos transportieren, und verbindet Getxo mit Portugalete. Am letzen Urlaubstag mache ich noch einen Ausflug entlang der Küste. Ich besuche die Küstenorte Bakio, Bermeo und Barrika. Der Fußweg vom Parkplatz zu San Juan de Gaztelugatxe zieht sich endlos hin und bei 27 Grad erspare ich mir die 241 steilen Stufen hinauf zur Kirche. Am Strand von Bakio türmen sich die Wellen. Auf den bis zu 3 m hohen Wellen reiten unzählige Surfer.

Am frühen Abend komme ich Barrika an. Heute ist eine ideale Wetterkonstellation, denn Ebbe und Sonnenuntergang fallen zusammen. Um 19.30 ist es noch viel zu hell um am Strand zu fotografieren. Mit einem Cocktail und Glas Rotwein überbrücke ich die Zeit in der Bar Golfe Norte. Der Szene-Treff liegt direkt gegenüber dem Parkplatz. Eine steile Steintreppe führt direkt hinunter zur Playa de Barrika. „The Dragon” ist die bekannteste Felsformation und wie der Name schon sagt, ähnelt der Rücken einer gepanzerten Echse. Ein Dutzend Stative sind am Strand verteilt. Der eine oder andere Fotograf trägt Plastikhose/Stiefel um tiefer ins Wasser gehen zu können. Ich mache es eine Nummer kleiner – kurze Hose und Neoprenschuhe reichen. So lange die Sonne scheint, ist es angenehm durch das Wasser zu waten. Nachdem die Sonne untergegangen ist, kühlt es aber merklich ab. Mit den letzten Surfern verlasse ich kurz nach 22.00 Uhr den Strand. Ich spritze die Schuhe und Stativ noch vom Salzwasser ab und fahre dann zurück ins Hotel. Die Küste von Barrika bietet herrliche Fotomotive. Ich habe bestimmt nicht alles gesehen und werde wieder nach Barrika kommen.

Weitere Bilder befinden sich in meiner Spanien-Galerie

Eine Reise durch Nordspanien, Teil 2

 

Burgen, Wüste und Rote Steine
Von Logroño geht es entlang des Jakobsweg bis zum Tagesziel Tafalla. Ich sehe mir zuerst die Altstadt von Estella und Ciraqui an. Die romanische Brücke von Puente la Reina über den Fluss Arga ist eine der schönsten Bauwerke entlang des Camino de Santiago. Die alten, wappengeschmückten Adels- und Bürgerhäuser mit ihren auffälligen Dachsparren sind typisch für die Architektur in Navarra.

Artajona ist der letzte Stop vor Tafalla. Ich fahre hinauf zur Cerco de Artajona an. Die spätmittelalterliche Stadtmauer sieht aus wie eine Festung, es sind aber nur noch 9 von ursprünglich 16 Türme erhalten. Wenn man sich in nördliche Richtung auf die Schotterstraßen wagt, erfasst man erst die Dimension der Cerco de Artajona. Sehr schön ist das Rosenfenster der Kirche von San Saturnino in Artajona.

Ich übernachte im Hola Tafalla. Das Preis-Leistung-Verhältnis in diesem erst 5 Jahre alten 4-Sterne-Hotel ist überragend – 60 € für das trendig große Zimmer. In USA müsste ich für ein Hotel dieser Klasse wohl das dreifache bezahlen! Vom Hotel sind es nur paar Minuten zu Fuß ins Restaurante Tubal. Das Tubal hat ebenfalls die Michelin-Auszeichnung „Bib Gourmand“ erhalten. Ich bestelle zwei Vorspeisen, Hauptgang und Dessert. Als Amuse-Bouche kommt eine Suppe mit Spargel-Tempura. Der Iberico-Schinken ist gut, aber in der Reife zu jung. Die Nudeln sind lecker, ebenso der Seehecht und das Dessert. Dieser Abend versöhnt mich wieder kulinarisch.

Alfaro
Der kleine Ort Alfaro am östlichen Ende von La Rioja ist berühmt für seine Weißstörche. Nirgendwo sonst gibt es so viele brütende Störche zu sehen, es ist die weltweit größte Storchenkolonie. Auf den Dächern der Kirche San Miguel und umliegenden Gebäuden sehe ich unzählige Storchennester. Ich schätze es sitzen gut 80 Störche auf den Dächern und der Nachwuchs ist mit seinen schwarzen Schnäbeln auch leicht zu unterscheiden. Nachdem das Kirchendach von den Störchen in Mitleidenschaft gezogen wurde, hat man bei der Restaurierung über ein Dutzend Nesthilfen angebracht. Mit diesen Nesthilfen sind es immer noch über 100 Nester. Ein beeindruckendes Schauspiel in der Abenddämmerung. Ganz nett sind die beiden Hoodoos El Picuezo y la Picueza mitten in Autol. Hier hat ein Storchenpaar die Felsspitze in Beschlag genommen.

Tudela
Die Altstadt von Tudela ist ganz nett, unzählige Bars, Cafés, Restaurants. Ausgehend von der Plaza de los Fueros, sehe ich mir zuerst die Catedral de Santa Maria an. Die Kathedrale ist eines der geschichtsträchtigsten Gebäude von Tudela und wurde im 12. Jahrhundert auf den Überresten einer Moschee errichtet. Störche überfliegen den Turm der Kathedrale, die dort in luftiger Höhe ihre Nester gebaut haben. Die Kathedrale im Zentrum der Altstadt besitzt drei Zugänge. Das romanische Südportal oder die Portada de la Virgen ist das älteste. Das Nordportal oder Portada de Santa María entstand ebenfalls in romanischer Bauweise. Das Westportal hat den Namen Portada del Juicio Final oder Portal des Jüngsten Gerichts. Großartig verziert besteht es aus romanischen und gotischen Elementen. Auch der Innenraum der Kathedrale birgt wertvolle Kunstwerke. Die Kathedrale besteht aus drei Schiffen und einer gotischen Vierung, an die sich ein T-förmiger Chor anschließt. Nebenbei erlebe ich noch drei gleichzeitig stattfindende Hochzeiten.

Nach dem ausgiebigen Altstadtbummel gehe ich in das Restaurant Trinquete, empfohlen vom Michelin Guide. Ich bestelle das 6-gängige Gemüse-Menü plus zwei Dessert. Ein schickes Restaurant mit regional exquisiter Küche… sehr empfehlenswert. Nach dem Check-in im AC Hotel Ciudad de Tudela mache ich die Rundfahrt durch die Bardenas Reales. Die Halbwüste Bardenas Reales ist auch bekannt als die Badlands von Europa. Eine karge Landschaft mit vielen schönen Motiven. Gott sei Dank sind es am Spätnachmittag „nur” 33 Grad, im Sommer wird es bis zu 40 Grad. Die Fahrt auf dem 30 km langen Schotterpiste zeigt die Vielfältigkeit der Bardenas Reales. Leider macht ein Sandsturm den Sonnenuntergang am Castil de Tierra zunichte. Am Abend gehe ich nochmals ins Restaurant Trinquete. Wie überall in Spanien, spielt sich das Leben abends auf den Straßen ab.

Banderas Reales
95 km durch die Banderas Reales bis in die Pyrenäen. Drei Tage werde ich in Ayerbe verbringen. Bereits von weitem sieht man die verschneiten Berggipfel der Pyrenäen. Die massiven Felstürme Mallos de Riglos thronen über das Dorf Riglos. Die nahezu 200 m senkrechten Felstürme aus rotem Konglomerat-Sandstein sind ein beliebtes Wander- und Kletterziel. Eine ähnliche Felsformation gibt es auch in Agüero. Gut ein Dutzend Gänsegeier kreisen über die Felsen. Apropos Geier, die hebe ich mir für den Herbst auf. Im Nationalpark Monfragüe ist die größte Geierkolonie in Europa zuhause, über 1300 Gänse- und Mönchsgeier leben dort. Bereits am Vormittag begegne ich unzähligen Motorradfahrer entlang der kurvenreichen Strecke zwischen Ayerbe und Embalse de la Peña.

Ayerbe
Zwölf km nordöstlich von Ayerbe liegt eine der schönsten Burgen in Westeuropa. Castillo de Loarre gehört zu den am besterhaltenen romanischen Burgen in Spanien. Die Klosterburg aus dem 11. Jahrhundert wurde wegen ihrer frühen Aufgabe nicht durch spätere Nachbauten verändert und bewahrt somit fast vollständig ihren Ursprungscharakter. Die Burg von Loarre war u.a. auch Drehort von Ridley Scott’s Ritterepos „Königreich der Himmel.” Ein 2 km langer Trail führt von der Burg weg, wo man eine bessere Aussicht hat. Die abgelegene Lage am Südhang der Pyrenäen ist zu Sonnenuntergang ein fantastisches Fotomotiv. Leider spielt das Wetter nicht mit. Dichte Wolken ziehen auf und bringen die ersehnte Abkühlung. Es soll „nur” noch 24 Grad warm werden. Kulinarische Highlights gibt es in Ayerbe nicht, außer 3 Tage Hausmannskost.

Rafting
Murillo ist Startpunkt von Kajak- und Rafting-Touren auf dem Rio Gállego. Beim Anbieter Alcore buche ich eine Rafting-Tour. Der 8 km lange Trip wartet mit Stromschnellen bis Klasse 4 auf. Die Klassifizierung geht von Klasse 1 (leicht) bis Klasse 6 (extrem). Kommerzielles Rafting wird auf dem Rio Gállego bis Klasse 4 angeboten, auf dem Rio Ara sogar bis Klasse 5. Der Regen in den vergangenen Tage hat den Fluss stark anschwellen lassen. Das wird bestimmt lustig! Auf meine Frage, ob es Zwischenfälle gegeben hat, beruhigt uns der Instruktor. Nur drei Todesfälle und ein paar Dutzend Verletzte in den letzten 25 Jahren. Wir sind 23 Personen, verteilt auf drei Schlauchboote und fünf Kajaks. Anscheinend habe ich dem Instruktor nicht genau zugehört! Beim ersten Kommando sich im Boot „kleinzumachen”, verliere ich das Gleichgewicht und falle ins Wasser. Mit Schwimmweste ist es mit eigener Kraft gar nicht so einfach wieder ins Boot zu kommen, aber der Instruktor weiß wo man anpacken muss. Die knifflige Passage durch Felsen hindurch passieren wir problemlos

An einer eher leichten Stelle kentert das Boot. Keine Panik, wir treiben wie angewiesen in Rückenlage. Gefährlich sind nur die Felsen über und unter Wasser, an denen man sich stoßen könnte oder das man zu schnell abgetrieben wird. Mittlerweile hat unser Instruktor das Boot wieder aufgerichtet und wir ziehen uns gegenseitig wieder ins Boot. Wir sind nicht die einzigen die Bekanntschaft mit dem Wasser machen. Das zweite Boot und zwei Kajaks kentern ebenfalls. Die starke Strömung ist auch tückisch. Ein Teilnehmer treibt im Fluss ab. Gott sei Dank kann ein Instruktor rechtzeitig das Rettungsseil zuwerfen und ihn wieder ans Ufer ziehen. Wir erreichen das Ziel ohne Blessuren. Zum Schluss gibt es noch ein Wheelie. Nahezu senkrecht steht das Boot im Fluss, ohne das einer von uns herausfällt. Am Ende sind wir alle happy, und hat einen Riesenspaß gemacht.

Fortsetzung Teil 3

Eine Reise durch Nordspanien, Teil 1

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Prolog
Spaniens unberührte Strände, schroffe Klippen und tiefe Schluchten sind das Ziel. Die beste Reisezeit ist von Mai bis Mitte Juni und im Oktober. Diese Jahreszeit ist angenehmer, als die heißen und wolkenlosen Sommermonate. Übernachtungsorte sind: Bilbao – Santillana del Mar – Orbaneja de Castillo – Burgos – Elciego – Logroño – Tafalla – Tudela – Ayerbe – Pamplona – Hondaribbia – San Sebastían – Getxo.

Es gibt nichts schöneres als Reisen mit exquisiten Restaurants zu verbinden. Die spanische Küche hat sich innerhalb weniger Jahre an die Spitze katapultiert. Aus der traditionellen spanischen Küche entwickelte sich eine moderne und innovative Küche, welche Qualität der Produkte und Kreativität der Köche im Vordergrund stellt. Alleine im Baskenland (Provinzen: Gipuzkoa, Biskaya und Álava) gibt es 37 Sterne-Restaurants, darunter 4x 3-Sterne. Ein Blick auf die Speisekarte macht die Vorfreude nur noch größer. Reiseführer sind España Fascinantes, Eusko Guide, Michelin und div. Food-Blogs.

pintxos

Ich bin nicht nur wegen der Sterne-Küche nach hierher gekommen, sondern auch wegen dem exquisiten Fingerfood. Pintxos, wie sie in der baskischen Sprache heißen, sind verwandt mit den klassischen Tapas. Im Baskenland, vor allem in San Sebastián, das Seebad und Feinschmecker-Paradies an der Atlantikküste, hat die kleine Vorspeise ihren Ursprung. Es gibt aber einige Besonderheiten, durch die sich die baskische Variante von Tapas unterscheidet. Die Pintxos sind aufwändiger zubereitet, Brotscheiben oder Tortillas bilden die Grundlage und die köstlichen Zutaten stecken auf einem Holzspieß. Die Einheimischen lieben es von einer Bar zur nächsten zu ziehen – Treffpunkt um zu futtern, Wein zu trinken und sich zu unterhalten.

Ankunft
Ankunft bei sonnigen 26 Grad. Auf dem Parkdeck steht ein Peugeot 2008 mit 3820 km. Ein übersichtlicher City-SUV mit genügend Stauraum für einen Reisenden. Das 5-Sterne Gran Hotel Domine Bilbao direkt neben dem Guggenheim Museum ist die Unterkunft für ersten drei Nächte. Ein Blickfang ist die Hotellobby mit einer markanten Steinsäule. Von der schrägen Fensterfront kann man direkt auf das Museum sehen. Noch schöner ist die Aussicht von der Dachterrasse in der 7. Etage, wo es das Frühstücksbuffet gibt. Das beste Restaurant in der Umgebung von Bilbao ist zweifellos das Azurmendi. Hier ein Bericht.

Guggenheim Museum
Ich besuche das Guggenheim Museum. Neben der Walt Disney Concert Hall mein Lieblingsgebäude von Architekt Frank Gehry. Beeindruckend ist der abstrakte Expressionismus von Jackson Pollock und die sieben Stahlskulpturen von Richard Serra. Das Guggenheim Museum ohne Menschen zu fotografieren ist schwierig. Bis spät in die Nacht flanieren und joggen Menschen am Museum vorbei. Aber mit einer Langzeitbelichtung werden alle bewegende Personen „unsichtbar” – sonstige unerwünschte Elemente entfernt Photoshop. Die 9 m hohe Spinne „Maman” ist die größte Skulptur aus der Spinnen-Serie von Künstlerin Louise Bourgeois. Die Spinnen sind eine Hommage an ihre Mutter, die als Weberin beschäftigt war.

Casco Viejo
Casco Viejo ist die Altstadt von Bilbao. Den Kern bilden die sogenannten 7 Straßen (Las 7 Callas) am rechten Ufer des Ria de Bilbao. Aus diesen 7 Straßen (Pilota Kalea bis Goeinkale) bestand ursprünglich der älteste Teil von Bilbao. Mein erster Stop ist die Plaza Nueva. In den Arkaden des neoklassischen Gebäudekomplex befinden sich Geschäfte, Bars und Restaurants. Anschließend sehe ich mir die Basílica de Begoña an. Von der Plaza Unamuno geht es die 200 Stufen der Calzadas de Mallona hoch zur Basilika. Oben angekommen, hat man Aussicht auf die Dächer der Altstadt. Wieder unten angekommen, sehe ich mir die Catedral de Santiago, Mercado de la Ribera (Europas größte überdachte Markthalle) und die Iglesia de San Antón an.

Entlang der Küste und ins Landesinnere
Nach drei Tage Bilbao folgen drei Tage Natur. Der Leuchtturm Faro de Cabo Mayo bei Santander ist ein schönes Motiv zu Sonnenaufgang. Ein Trail führt direkt hinauf zu den Stufen des Leuchtturms. Ich fahre weiter nach Liencres und schaue mir einige Foto-Locations entlang der Küste an, die ich am Abend wieder besuchen möchte. Gestern 3 Sterne, heute ein Stern. Das Restaurant El Nuevo Molino in einer Villa aus dem 18. Jahrhundert bietet feine Küche. Eine Speisekarte in englisch gibt es nicht, aber die Bedienung spricht zumindest ein paar Brocken Englisch. Ich bestelle das 4-gängige Gänge Mittagsmenü plus eine zusätzliche Vorspeise und Dessert. Alle Gänge sind prima und die Patisserie verdient ein Extra-Lob – so ein gutes Panna Cotta gab es nicht mal auf der letzten Italienreise.

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Bei Santillina del Mar muss ich sofort ans Meer denken, der Ort liegt aber 4 km südlich davon. Die alten Häuser entlang der engen Gassen sind ein Blickfang. Wenn man die historischen Kirchen und Paläste ansieht, kommt man sich vor, wie auf einer Zeitreise zurück ins 13. Jahrhundert. Santillina del Mar gehört m.E. zu den schönsten Dörfern in Spanien. Stimmungsvoll zur Morgendämmerung, dann ist der Ort ausgestorben. Ich besuche das Museo de Altamira. Das Museum ist eine getreue Nachbildung der steinzeitlichen Deckenmalerei von Altamira. Die prähistorischen Malereien stammen aus der Zeit 22,000 bis 14,500 v. Chr. Die Höhle ist seit 2002 für Besucher geschlossen.

Von Santillina del Mar bis zum nächsten Tagesziel Orbaneja del Castillo sind es nur 82 km. Die N-623 ist eine der schönsten Landstraßen in Nordspanien. Geht es anfangs noch geradeaus, folgt dann Kurve auf Kurve durch das Bergtal. Am liebsten würde ich jetzt auf dem Motorrad sitzen. Hübsch ist das Dorf San Andrés und die Aussicht von der Passhöhe am El Escudo. Sehenswert sind die Dörfer in den Seitentälern von Manzanedo, Valdebezena und Zamanzas. Am Rand einer Schlucht liegt Orbaneja del Castillo. Über dem Ort erheben sich bizarr gezackte Kalksteinfelsen. Einige Geier kreisen über der markanten Felslandschaft. Hier befindet sich die engste Stelle in der Schlucht des Ebro. Der längste Fluss in Spanien entspringt bei Fontibre im Kantabrischen Gebirge und mündet nach über 900 km im Mittelmeer.

Burgos
Es geht auf der N-623 in südliche Richtung nach Burgos. Zwischen Quintanilla Escalada und Pesquera hat sich der Ebro tief in die Schlucht gegraben, ein Paradies für Naturliebhaber. In dieser schönen Landschaft könnte ich es auch einige Tage aushalten. Zwei Tage werde ich in Burgos verbringen. Ich besuche zuerst das Königliche Kloster Santa María la Real de Las Huelgas. Sehr schön sind die Kreuzgänge und die prunkvollen Altäre. Die Besichtigung ist leider nur mit spanisch sprechender Führung möglich und fotografieren ist, außer im Garten, auch nicht erlaubt.

Neben dem Hotel befindet sich das 1-Sterne-Restaurant Cobo Vintage. Ich habe nachmittags einen Tisch reserviert. Die Küche von Miguel Cobo beruht auf einfache Gerichte, die aber einfallsreich zubereitet werden. Miguel Cobo erzählt mir, dass er im El Nuevo Molino (1-Michelin-Stern) einige Jahre gekocht hat, bevor er sein eigenes Restaurant in Burgos eröffnet hat. Er empfiehlt mir zudem einige Tapas Bars. Ich bestelle zwei Vorspeisen, einen Hauptgang und zwei Desserts. Alles ist überaus lecker, bis auf die Pilze. Die Knoblauch-Minze-Soße ist für mein Geschmacksempfinden zu salzig.

Die Kathedrale
Ich besichtige die Kathedrale von Burgos. Im Innenraum der gotischen Kathedrale befinden sich 19 Kapellen, 35 Gitter und 38 Altäre. Insgesamt 47 Architekten arbeiteten an dem Bau der Kathedrale zwischen dem Jahr 1221 und 1567. Das Grabmal des Ritters und spanischen Nationalhelden El Cid und seiner Gemahlin Jimena Díaz befindet sich ebenfalls in der Kathedrale. Fotorucksack mitnehmen ist nicht erlaubt, daher hänge ich beide Kameras um die Schulter, um ohne Objektiv-Wechsel fotografieren zu können. Es gibt so viel zu bestaunen, dass ich erst nach viereinhalb Stunden die Kathedrale wieder verlasse. Die Kathedrale von Burgos zähle ich zu den Top 5 in Spanien, meine anderen Faves sind die Kathedralen von Córdoba, Santiago de Compostela, Saragossa und Sevilla. In einem Straßencafé in der Paseo Espolón genieße ich die warme Frühlingssonne. Anschließend sehe ich mir das Kartäuserkloster Santa Maria de Miraflores an. Der schönste Teil ist die reich verzierte gotische Retabel. Davor steht das Königliche Grabmal in Form eines achteckigen Sterns. Hier ruhen Johann II. und Isabella von Portugal. Der kurzweilige Besuch ist kostenlos und man darf im Gegensatz zum Königlichen Kloster fotografieren.

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La Rioja, die Weinregion
Von Burgos geht es in die Rioja. Der Jakobsweg aka Camino de Santiago verläuft parallel zur N-120. Viele Pilger sind bei Sonnenschein unterwegs. Hatte es an der Küste nur 18 Grad, klettert hier das Thermometer auf 32 Grad. Die Provinz Rioja zeigt sich mit einer hügeligen Landschaft, altertümliche Klöstern, malerische Dörfern und wartet mit über 600 Weingüter auf. Erster Stop ist Santa Domingo de la Calzada, wo ich die Kathedrale besuche. Baubeginn war 1158 und mit weiteren Veränderungen im Laufe der Jahre wurde das Bauwerk 1765 vollendet. Ein imposantes gotisches Bauwerk. In Hora besuche ich die Bodgegas Muga. Es klappt auch mit einer Führung ohne vorherige Anmeldung. Muga ist eine der wenigen Weingüter, die ihre Fässer aus amerikanischer und französischer Eiche noch selber herstellen. Die einstündige englischsprachige Führung über die Produktion inkl. Weinprobe ist interessant.

Marqués de Riscal
Bodegas Marqués de Riscal ist das älteste Weingut (1858) in Elciego. Inmitten des Weinguts liegt das 5-Sterne-Luxushotel Marqués de Riscal. Das extravagante Hotel wurde 2006 eröffnet und ist der abstrakte Gegensatz zur historischen Altstadt. Ähnlichkeiten mit dem Guggenheim Museum sind offensichtlich, beide stammen vom Architekten Frank Gehry. Hier übernachte ich und werde u.a. Klöster und Weingüter besuchen. Das Zimmer ist luxuriös eingerichtet, ein B&O TV mit Soundbar und ein Bad in dem man sich verlaufen kann. Dazu kommt die Frühstücksterrasse mit traumhaften Ausblick, Top-Service und ein 1-Stern-Restaurant. Mit Superlative halte ich mich normalerweise zurück, aber definitiv eine der besten Luxushotels auf meinen bisherigen Reisen.

Logroño
Ich besichtige die Bodegas Marqués de Murrieta östlich von Logroño. Ein imposantes Anwesen und das älteste Weingut in La Rioja. Die zweieinhalbstündige Führung inkl. Weinprobe ist hervorragend. Die Winzer jammern über die Frostperiode im April und über zu warme Temperaturen. So wird 2017 wohl ein schwieriger Jahrgang in Rioja. Mein Fazit nach vier Bodegas… Architektur: Ysios – Führung: Valdelana – Weinprobe: Marqués de Murrieta. Es wird heute sehr heiß in Logroño – bis zu 36 Grad soll es am Spätnachmittag werden. Logroño, die Hauptstadt der Provinz La Rioja, ist abgesehen von der Altstadt und Puente de Piedra eine hässliche Stadt.

Am Abend mache ich die Runde durch die Altstadt. Ich gehe in die Calle San Juan, neben Calle Laurel die Tapas-Gasse in Logroño. Die Tapas im Tastavin sehen alle verführerisch aus, dass ich gar nicht weiß, wo ich zuerst zugreifen soll. Ich greife bei Blutwurst, Jakobsmuschel und Thunfisch zu. Das Gedränge in den Bars ist normal – wer gemütlich essen möchte, sollte lieber ein Restaurant aufsuchen. Nachdem ich die Bar Angel (leckere Knoblauch-Champignons-Pintxos) in der Calle Laurel besucht habe, gehe ich in die Cocina de Ramón. Ich bestelle das fünfgängige Gemüsemenü mit Roten Thunfisch. Gemüse und Thunfisch schmecken fad und anscheinend sind alle Gänge mit der gleichen Bouillon zubereitet. Leider ein Reinfall und das mit Abstand bisher schlechteste Restaurant. Mich wundert es, dass die Cocina de Ramón die Michelin-Auszeichnung „Bib Gourmand“ erhalten hat – diese Bezeichnung steht für sorgfältig zubereitete und preiswerte Küche.

Fortsetzung im Teil 2

Bild des Monats Juli

Restaurant Touché

 

Bei sommerlichen Temperaturen besuchen wir das Steak-Restaurant Touché auf Burg Hartenstein. Ein steiler Weg führt hinauf zur Burganlage, die aus dem Jahr 1250 stammt. Vom Biergarten hat man eine schöne Aussicht auf Hartenstein und die umliegenden Wiesen und Wälder.

 

Wir bestellen zu einer Holunder-Schorle jeweils eine Vorspeise und ein Hauptgericht. Die Tomatensuppe schmeckt gut, aber sie ist nicht frisch püriert. Das Argentinische Filetsteak mit Beilage Bratkartoffeln ist zwar auf dem Punkt zubereitet, aber die hausgemachte Kräuterbutter weist nicht die nötige Konsistenz auf. Das ein dicker Minuspunkt, der mir den Hauptgang verleidet. Die Beilage Brokkoli sollte auf den Punkt gegart sein und noch bissfest sein.

 

 

Das Preis-Leistung-Verhältnis im Restaurant Touché passt nicht zusammen. Zudem die Servicekraft lieber in der Küche Hilfsarbeiten ausführt, anstatt sich um die Gäste zu kümmern.

Speisen: 3,5/10
Service: 2/10
Ambiente: 6/10

 

Restaurant Touché
Burg 1
91235 Hartenstein