EssZimmer München

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Die BMW-Welt und die gegenüberliegenden BMW-Türme sind zwei architektonische Highlights am Olympiapark in München. Als Architekturliebhaber komme ich immer wieder gerne dorthin zurück um diese futuristische Architektur zu fotografieren. Die BMW-Welt bietet aber nicht nur ausgefallene Fotomotive, sondern in diesem Gebäude befindet sich auch ein Zwei-Sterne-Restaurant. Endlich klappt es auch mit einem Besuch in dem Restaurant.

 

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Seit 2013 betreibt Feinkost Käfer die Gastronomie in der BMW-Welt, darunter das Restaurant EssZimmer. Chefkoch Bobby Bräuer lernte sein Handwerk bei Otto Koch, war Souschef bei Eckart Witzigmann, weitere Stationen waren das Münchner Restaurant Königshof, das Victorian in Düsseldorf, Quadriga in Berlin und das Petit Tirolia in Kitzbühel, bevor er nach München zurückkehrte. Sein Stil ist klassisch-französisch, mediterran bis regional inspiriert. 

 

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Das Restaurant mit seinen 45 Plätze ist sehr schön eingerichtet. Viel Holz, warme Farbtöne, dunkles Leder, flauschige Teppiche, Pendellampen. Ein offener Kamin und bequeme Sitzgelegenheiten sorgen für eine intime Atmosphäre, wie man sie in Sterne-Restaurants nicht oft findet. Durch die verglaste Seite kann man hinunter in dem Showroom blicken, auch der Blick in die Küche ist von manchen Plätzen möglich. Ein Blickfang ist der deckenhohe Weinschrank.

Chef-Sommelier Frank Glüer kennen ich noch von seiner Zeit im Restaurant Überfahrt. Seine Weinempfehlung muss ich an diesem Abend aber leider ablehnen, da wir anschließend wieder nach Hause fahren. Stattdessen gibt es zwei Gläschen PriSecco von Jörg Geiger zum Auftakt. Zwei Menüs stehen zur Auswahl, fünf bis acht Gänge. Wir wählen wählen den Mittelweg und bestellen sechs Gänge.  

 

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Die Küche grüßt mit einem bayrischen Trio, die Bobby Bräuer persönlich serviert: Ein Sauerkrautsüppchen, einen Cracker mit Obatzda und eine Spanferkelsülze mit Meerettich. Das Süppchen hinterlässt den nachhaltigsten Eindruck, die leichte Säure lässt das Krautaroma wunderbar zur Geltung kommen. 8/10

 

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Danach wird das hausgebackene Foccacio mit sardischen Knäckebrot auf dem Tisch gestellt. Dazu gibt es einen Aufstrich mit Ananas, Safran und Curry, sowie Nussbutter. Besonders das Knäckebrot, eingerieben mit Gewürzöl, schmeckt so hervorragend, dass ich den ganzen Abend daran knabbere.

 

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Zwei weitere Grüße kommen aus der Küche, Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat und Wildkräuter und Kalbsbeuscherl mit Nockerl. Bayrische Spezialitäten, aber in einem Zwei-Sterne-Restaurant? 7/10

 

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Der erste Gang ist eine Entenleber mit Spanferkel, Berberitze und Ingwer-Cracker, als Beiwerk noch Blumenkohl und Herbstrompeten. Die Entenleber ist mild gewürzt und das Spanferkel harmoniert sehr gut damit. Was für ein toller Auftakt. 8,5/10

 

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Es folgt Imperialkaviar auf Rinderfilet mit Kopfsalat und Sauerrahm. Da ich erst vor kurzem ein ähnliches Gericht im Drei-Sterne-Restaurant Sonnora genießen durfte, fällt der Unterschied eklatant aus. Den Sauerrahm hätte ich mir zwischen Kaviar und dem Rinderfilettatar gewünscht, anstatt separat auf dem Teller. Dennoch ein guter Gang. 7/10

 

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Als Fischgang gibt es eine Felsenrotbarbe mit Kichererbsenpüree, Chorizo und Sauce Creole. Der Fisch ist glasig gebraten, hat aber noch Biss. Das Zusammenspiel von süß, sauer, salzig, kalt und warm ist nicht weniger als hervorragend gelungen. 8/10

 

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Die Ente aus der Vendée versteckt unter einer Gewürzzwiebel. Leider schwimmen die Entenstücke verloren im Trüffeljus, sodass das Aroma der Ente nicht zum Tragen kommt. Hübsch arrangiert, überzeugt es geschmacklich nicht. 6,9/10

 

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Viel besser ist der nächste Gang Wagyu aus Alto Adige oder auch Südtirol. Das Fleisch kommt als Sattel und Short Rib auf dem Teller, dazu etwas Spitzpaprika, roter Miso und Kartoffelrösti. Das Wagyu schmilzt regelrecht auf der Zunge und hat dennoch noch einen festem Biss. Ein süßlicher Jus rundet das Ganze ab. 8/10

 

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Als Pre-Dessert gibt es ein geschabtes Kokoseis untersetzt mit Limette. Nach dem ersten Löffel erfrischend, aber auf Dauer etwas langweilig. 6,5/10

 

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Als Dessert gibt es William Christ-Birne mit einer cremigen Dulce und Haselnuss auf Buchweizen. Die Zutaten harmonieren perfekt zusammen, ein grandioses Dessert zum Abschluss. 9/10

 

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Wir sind satt, aber ein paar Petit Fours gehen doch noch. In einer Holzschachtel liegen je zwei Küchlein, Schokoladen Macaron und Germknödel. Dazu gibt es noch Nougatpralinen (nicht im Bild). 7,5/10

Bobby Bräuer hat uns mit einem genussvollen Menü verwöhnt. Die Qualität der verwendeten Produkte und die handwerkliche Umsetzung war außerordentlich. Sein Balanceakt zwischen klassischer und moderner Küche gelang vortrefflich. Das zwei Gänge etwas abfielen, ändert nichts an dem hervorragenden Gesamteindruck.

Speisen: 8
Service: 8
Ambiente: 8,5

EssZimmer
Am Olympiapark 1
80809 München

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Viktualienmarkt und TIAN München

 

Der Viktualienmarkt ist das kulinarische Zentrum in München. Über 140 Stände bieten Gemüse, Obst, Gewürze, Gebäck und Delikatessen an. Wenn ich mir das kulinarische Angebot am Viktualienmarkt ansehe, glaube ich München besteht hauptsächlich aus Haxn, Leberkäs und Weißwurst.

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Am schönsten ist der Besuch des Viktualienmarkt am frühen Morgen. Dann kann man noch in aller Ruhe zwischen die Stände schlendern.

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TIAN München
Man mag es kaum glauben, direkt am Viktualienmarkt hat sich ein vegetarisches Restaurant etabliert. Das Restaurant TIAN ist der Ableger vom TIAN in Wien, wo Chefkoch Paul Ivic tätig ist. Im Münchner TIAN steht er Gastgeber Robert Stohs und Küchenchef Christian Schagerl als Culinary Director zur Seite. Die Produktqualität steht im Vordergrund, verwendet werden ausschließlich Bio-Produkte, die überwiegend aus der Region stammen. Im Februar 2019 wurde das TIAN mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

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Das TIAN ist chic eingerichtet. Auffällig sind die stoffbezogenen Wände und warme Farbtöne. Das Restaurant bietet Platz für 75 Gäste. Mittags hat man die Wahl zwischen einem 3- oder 4-Gänge Menü und abends zwischen 4- bis 7-Gänge Menü. Die Preise sind für Münchner Sterne-Restaurant angemessen, das kleinste Menü kostet 47€ und das größte Menü 122€. Man kann aber auch alle Gerichte à la carte bestellen.

 

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Es beginnt mit Dreierlei Brot, Gewürzbrot, Baguette und Olivenbrot, dazu eine französische Honigbutter. Der Gruß aus der Küche ist ein Maissüppchen mit Avocado Tatar und Jalapeño-Schaum. Säure und Schärfe harmonieren wunderbar zusammen. Das könnte als Amuse-Bouche auch in einem Drei-Sterne-Restaurant serviert werden. Ein überraschend perfekter Auftakt. 8,5/10

 

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Der erste Gang ist Käferbohne mit Hagebutte und Meerrettich. Knackig und schmackhaft, aber nach ein paar Bissen wird es schnell eintönig. Hier fehlt ein Kontrast zu den Bohnen. 7/10

 

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Die Pilzterrine mit Algen und Chipotle ist bestes Comfort Food. Die vielschichtigen Aromen ergeben ein fein austariertes Geschmacksbild. 7,5/10

 

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Ebenfalls köstlich ist der Gang Junger Lauch. Die Röstaromen verbinden sich prima mit den Graupen und Petersilie. 7/10

 

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Als Abschluss gibt es Conference Birne, Strudel, Preiselbeere. Das vegane Vanilleis schmeckt so gar nicht nach Vanille, schmecken tut es trotzdem. 7,5/10

 

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Als Petit Fours gibt es noch einen kleinen Karottenkuchen mit Karottenchips. Viel besser kann man einen Karottenkuchen nicht machen. 8/10

Das TIAN verwöhnt mit einer abwechslungsreichen, leichten vegetarischen Küche auf sehr hohem Niveau. Da ist der Michelin-Stern mehr als verdient. Was man vom Service an diesem Tag leider nicht behaupten kann. Kleinere Nachlässigkeiten trüben den sonst positiven Gesamteindruck. 

Speisen: 7,5
Service: 6,9
Ambiente: 7

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TIAN München
Frauenstraße 4
80469 München

Herbsttage in Nürnberg

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Henkersteg und Weißgerbergasse

 

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Nürnberger Bratwürste

 

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Ehebrunnen

 

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Nürnberger Fischtage

 

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Straße der Menschenrechte

 

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Johannisfriedhof

 

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Currywurst

Wonka, die 4.

 

Es ist unser vierter Besuch im Restaurant Wonka. Das Restaurant befindet sich in einem Altbaugebäude unweit der Nürnberger Burg. Das Wonka ist stilvoll eingerichtet und ist in vier Räumlichkeiten aufgeteilt – Speiseraum, Kutscherhaus, Wintergarten und Garten.

Mittags gibt es ein drei- oder viergängiges Menü, abends stehen vier bis sechs Gänge zur Wahl. Wir wählen mittags die viergängige Variante.

 

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Amuse Bouche gibt es keins, dafür ein Gewürzbrot mit Currybutter. Die Butter ist leider zu fest. Ein Unding, dass wir in vielen Restaurants feststellen, selbst in Sternerestaurants.

 

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Der erste Gang ist eine Entenbrust mit Dreierlei vom Mais. Die Ente schmeckt aromatisch, auf das Popcorn hätte ich lieber verzichtet und mir mehr Püree vom Mais gewünscht. Nichtsdestotrotz gutes Comfort Food. 6,5/10

 

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Als zweiten Gang gibt es ein Maronensuppe. Würzig cremig im Geschmack mit einer leichten süßlichen Note. Süffig und sehr geschmackvoll. 7/10

 

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Der Seehecht Bohnen, Radieschen mit Kalamansi überzeugt mich weniger. Der Hecht ist von guter Qualität und perfekt gegart, aber der asiatisch angehauchte säuerliche Fischfond ist viel zu dominant, hier fehlt ein Gegenpol. 6,5/10

 

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Zum Schluss gibt es Preiselbeeren und Mascarpone auf einem Schokoladenbiskuit mit einem karamellisierten Tonkabohne-Parfait. Ganz ordentlich, aber etwas mehr Raffinesse hätte ich mir gewünscht. 6,5/10

Das Fazit fällt gemischt aus. Die Gänge schwankten zwischen durchschnittlichen und gutem Comfort Food. Richtig überzeugt hat mich nur das Maronensüppchen, die anderen Gänge hielten nicht ganz das Niveau.

Speisen: 6,5
Service: 7
Ambiente: 7

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Wonka
Johannistr. 38
90419 Nürnberg

Impressionen aus Heidelberg, Teil 2

 

Der Studentenkarzer ist eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art. Im Karzer, vom lateinischen Wort Kerker abgeleitet, saßen Studenten wegen kleinerer Verstöße ein. Die Sprüche und Malereien auf den Wänden zeugen von Humor. Besonders sehenswert ist die Aula im Universitätsgebäude. Leider darf man aus bautechnischen Gründen die Empore nicht mehr besteigen. Das Jugendstilgebäude der Universitätsbibliothek, nur wenige Meter davon entfernt, ist ebenfalls einen Besuch wert.

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In der Unteren Straße befinden sich eine Bar nach der anderen. Ich gehe ins La Fée und bestelle einen Dutch Baby Pancake (Zitronentopfen, Beeren) und eine hausgemachte Apfel-Himbeer-Limonade. Beides sehr lecker.

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Mittags gehe ich zum „Der kleine Spanier.“ Die Tapas sind okay, aber kein Vergleich zu  Tapas, wie ich es sonst aus Spanien gewohnt bin. Damit kann ich für dieses Restaurant keine Empfehlung aussprechen.

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Die Aussicht auf Heidelberg von der Scheffelterrasse im Schlossgarten ist schön. Interessant finde ich das Deutsche Apotheken-Museum mit seiner sehr beeindruckenden Sammlung von kunstvoll gefertigten medizinischen Gefäßen.

Scharffs Schlossweinstube, eines von drei 1-Sterne-Restaurants in Heidelberg, befindet sich ebenfalls auf dem Schlossgelände. Heute Abend verspüre ich keinen Drang nach Sterne-Küche, stattdessen besuche ich das Restaurant Backmulde, dass sich in einer ehemaligen Schifferherberge aus dem 17. Jahrhundert befindet. Der Restaurantführer Michelin zeichnet das Restaurant mit einem Bib Gourmand aus. Keine Sterne-Küche, sondern eine frische regionale Küche mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Die Karte ist erfrischend übersichtlich und da muss man auch nicht lange überlegen. Ich bestelle einen Salat von Romanaherzen mit Sardellen, Parmesan und Croutons. Als Hauptgericht Pulpo mit Gemüse-Bohneintopf. Nun ja, was nützt eine große Portion Salat, wenn der Salat schlecht geputzt ist. Der Tintenfisch ist viel besser als die Vorspeise, das Feuer kann er aber nicht mehr herausreißen. Bib Gourmand hin oder her, aber das war heute nicht Michelin-like.

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Impressionen aus Heidelberg, Teil 1

 

Es sind schon einige Jahre vergangen, seitdem ich die Heidelberg am Neckar besucht habe. Zwei Tage dürfen es schon sein um die hübsche Altstadt, die Wandmalereien, die Universität, Museen, Philosophenweg und das Heidelberger Schloss zu besichtigen. Ich übernachte im Star Inn & Suites. Die 2018 eröffnete Hotelanlage ist großzügig angelegt und von der Altstadt nur vier Stationen mit der Straßenbahn entfernt.  

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Besonders bei ausländischen Touristen, vor allem Amerikaner und Japaner ist die Altstadt von Heidelberg beliebt. Dies liegt daran, dass der historische Stadtkern seit dem 17. Jahrhundert nahezu unverändert geblieben ist. Heidelbergs Hauptstraße, die längste Fußgängerzone Europas, ist gesäumt mit auswechselbaren Läden und billigen Restaurants. In den Gassen findet man doch das eine oder andere hübsche Geschäft und Café. 

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Heidelberg ist bekannt für die altehrwürdige Universität, die im 14. Jahrhundert gegründet wurde. Die Mensa der Uni Heidelberg zählt zu den besten Deutschlands. Die Studenten haben von Mittag bis Abend eine Riesenauswahl am Buffet und auch an die Veganer wird gedacht. Ich probiere die Semmelknödel mit Champignons und Bohnen. Okay, man wird satt, aber kulinarische Genüsse sollte man in der Mensa nicht erwarten.

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Zum hinunterspülen ein kühles Bier.

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Impressionen aus Heidelberg, Teil 2

Bild des Monats Oktober

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