Archiv für November 2013

Aumer’s La Vie

aumerDas Restaurant Aumer’s La Vie, neben dem Germanischen Nationalmuseum, gibt es seit fünf Jahren in Nürnbergs Innenstadt. Aufmerksam bin ich auf Aumer’s La Vie geworden, nachdem das Restaurant kürzlich einen Michelin-Stern erhalten hat. Bei meinem Besuch bestelle ich drei Gänge à la carte.

Zum Auftakt gibt es einen zweiteiligen Gruß vom Küchenchef. Anschließend folgt ein Maronen Schaumsüppchen (gebeizte Foie Gras, Dickmilch, Bergamotte). Als Hauptgang: Isländischer Seesailbling (Mohn, Kerbelwurzel u. Brunnenkresse) und als Dessert: Süßes grünes Thai Curry (Kokosnuss, Ingwer, Thaibasilikum, Koriander, Erbse, Chili). Die Zutaten entfalten wunderbar ihre eigenen Aromen.

Einzige Kritikpunkte: Die Butter zum Brot sollte streichfähig serviert werden und auch die Beleuchtung könnte etwas dezenter sein. Ansonsten verwöhnt Andreas Aumer und sein Team die Gäste auf sehr hohem Niveau. Den Michelin-Stern hat sich das Aumer’s La Vie redlich verdient.

Gesamtwertung: 6,5/10

Aumer’s La Vie
Karthäusergasse 12
90402 Nürnberg

Alinea

ne_033Ein Besuch im Alinea, Chicagos einzigem 3-Michelin-Sterne-Restaurant (Michelin 2013), stand schon seit geraumer Zeit ganz oben auf meiner Wunschliste. Aber man fliegt nicht einfach mal so zum Dinner nach Chicago, umso mehr freut es mich das es endlich geklappt hat. Um die große Nachfrage besser bewältigen zu können, haben die Inhaber anstatt einer sonst üblichen Tischreservierung ein Prepaid-Reservierungssystem eingeführt. Bei der Online-Tischvergabe wird der Betrag für das Tasting Menu plus 20% Servicegebühr (Tax/Service) sofort fällig.

Je nach Wochentag ne_035kostet das Tasting Menü (für 2 Pers.) inkl. Wine-Pairing zwischen $700 und $800. Man sollte die Reservierung sorgfältig planen, denn das Ticket lässt sich nicht stornieren, sondern nur an eine weitere Person transferieren. Die Tischvergabe für zwei, vier oder sechs Personen ist unpraktisch – kommt man alleine, zu dritt oder zu fünft, muss man die „Differenz” entrichten. Man kann sich aber die Mehrkosten mit Jemanden vor Ort teilen, z.B. auf Alineas Facebook-Seite eine Person suchen, die sich anschließen möchte.

ne_036Um 21.00 Uhr fahre ich vor dem Alinea vor. Die schlichte Fassade kannte ich bereits von Fotos und hinter der Eingangstür ohne Namensschild (!) versteckt sich das Alinea. Der Weg in das zweistöckige Restaurant führt durch ein rot beleuchteten Gang, vorbei an der Küche zum Empfang. Obwohl das Alinea erst am Abend öffnet, ist eine Day- und Nightcrew von 25 Köche/Köchinnen plus 25 Service-Kräfte beschäftigt. Die Tischdekoration ein Glas Tomaten im Grasbett ist witzig und wird später zum 3. Gang serviert.

ne_037Das 13-gängige Tasting Menu ist eine kulinarische Reise. Jeder Gang wird wie ein Gesamtkunstwerk präsentiert und die Show kommt auch nicht zu kurz. Unvergesslich bleibt das auf Trockeneis servierte Scallop, die Ente in fünf Variationen mit 60 verschiedenen Zutaten und das zweiteilige Dessert. Der mit Helium gefüllte Ballon aus grünem Apfel ist ein netter Gag, haut mich aber nicht unbedingt vom Stuhl.

ne_039Die Zubereitung des Dessert direkt auf dem Tisch ist mittlerweile schon kultverdächtig, aber fast schon des Guten zu viel. Fazit: Grant Achatz gelingt eigentlich das fast Unmögliche – der Spagat zwischen kulinarischer Rafinesse und ausfeilten Wohlgeschmack. Wahrlich eines der weltweit besten Restaurants.

Speisen: 10/10
Service: 10/10
Ambiente: 9,5/10

Alinea
1723 N Halsted St
Chicago