Archiv für November 2016

Tasting Counter in Somerville

ne_421Das Restaurant  TASTING COUNTER wird von Chef Peter Ungár und seiner Frau Ginhee geleitet. Peter Ungárs Weg zu einem eigenen Restaurant führte über das Aujourd’hui im Four Seasons Boston und die beiden Sterne-Restaurants Le Grand Véfour und Le Célafon in Paris. Das Ticket-Konzept „Leave your wallet at home” bricht mit Gewohnheiten. Man reserviert nicht wie sonst üblich einen Tisch, sondern man kauft ein Ticket. Das All-Inklusive-Ticket bezieht man über das Online-Reservierungssystem des Restaurant.

ne_422Der Preis von $165 (Mi/Do) bzw. $185 (Fr/Sa) beinhaltet das 9-gängige Tasting Menu, alle Getränke, Tax und Service. Zu jedem der einzelnen neun Gänge und drei Zwischengänge wird der passende Wein, Bier, Sake oder ein alkoholfreies Getränk serviert. Wenn man das Gesamtpaket sieht, ein günstiger Einstieg in die Haute Cuisine. Erscheint man nicht, aus welchen Gründen auch immer, dann ist der Betrag leider verloren.

ne_423Da ich nicht sicher wusste, ob es mit einem Ticket klappt, wurde mir auf e-Mail-Anfrage das Ticket beiseite gelegt. Ein toller Service. Im nur zwanzig Sitzplätze fassenden Restaurant sitzen die Gäste um einen Küchenblock herum und können die vier Köche direkt auf die Finger sehen. Trotz intimer Enge, ein schönes Ambiente. Die Plätze werden pro Abend nicht mehrfach vergeben – es gibt nur eine einzige Besetzung ab 20.00 Uhr. Auch heute Abend ist das Tasting Counter ausgebucht.

ne_424Jeder einzelne Gang wird wie ein kleines Kunstwerk zubereitet. Einerseits ist es interessant das Zubereiten der Speisen zu beobachten, andererseits ist es auch hektisch. Was ich etwas nervig finde, sind die langatmigen Erklärungen zu den einzelnen Gänge. Nicht nur die einzelnen Zutaten werden erklärt, sondern auch wie sie zubereitet werden. Das lenkt vom Genuss ab und muss nicht sein.

ne_425Unter den 9 Gänge bleiben besonders die Gänge Sea Scallop, Seaweed Pasta und Yellowtail in Erinnerung. Peter Ungárs Kreationen hinterlassen ein wohliges Gefühl von Zufriedenheit, wie ich sie nicht oft in Gourmet-Restaurants erlebe. Schade, dass der Michelin-Guide die Ostküste, außer NYC, ignoriert. Das Tasting Counter ist definitiv 2-Sterne-Niveau.

ne_426Das man auch mit nichtalkoholischen Getränken abwechslungsreich begleiten kann, beweist die Auswahl von Ginhee Unger. Die verschiedenen Fruchtsäfte passen hervorragend zu den einzelnen Speisen.


Speisen:
 9/10
Service: 8,5/10
Ambiente: 9/10

Tasting Counter
14 Tyler St
Somerville
MA 02143, USA

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O Ya in Boston

oya

 

ne_403Boston hat eine große Auswahl an Fine Dining Restaurants, vergleichbar nur mit Chicago, New York City, Portland oder San Francisco. Das Boston Magazine veröffentlicht jedes Jahr die Top 50 Restaurants in Boston. Einige Restaurants habe ich schon besucht, andere wecken meine Neugier. Der Besuch eines japanischen Restaurant ist festes Ritual auf meinen USA-Reisen. In einer dunklen Gasse im historischen Leather District verbirgt sich das Restaurant O Ya. Ein kleines Schild weist den Weg zu einer unscheinbaren Holztür.

ne_404Das Restaurant in einer 100 Jahre alten Feuerwehrwache hat 37 Sitzplätze, davon 17 am Chef’s Counter. Mit einer traditionellen Sushi-Bar hat das O Ya wenig gemeinsam. Besitzer und Chef Tim Cushman nimmt die japanische Küche als Basis und verfeinert sie mit feinsten Zutaten aus aller Welt. Restaurantkritiker überhäuften Tim Cushman mit höchstem Lob und mittlerweile gehört das O Ya zu den besten, aber auch teuersten Restaurants in den USA.

ne_405Der Platz am Chef’s Counter sollte man wenn möglich vorzuziehen. Warum? Sashimi oder Sushi sollte sofort nach der Zubereitung gegessen werden – der Sweet Spot um den leicht gekühlten Fisch und lauwarmen Reis zu genießen. Außerdem kann man die Chefs beim zubereiten der Köstlichkeiten zusehen. Die japanische Küche ist, bis auf wenige Ausnahmen, eine milde Produktküche, deren Hauptaugenmerk auf dem Eigengeschmack der Zutaten liegt und nicht mit anderen Aromen überdeckt wird.

ne_406Die Unterschiede lassen sich an vielen Details festmachen: die Art und Frische des Fisch, das Messer, die Schnitttechnik und die Zubereitung des Reis. Diese Perfektion der Zubereitung beherrschen nur wenige Sushi-Meister, die zudem auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken können. Die Ausbildung zum Sushi-Koch ist ungewöhnlich lange, bei einem alten Sushi-Meister kann es schon mal über zehn Jahre dauern.

ne_407Das O Ya bietet Sashimi à la carte und zwei Tasting Menus an. Wenn man sich auf das Grand Omakase einlässt, wird es ein teurer Abend. Das 20-gängige Menü kostet $285 (zuzüglich Tax u. Service) – wenn man Kobe Beef, White Burgundy Truffle und Sake Pairing zum Menü hinzufügt, verdoppelt sich sogar der Betrag. Der Fisch wird täglich aus Tokio oder von der US-Ost- oder Westküste eingeflogen und höchste Produktqualität hat seinen Preis.

ne_409Zum Sake bestelle ich noch italienischen weißen Trüffel dazu. Jeder einzelne Gang ist für das Auge kunstvoll arrangiert, fast schon zu schön. Unter den vielen Gängen sticht die Auster, Seeigel und der einzige Fleischgang heraus. Der Rechnungsbetrag von über $500 ist heftig, aber das Grand Omakase war es wert. An dieses hervorragende Dinner werde ich mich noch lange erinnern. Wenn ich etwas kritisieren muss, dann allenfalls kleinere Unaufmerksamkeiten im Service.

Speisen: 9/10
Service: 7,5/10
Ambiente: 8/10

O Ya
9 East St
Boston
MA 02111, USA

Bild des Monats November

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