Archiv für Juni 2017

Restaurant Touché

 

Bei sommerlichen Temperaturen besuchen wir das Steak-Restaurant Touché auf Burg Hartenstein. Ein steiler Weg führt hinauf zur Burganlage, die aus dem Jahr 1250 stammt. Vom Biergarten hat man eine schöne Aussicht auf Hartenstein und die umliegenden Wiesen und Wälder.

 

Wir bestellen zu einer Holunder-Schorle jeweils eine Vorspeise und ein Hauptgericht. Die Tomatensuppe schmeckt gut, aber sie ist nicht frisch püriert. Das Argentinische Filetsteak mit Beilage Bratkartoffeln ist zwar auf dem Punkt zubereitet, aber die hausgemachte Kräuterbutter weist nicht die nötige Konsistenz auf. Das ein dicker Minuspunkt, der mir den Hauptgang verleidet. Die Beilage Brokkoli sollte auf den Punkt gegart sein und noch bissfest sein.

 

 

Das Preis-Leistung-Verhältnis im Restaurant Touché passt nicht zusammen. Zudem die Servicekraft lieber in der Küche Hilfsarbeiten ausführt, anstatt sich um die Gäste zu kümmern.

Speisen: 4
Service: 2
Ambiente: 6

 

Restaurant Touché
Burg 1
91235 Hartenstein

Restaurante Martín Berasategui

mb-4

 

Ich bin zu Gast im 3-Sterne-Restaurant Martín Berasategui in Lasarte-Oria, 8 km südlich von San Sebastián. Hier gibt es keine Spanische Avantgarde, wie im Akelare, Arzak oder Azurmendi, sondern klassische Produktküche. Die Einrichtung ist elegant und man fühlt sich gleich wie zuhause. Schlicht eingedeckte Tische und großzügige Bestuhlung sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Im Gegensatz zum Azurmendi und vielen anderen spanischen Spitzenrestaurants hat man die Wahl zwischen einem Menü und à la carte.

mb

Zuerst ein Glas Champagner bevor ich mich mit der Karte beschäftige. Die Speisekarte ist in Vorspeisen zu je 44 €, Hauptgänge zu je 71 € und Desserts zu je 32 € aufgeteilt. Das 14-gängige Dégustationsmenü aus kleineren Portionen aus der Karte kostet 225 €, zuzüglich Mehrwertsteuer. Ich bevorzuge die individuelle Auswahl und wähle sieben Gänge – drei Vorspeisen, zwei Hauptgerichte und zwei Desserts. Eine Mischung aus Klassikern und 2017er Kreationen von Martín Berasategui.

 

Zu einer Auswahl selbst gebackener Brotsorten gibt es vier Buttersorten (gesalzen, rote Bete, Spinat, Steinpilz) in perfekter Konsistenz, danach werden vier Amuse-Bouches serviert. Ein leichter Rotwein begleitet mich durch alle Gänge.

Mein erster Gang ist ein Schinkenteller. Der Ibérico de Jabugo „Capa Negra” ist genau richtig temperiert, dass er seine Geschmacksnoten voll entfalten kann. Dazu gibt es dünnes, geröstetes, knuspriges Weißbrot, eingerieben mit Olivenöl und Tomaten. So einfach und dennoch so grandios – ein Schinkenteller in Perfektion. Besser geht es nicht! Nach diesem hervorragenden Auftakt ist das Salat-Arrangement mit Taschenkrebs ein leichter Zwischengenuss. Mit Rote Bete gibt es eine weitere leichte Vorspeise.

Der erste Hauptgang ist eine halbe Portion Seehecht – ein traditionelles Fischgericht das es nahezu überall im Baskenland gibt. Was Martín Berasategui daraus macht, ist eine kulinarische Weltreise – Baskenland trifft Asien. Die milden und scharfen Aromen harmonieren wunderbar zusammen.

Auf den zweiten Hauptgang Fleisch freue ich mich besonders. Martín Berasategui bezieht das Rind vom galizischen Schlachtbetrieb Luismi, bekannt für allerbeste Fleischqualität. Die gegrillten Fleischstücke weisen die perfekte Reife und Fettgehalt auf. Im Gaumen entfaltet sich ein wunderbar zarter und nussiger Geschmack. Diese Fleischqualität finde ich sonst nur in Japan oder USA.

Zum Abschluss gibt es zwei Desserts, dazu ein Glas fruchtigen Sauvignon Blanc. Apfelkuchen bekommt man fast überall – in Frankreich, Österreich, Spanien, USA und sonst wo. Feinster geschichteter Blätterteig, hauchdünn geschnittene Apfelscheiben, Sorbet und Armagnac-Soße summieren sich zu einem Gesamtkunstwerk. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen besseren Apfelkuchen gegessen zu haben. Ein Espresso und Petit fours beschließen dieses außergewöhnliche Mittagsmahl.

 

Die 3-Sterne-Restaurants Azurmendi und Martín Berasategui könnten unterschiedlicher nicht sein. Dort spanische Avantgarde, hier klassische spanische Küche mit französischem Einfluss. Der eine oder andere Gourmet findet die Küche von Martín Berasategui „langweilig” – ich finde sie hervorragend. Ich bezahle rund 406 € für das Menü – hervorragende Produktküche, 45 Köche/Köchinnen und 20-köpfiger Service muss entsprechend honoriert werden. Anmerkung: Eneko Atxa, Chef im 3-Sterne-Restaurant Azurmendi, hat bei Martín Berasategui gelernt. Nach vier Stunden verlasse ich glückselig das Restaurant, mit der Gewissheit eines der besten Restaurants der Welt besucht zu haben.

 

AMUSE-BOUCHE
2017 Rhubarb crunch
with „Balfegó“ tuns tartar and yuzu gel  9/10

1995 Mille-feuille of smoked eel,
foie-gras, spring onions and green apple  10/10

2017 Ham and truffle „tortilla“  10/10

2014 Red Shrimp Royal
and dill with „Venta del Barón“ oil  9,5/10

 

APPETIZER
Iberian ham
(Capa Negra)  10/10

2001 Vegetable hearts salad
with seafood, cream of lettuce and iodized juice  9/10

2017 Tamara
with beetroot and sour horseradish  8,5/10

 

MAIN COURSE
2017 Grilled hake loin,
coconut, red curry and liquid and crunchy razor-shells  9,5/10

2011 Grilled sirloin „Luismi“
over a bed of Swiss chard chlorophyll and cheese bonbon  10/10

 

DESSERT
2017 Almond honeycomb
with brittle bits and iced cinnamon  9/10

1995 Vanilla apple pie
with granny smith sorbet  10/10

 

cc_mb.jpg

 

Speisen: 9,5
Service: 9
Ambiente: 8,5

Martín Berasategui
Loidi Kalea 4
20160 Lasarte-Oria
Spanien

Pintxos im Baskenland

 

Pintxos, wie sie in der baskischen Sprache heißen, sind verwandt mit den klassischen Tapas. Im Baskenland, vor allem in San Sebastián, das Seebad und Feinschmecker-Paradies an der Atlantikküste, hat die kleine Vorspeise ihren Ursprung. Es gibt aber einige Besonderheiten, durch die sich die baskische Variante von Tapas unterscheidet. Die Pintxos sind aufwändiger zubereitet, Brotscheiben oder Tortillas bilden die Grundlage und die köstlichen Zutaten stecken auf einem Holzspieß. Die Einheimischen lieben es von einer Bar zur nächsten zu ziehen – Treffpunkt um zu futtern, Wein zu trinken und sich zu unterhalten.

In der Altstadt von San Sebastián gibt es unzählige Pintxos-Bars, darunter die kleine Bar Borda Berri. Hier gibt es kein Buffet wo man sich selber bedient, sondern man bestellt kleine Gerichte von einer übersichtlichen Wandtafel. Besonders lecker sind die verschiedenen Fleischgerichte, wie z.B. Rinderbäckchen.

La Cuchera de la San Telmo, direkt neben dem Museum San Telmo, ist sowohl unter den Einheimischen als auch Touristen beliebt. Auch hier geht es eng wie in einer Sardinenbüchse zu. Wie im Bord Berri bestellt man zu Bier oder Wein die kleinen Gerichte. Hervorragend das Entrecôte und der Tintenfisch.

Zeruko ist die klassische Pintxos-Bar in San Sebastián. Man wählt seine Pintxos vom üppigen Buffet und bekommt sie dann auf dem Teller serviert. Die Pintxos sind aufwändig zubereitet und wurden bereits vielfach ausgezeichnet. Mit traditionellen Pintxos haben diese kleinen Kunstwerke nicht viel gemein.

Zu den besten Pintxos-Bars in San Sebastián gehört auch die Bar Nestor, direkt gegenüber der Bar Zeruko. Hier gibt es leckere Pimientos de Padrón (siehe Bild unten), Tomaten in Olivenöl, die beste Tortilla und Riesensteaks.

BarNestor




Hallo, und Willkommen in meinem Blog. Wenn Du mehr wissen möchtest, dann schau auf meiner Website vorbei.

Kategorien

Neueste Kommentare

Archiv