Archiv für Oktober 2017

6 Tage in Paris, Teil 2

 

2. Tag: Le Marais
Noch bevor Paris erwacht, mache ich mich auf dem Weg ins Marais. Auf der Rückseite der Pfarrkirche Saint-Gervais liegt die Rue des Barres. Eine fotogenes Motiv umgeben von Bistros, Cafés und Galerien.

 

Die Franzosen haben eine ausgeprägte Kaffeekultur und legen viel Wert auf eine gute Tasse Kaffee. Unter einem Café versteht man in Frankreich allerdings etwas anderes als hierzulande. Wenn man in Frankreich einen Café bestellt, bekommt man einen Espresso. Ein Café au Lait ist quasi ein Cappuccino, und die teuerste Wahl.

 

Das Marais war die erste jüdische Siedlung in Paris und ist heute noch das jüdische Viertel der Stadt. Georges-Eugène Haussmann hat das Stadtbild von Paris im 19. Jahrhundert modernisiert und unter anderem die sternförmigen Straßen rund um den Arc de Triomphe anlegen lassen. Das Marais hingegen hat seine radikalen Modernisierungen unbeschadet überstanden. Einige Villen und Stadtpaläste aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden später in Museen umgewandelt, darunter die Museen Picasso und Carnavalet. Nachdem das Museum Picasso jahrelang für Renovierungsarbeiten geschlossen war, ist nun das Museum Carnavalet an der Reihe – voraussichtliche Wiedereröffnung im Jahr 2020. Das Carnavalet kenne ich bereits und auf Picasso habe ich heute keine Lust.

 

Die Rue des Rosiers, gesäumt mit Cafés, Restaurants, Boutiquen und Feinkostläden, ist eine belebte Straße im Marais. Am östlichen Ende der Straße sind es nur ein paar Schritte bis zum Place des Vosges. Es ist nicht nur einer der ältesten Plätze, sondern auch der schönste Platz in Paris. Ich spaziere durch die Arkaden hindurch und bewundere die wunderschönen Fassaden aus rotem Backstein. Unter der Adresse 9 Place des Vosges ist auch das 3-Sterne-Restaurant L’Ambroisie zuhause. Village Saint Paul ist ein idyllisches Viertel im Marais. Kleine Gassen, Plätze und Innenhöfe in einer autofreien Zone. Hier haben sich viele Künstler und Antiquitätenhändler niedergelassen.

 

Anschließend besuche ich die Chocolaterie Jacques Genin in der Rue de Turrene. Im Erdgeschoss befinden sich die Auslagen und Sitzplätze zum Naschen. Eine Wendeltreppe führt hinauf in die erste Etage zur Schokoladen-Manufaktur. Alleine vom Hinsehen bekommt man Lust auf Schokolade. Es gibt u.a. einen Zitronenkuchen und Orangen-Pampelmuse-Zitronensaft.

 

Südlich vom Marais befindet sich die Rue Crémieux. Mit bunt gestrichenen Häusern ähnelt die Straße der Portobello Rd im Londoner Stadtteil Notting Hill. Die Straße hieß ursprünglich Avenue Millaud, sie wurde aber 1897 zu Ehren von Adolphe Crémieux umbenannt, einem historischen Verteidiger der Menschenrechte für Juden. Die Rue Crémieux ist meine Nr. 1 unter den schönsten Straßen in Paris. Erwähnen möchte ich noch meine Nr. 2 Rue des Thermopyles, die ich aber dieses mal nicht aufsuchen werde.

 

Am Abend besuche ich das 3-Sterne-Restaurant Le Cinq.

6 Tage in Paris, Fortsetzung Teil 3.

Advertisements

La Bourse et La Vie

 

Ich besuche das La Bourse et La Vie, die Nummer eins von Paris by Mouth. Auch in diesem Bistro gilt, ohne Reservierung hat man keine Chance einen Platz zu ergattern. Ich finde es sehr gemütlich in dem kleinen Bistro mit seinen 29 Sitzplätzen. Küchenchef Daniel Rose, ein US-Amerikaner, steht für die Cuisine Bourgeoise. Sie unterscheidet sich von der rustikalen Bistro-Küche durch eine raffiniertere Zubereitung und hohe Produktqualität. Alles wird frisch zubereitet, nichts kommt aus der Mikrowelle oder Tiefkühltüte.

Fünf Vorspeisen, fünf Hauptgänge und drei Nachspeisen stehen auf der Karte. Ich bestelle drei Gänge. Die Vorspeise Lauch mit Haselnüssen (11 €) sieht nicht nur lecker aus, sondern schmeckt auch gut (7/10).

 

Das Hauptgericht Pot-au-feu (32 €) ist ein klassisch französischer Eintopf und wird in einem Kupfertopf serviert. Dazu gibt es noch einen wunderbar knusprigen Kalbskopf mit Sauce Gibriche.

 

In einer fein duftenden Fleischbrühe liegt ein Rindermarkknochen zum auslöffeln, Kalb- und Rindfeisch, Rosenkohl, Karotten, Lauch, Sellerie, Kartoffel und frische Kräuter.

 

Das wunderbar intensive Aroma erfreut jedes kulinarisches Herz. Das beste Pot-au-feu, dass mir jemals untergekommen ist (8/10).

 

Ich gönne mir noch eine leckere Karamellcreme (8 €). Das Dessert (7,5/10) ist der  Abschluss im La Bourse et La Vie. Très bon!

 

Das La Bourse et La Vie zähle ich neben Juveniles zu den besten Bistros in Paris.

Speisen: 7,5
Service: 7
Ambiente: 6,5

 

La Bourse et La Vie
12 Rue Vivienne
75002 Paris

Restaurant Le Cinq

Haute Cuisine
Die französische Haute Cuisine hat ihren Ursprung im 17. Jahrhundert. Die klassische Speisenfolge mit Suppe, Hauptgang und Dessert, sowie die mehrgängigen Menüs, wurden in Frankreich erfunden. Marie-Antoine Carême gilt als Wegbereiter der Haute Cuisine zu Beginn des 19. Jahrhundert. Er verfeinerte die französische Esskultur und legte großen Wert auf das Anrichten der Speisen. Auguste Escoffier war der größte Koch Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Escoffiers Rezepte sind weltberühmt. Wer kennt nicht Seezunge in Weißweinsauce oder Pfirsich Melba? Fernard Point prägte die Nouvelle Cuisine, die sich unter anderem dadurch definiert: Frische der Zutaten, möglichst kurze Garzeiten und Bewahrung des Eigengeschmacks. Den Weltruhm erntete sein Schüler Paul Bocuse.

Einer der einflussreichsten Köche ist Alain Ducasse. Er revolutionierte die französische Haute Cuisine mit seinem mediterranen Kochstil und prägt die Spitzengastronomie bis heute. Ein cleverer Geschäftsmann ist der mittlerweile 61-jährige ebenfalls. Ducasse exportierte die französische Haute Cuisine in alle Welt und herrscht heute über ein riesiges Imperium von 26 Restaurants, diverse Publikationen und Ausbildungsstätten. Alain Ducasse unterstützte auch die Kampagne, dass die französische Küche von der Unesco zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurde.

Die Pariser Spitzengastronomie ist die teuerste der Welt. Drei- bis viergängige Mittagsmenüs kosten rund 150 €, Abendmenüs sind doppelt so teuer und à la carte wird es erst richtig teuer! So hervorragend die Haute Cuisine auch sein mag, es bleibt leider ein flüchtiges Vergnügen. Nur wenige Kompositionen haben sich in mein kulinarisches Gedächtnis eingebrannt, darunter unter anderem Wolfsbarsch auf Kaviar im L’Ambroisie oder Millefeuille im Martín Berasategui.

Das Four Seasons George V (244 Zimmer/Suiten) ist neben dem Le Bristol und Plaza Athénée eins der drei großen Luxushotels in Paris. Während des Zweiten Weltkriegs war es das Hauptquartier von General Eisenhower. Unter den vielen prominenten Gästen waren auch die US-Präsidenten Richard Nixon und Jimmy Carter. Das Spitzengastronomie ein knallhartes Geschäft ist, dürfte unter Restaurantkennern bekannt sein. Im Zuge eines Managementwechsel wurde 2014 der langjährige Küchenchef Eric Briffard entlassen. Zwei Sterne waren auf Dauer nicht genug Prestige für eins der angesehensten Häuser in Paris. Nachdem Christian Le Squer (vormals 3-Sterne-Restaurant Ledoyen) den Posten von Briffard übernommen hatte, war es dann 2016 endlich soweit und das Le Cinq darf sich mit dem dritten Stern schmücken. Das Four Seasons George V ist das einzige Hotel in Europa, wo alle drei Hotelrestaurants vom Guide Michelin ausgezeichnet wurden – ein Stern für Le George und L’Orangerie, sowie drei Sterne für Le Cinq.

 

lecinq_1

 

Beim Betreten des Hotels erstarrt man fast in Ehrfurcht vor dieser Opulenz. Marmor und Blumen wohin das Auge blickt. Die Blumenbouquets sind die schönsten, die ich bisher in einem Hotel gesehen habe. Verantwortlich dafür ist der Amerikaner Jeff Leatham mit seinem siebenköpfigen Team. Durch ein schmiedeeisernes Portal werde ich in den Speisesaal geführt. Der erste Eindruck ist nicht gerade positiv. Der Saal mit seinen 60 Sitzplätzen wirkt altbacken dekadent. Die vier raumhohen Palmen wirken wie ein Fremdkörper und passen nicht zu diesem durchaus gemütlichen Ambiente. Zwar herrscht nicht die drangvolle Enge wie im Arpège, aber mehr Privatsphäre würde auch nicht schaden. Die stilvolle Eleganz eines Epicure, L’Ambroisie oder Le Meurice suche ich hier vergebens, vom Alain Ducasse au Plaza Athénée will ich erst gar nicht reden. Aber ich bin hier um zu speisen und nicht um die Dekoration zu bewerten.

 

lecinq_2

 

Die Speisekarte ist sehr übersichtlich und wird wie überall üblich saisonal angepasst. Nur selten finden sich neue Kompositionen auf der Karte. Der Grund sind die sogenannten „Signature-Gerichte” mit denen Christian Le Squer berühmt geworden ist. Die ausländischen Gäste kommen vor allem wegen dieser Klassiker und erwarten eine gewisse Kontinuität. Die zahlungskräftige Klientel bekommt die französische Speisekarte auch in englisch, japanisch, chinesisch und russisch vorgelegt. Die Speisekarte in deutsch gibt es nicht, aber irgendwie auch verständlich.

 

Our „mises en bouche“
fine scallops mousse, crunchy buckwheat pancake, truffled celery water

Gratinated Onions  
contemporary / “parisian style”

Line-fished Sea Bass 
caviar / buttermilk from my childhood

Cepsmushrooms / ham 
truffle spaghetti

Dairy Iced 
baking powder tast

Crunchy Grapefruit 
preserved and raw

 

Als Aperitif wähle ich ein Glas Rosé Champagner, ein anderes Getränk wäre auch eine Sünde. Das 9-Gänge-Menü klingt einladend, aber beim ersten Besuch halte ich mich doch an die Klassiker. Ein Pinot Noir aus Morey-Saint-Denis begleitet mich durch den Abend.

lecinq_15

 

Das erste dreiteilige Amuse Bouche (Mousse, Cracker und Wasser) finde ich gelinde gesagt langweilig (8). Das zweite Amuse Bouche ist schon besser (8,5/10).

lecinq_3

lecinq_5

 

Der erste Gang nennt sich „Gratinée d’Oignons” (70 €). Das klingt nicht unbedingt nach Haute Cuisine, entpuppt sich aber als eine der besten Gerichte, die ich seit langem gegessen habe. Auf dem Teller liegen gratinierte Zwiebelkugeln gefüllt mit Zwiebelbouillon, geschmorte Parmesan- und Zwiebelstücke, schwarze Trüffelemulsion in einem dickflüssigen Jus. Der intensive, leicht süßliche Geschmack passt hervorragend dazu (9/10).

lecinq_6

 

Der erste Hauptgang ist „Bar de Ligne“ oder Seebarsch mit Kaviar (135 €). Der Teller ist puristisch angerichtet, Konzentration auf das Wesentliche. Die salzige Textur von Kaviar harmoniert sehr gut zur milden Buttermilchsauce. So stelle ich mir eine auf wenige Produkte reduzierte Komposition vor (9/10).

lecinq_7

 

Eines von Le Squers berühmtesten Gerichte ist „Spaghetti en Timbale Truffée” (130 €). Diesen Klassiker hat Le Squer aus seiner Zeit im Restaurant Ledoyen mitgebracht. Die Timbale ist mit einer Trüffel- und Kalbsreduktion glasiert und umgeben von einer Trüffel- und Sahnesauce. Als ich die Timbale aufschneide, strömt mir der herrliche Duft von Trüffeln entgegen. Innerhalb der Form befindet sich Schinken, schwarze Trüffeln und Artischocken. Diese Komposition setzt alle kulinarischen Glücksgefühle, ein Gericht für die Ewigkeit (10/10).

 

lecinq_8

 

Ein fünfteiliger Käseteller mit Früchtebrot beschließt die Hauptgänge. Eine sehr gute Auswahl, richtig temperiert und beste Reife (9,5).

 

lecinq_9

 

Ein zweiteiliges Pre-Dessert (9) leitet zu den Desserts über.

lecinq_11

lecinq_12

 

Nachdem gerade das Pre-Dessert abgeräumt wurde, wird auch schon das erste Dessert serviert. Man möchte doch mal Luft holen, das ist viel zu schnell. „Givré Laitier” (35 €) ist ein Klassiker von Christian Le Squer. Das kunstvoll arrangierte Gebilde besteht aus Meringue, Mandeln, weiße Schokolade, Milchcrème und Milcheis. Ein köstliches Zusammenspiel zarter Aromen (10/10).

 

lecinq_10

 

„Croquant de Pamplemousse” (38 €) ist ein weiteres Signature-Dessert – rohe und konfierte Pampelmuse mit Sorbet und Krokant. Eine handwerklich perfekte Kür, aber es erreicht nicht das Intensität des vorherigen Dessert. Hier vermisse ich Kontrast zur säuerlichen Textur (8/10).

lecinq_13

 

Am Ende gibt es noch Schokolade und Gebäck. Nicht irgendein Gebäck, sondern Kouign-Amann. Dieses Gebäck ist eine bretonische Spezialität und besteht aus Hefeteig, Butter und Zucker. Der Teig wird wie ein Blätterteig gefaltet und mit Zucker bestreut. Durch das Backen entsteht die feine karamellisierte Kruste. Grandiose Patisserie (9,5/10). Ich bin so gesättigt, ich schaffe nur zwei Bissen. Ich bekomme zwei Stück von dem köstlichen Gebäck und Karamellbonbons zum mitnehmen.

lecinq_14

 

Christian Le Squer gelingt es spielerisch seine klassisch französische Haute Cuisine mit modernen Elementen zu kombinieren. Die Gerichte sind farbenfroh komponiert, wie ich sie in dieser Form noch nicht gesehen habe. Der Speisesaal könnte dagegen ein frisches Dekor vertragen. Knapp 487 € macht am Ende die Rechnung, dabei wurde ein Dessert vom sonst  aufmerksamen Service vergessen zu berechnen. Eine niedrige Rechnung wäre ein Grund zum freuen, aber so ein Fehler darf in einem 3-Sterne-Restaurant nicht passieren.

 

Speisen: 9
Service: 8,5
Ambiente: 7

 

Le Cinq @ Four Seasons George V
31 Avenue George V
75008 Paris

Restaurant Shang Palace

Grandios ist die Aussicht von der Terrasse im Hotel Shangri-La. Hier ist der Eiffelturm fast zum Greifen nahe. Leider ist die Bar nur von Juli bis Mitte September geöffnet. Wer unbedingt diese Aussicht genießen möchte, egal zu welcher Jahreszeit, muss nur ein Zimmer mit Terrasse buchen. Kein billiges Vergnügen mit 1.330 € pro Nacht. Das Shangri-La soll ein sehr gutes chinesisches Restaurant haben. In Paris in ein chinesisches Restaurant gehen? Warum nicht. Die chinesische Küche wird grob in acht Regionalküchen unterteilt – in Paris geht man nicht zum Chinesen, sondern ins Kanton-, Shanghai-, Sichuan- oder Yunnan-Restaurant. Hierzulande dominieren immer noch die All-You-Can-Eat-Buffets. Das kulinarische Desinteresse ist auch ein Grund, warum die chinesische Küche in Deutschland so miserabel ist. Da ist mir der Thailänder oder Vietnamese um die Ecke viel sympathischer.

 

Das Shang Palace ist das einzige chinesische… pardon, kantonesische Restaurant in Paris, das mit einem Stern vom Guide Michelin ausgezeichnet wurde. Shang Palace ist der geläufige Name für asiatische Restaurants, die sich auf die kantonesische Küche spezialisiert haben. Am Eingang zum Speisesaal stehen große Stehvasen und wandhohe Raumteiler. Beleuchtete Jade-Säulen und Kronleuchter sorgen für ein warmes Ambiente. Chef de Cuisine Samuel Lee legt großen Wert auf eine authentische Zubereitung. Die Speisekarte umfasst 77 Gerichte, unterteilt in Vorspeisen, Suppen, Barbecue, Seafood, Fleisch, Geflügel, Gemüse, Reis- und Nudelgerichte, Dessert. Ich bestelle sechs Gänge…

 

Wonton Soup – shrimp, pork and black mushroom dumplings poached in a traditional Cantonese clear broth

Barbecued pork spare-ribs with honey

Sea scallops sautéed with glass noodles

Fried rice with crab meat, shrimps, chicken, roasted duck Cantonese style, mushrooms, asparagus, steamed in a lotus leaf

Chilled mango cream with pomelo and sago

Rice balls with mixed fruits and whipped cream

 

Das Amuse Bouche aus marinierten Gemüsestreifen ist allenfalls mittelmäßig (6/10). Es folgt eine Wonton Suppe (26 €). In einer klaren Brühe liegen Teigtaschen gefüllt mit Shrimps, Schwein, Pilze, und Pak Choi. Die feinwürzige Suppe schmeckt schon viel besser (7/10).

paris_11

 

Der nächste Gang sind Barbecue Spare-Ribs (32 €). Die in Honig marinierten Ribs sind aromatisch und die milde Schärfe passt sehr gut zur süßlichen Sauce, aber das Fleisch könnte eine Spur zarter sein (7/10).

 

Jakobsmuscheln liegen auf einem Bett von Glasnudeln (30 €). Die Muscheln haben genau den richtigen Biss und schmecken nach Meer. Diese halbe Portion ist sehr fein (7,5/10).

paris_13

 

Der nächste Gang ist eine halbe Portion Brauner Reis mit Shrimps, Huhn, Ente, Spargel und Pilze in einem Lotusblatt (15 €). Geschmackvoll mit intensiv duftendem Aroma. Da hätte ich doch lieber eine ganze Portion bestellen sollen (7,5/10).

 

Mit zwei Desserts lasse ich das Abendessen langsam ausklingen. Mango-Creme (14 €) und Reisbällchen gefüllt mit Mango, Melone und Sahne (12 €). Ein süßer, aber eher langweiliger Abschluss (beide 6/10).

 

Das Shang Palace ist kein günstiges Restaurant. Einschließlich Getränke stehen am Ende 160 € auf der Rechnung. Richtig überzeugend war das Abendessen nicht. Natürlich besser als der Chinese zuhause, aber es geht schon noch viel besser. Dazu muss man schon nach Hongkong oder Shanghai fliegen.

Speisen: 7
Service: 8
Ambiente: 8,5

Shang Palace @ Shangri La
10 Avenue d’Iéna
75116 Paris, Frankreich

6 Tage in Paris, Teil 1

 

Prolog
Sechs Tage in der schönsten Stadt der Welt. Eine Street-Tour durch Paris abseits der überlaufenen Sehenswürdigkeiten. Nirgendwo in die Schlange einreihen, weder am Eiffelturm, Notre Dame, Louvre oder sonst wo. Ein Schwerpunkt dieser Reise sind die schönsten Straßen von Paris. Das authentische Paris findet man nur noch an wenigen Orten, aber es gibt sie… die kleinen Oasen in Paris.

Als Foodie hat man es nicht einfach in Paris, heute noch ein Geheimtipp, morgen schon vergessen. Sechs Sterne-Restaurants in sechs Tagen mache ich auch nicht alle Tage. Spontan besuche ich solche Restaurants selten. Schon gar nicht wenn ich weiß, wie schwindelerregend teuer es werden kann. Reservierungen sind teilweise umständlich, hier kocht jedes Restaurant sein eigenes Süppchen. Gott sei Dank muss man kein Prepaid-Ticket erwerben, wie es mittlerweile in amerikanischen Spitzenrestaurants üblich ist. Ich lese keine Print-Reiseführer, die bereits nach dem Erscheinen überholt sind. Ich tausche mich mit Gleichgesinnten aus oder stöbere in Blogs, u.a. Paris Food Affair, Lost in Cheeseland oder Paris by Mouth.

paris_2

 

1. Tag: Ankunft
Nach der Ankunft am Flughafen CDG hole ich mir ein 6-Tages-Ticket. Eine halbe Stunde dauert die Fahrt bis zur Station Châtelet-Les Halles. Es ist der größte unterirdische Bahnhof der Welt, hier treffen fünf Metro- und drei Zuglinien aufeinander. Die Wege sind so unübersichtlich angelegt, dass ich immer froh bin, wenn ich aus diesem Labyrinth herauskomme. Das Novotel Paris les Halles ist mein Lieblingshotel in der Innenstadt, wenn ich direkt vor dem Hotel einen Metro-Zugang brauche.

 

Die Rue Montorgueil ist die Foodie-Straße in Paris, ein letztes Überbleibsel des alten Hallenviertels von Paris. Hier befand sich einst der Pariser Großmarkt. Während der Großmarkt 1969 aus Platzgründen nach Rungis umziehen musste, blieb die Rue Montorgueil bestehen. Unzählige Cafés, Bistros, Bäckereien Patisserien, Feinkost- und Blumenläden findet man entlang dieser überwiegend autofreien Straße. Eine lebendige Markstraße zum flanieren und vor allem um eines der Bistros zu besuchen.

 

Paris by Mouth favorisiert in der Kategorie „Klassische Bistros” das La Bourse et La Vie, vor Juveniles und L’Assiette. Das Juvineles in der 47 Rue de Richelieu ist mein Lieblingsbistro, zudem hat es eine ausgezeichnete Weinauswahl. Man kann dort sehr gut und günstig essen. Das Tagesgericht, ein Glas Rotwein und Café, macht zusammen 16,50 €. Heute ist es Seehecht mit Blumenkohl-Püree, Dinkel, Kapern und Gemüse in Haselnussbutter (7,5).

 

Ich bestelle noch extra ein Dessert dazu… Apfel geröstet in Honig, Zitrone, Rosemarin und Mandelkuchen mit Mascarpone-Sahne (8/10). Küchenchef Romain Roudeau beweist mir wieder, dass das Juveniles zu den besten Bistros in Paris gehört.

 

Aussichten
Ich gehe gerne in die Pariser Feinkostläden shoppen, gelegentlich auch mal in eines der großen Kaufhäuser. Quatre Temps im Viertel La Défense ist ein Touristenmagnet und das meist besuchte Kaufhaus in Paris. Das 2014 eröffnete Einkaufszentrum Beaugrenelle mit über 120 Läden und Restaurants ist ebenfalls eine gute Adresse. Dazu kommen die beiden Luxuskaufhäuser Galeries Lafayette und Printemps Haussmann. Die beiden historischen Häuser bieten zudem eine 360-Grad-Aussicht auf der Dachterrasse. Erwähnenswert ist noch das unterirdische Einkaufszentrum Forum des Halles mit 160 Läden. Im April 2016 wurden die sechsjährigen Umbaumaßnahmen am Forum des Halles abgeschlossen. Das Einkaufszentrum, direkt am Novotel les Halles, hat nun eine zusätzliche Etage mit einem futuristischen Dach. Eine moderne Architektur, wenn auch die bekannten Probleme, wie niedrige Deckenhöhe und Unübersichtlichkeit, nicht behoben sind. Chapeau, wer sich dort auf Anhieb zurechtfindet.

Ich suche die 59 Rue de Rivoli auf. Wenn man das Gebäude betritt, taucht man in eine Künstlerwelt ein. Wände und Treppenhaus sind übersät mit Malereien, Zeichnungen und Plakate. Allein das Treppenhaus ist ein einziges Kunstwerk. Auf jeder der Etagen befinden sich Ateliers, wo man die Künstler bei ihrer Arbeit zusehen kann. Fünfzehn feste Künstler und fünfzehn wechselnde Künstler stellen ihre Werke vor. Ich unterhalte mich mit Amy Hamblin aus Seattle, die für sechs Monate ein Atelier belegt.

 

Am Nachmittag ist Stop & Go entlang der Rue de Rivoli und direkt an der Hauptverkehrader entlang der Seine. Die Menschen in den Straßencafés können einem leid tun – bekommen sie doch eine hohe Dosis stinkender Autoabgase verpasst. Es stinkt so stark nach Kohlenmonoxid, dass ich schnell das Weite suche.

 

Es gibt ein Dutzend Dachterrassen mit wunderschöner Aussicht auf Paris. Meine Top-3-Adressen sind La Terrasse im Hotel Raphael, die Bar Le Perchoir und die Bar à ciel ouvert by Krug im Hotel Shangri-La. Im Hotel Raphael kann man Filmgeschichte spüren. Berühmte Filmstars haben hier übernachtet, u.a. Grace Kelly, Clark Gable, Steve McQueen, Audrey Hepburn, Roger Moore, Gary Grant, Marlon Brando u.a. Von der Dachterrasse blickt man auf den Eiffelturm, Arc de Triomphe und Montmartre. Die Bar Le Perchoir in der Nähe der Rue Oberkampf bietet ebenfalls eine tolle Aussicht auf die Dächer von Paris. Bevor ich zum Shangri La laufe, schaue ich noch am Trocadéro vorbei. Es ist einer der schönsten Plätze um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Die Silhouette des Eiffelturms zeigt sich in der rötlich-blauen Abendhimmel.

Anschließend laufe ich im zum Hotel Shangri La und gehe dort ins Restaurant Shang Palace.

6 Tage in Paris, Fortsetzung Teil 2.

Restaurant Quo Vadis

 

Wir besuchen das Quo Vadis in der Nürnberger Nordstadt. Das alteingessene Szene-Restaurant offeriert gehobene italienische Küche. Die Inneneinrichtung ist durchaus gemütlich. Wir bestellen eine Kürbissuppe für 7,50 € und Spaghetti dello Chef für 11 €.

 

Die Kürbissuppe (5/10) sieht zwar ansprechend aus, schmeckt aber fad. Von Kürbis schmecke ich fast gar nichts. Unter einer Schicht Rucola ist das Nudelgericht verborgen. Geschmacklich allenfalls Fertiggerichtniveau (4,5/10).

 

Es tut mir leid Quo Vadis, aber die Küche war schon mal viel besser. Wenigsten das Glas Bardolino kann überzeugen. Der Service ist eher von der unaufmerksamen Sorte. Fazit: Das Quo Vadis sieht uns so schnell nicht wieder.

Speisen: 5/10
Service: 5,5/10
Ambiente: 7/10

Quo Vadis
Elbinger Str. 28
90491 Nürnberg

Restaurant China Star

Das chinesische Restaurant China Star in Fürth gibt es gefühlt schon seit Jahrzehnten. Gott sei Dank gibt es hier kein All-You-Can-Eat-Buffet, sondern man wählt à la carte.

Die Frühlingsrolle kommt nicht aus der Tiefkühltruhe und wird frisch zubereitet. Der Teig ist knusprig und die Füllung aus Gemüse und Hackfleisch saftig (6,5/10).

 

Geröstete Ente findet man in jedem China Restaurant. Dieses Exemplar ist gut, wenn auch das Gemüse etwas zu mild gewürzt ist (6/10).

 

China Star
Schwabacher Str. 265
90763 Fürth




Hallo, und Willkommen in meinem Blog. Wenn Du mehr wissen möchtest, dann schau auf meiner Website vorbei.

Kategorien