Archiv für Dezember 2018

Weihnachtsmenü 2018

sa_1sa_2sa_3sa_4sa_5sa_6sa_7sa_8sa_9

 

Speisen: 6,9/10
Service: 7/10
Ambiente: 7,5/10

Der Schwarze Adler
Kraftshofer Hauptstr. 166
90427 Nürnberg

 

Werbeanzeigen

Feuer

s_1


Am letzten Abend in San Francisco besuche ich das Restaurant Saison. Neben Manresa und SingleThread stand dieses Restaurant ganz oben auf meiner Liste. Das Saison gehört heute zu den weltweit besten Restaurants. Dabei begann alles im kleinen Rahmen. Joshua Skenes startete das Saison als Pop-up, geöffnet nur am Wochenende. Die Qualität seiner eigenwilligen Kreationen sprach sich schnell herum. Vom Lob der Gäste und Presse beflügelt, wandelte Skenes sein Wochenendprojekt in ein richtiges Restaurant. 2013 zog das Saison in das Viertel SoMa um. Im Juni 2018 übernahm Laurent Gras den Posten des Chefkochs.

Rückblick 8/2018: Bei tropischen Sommertemperaturen sitze ich vor dem Bildschirm. Ich bin in meinem Tock-Account eingeloggt und warte aufgeregt. An jedem Monatsersten wird das Buchungsfenster um 9 Uhr (PST) freigeschaltet. Einen Tisch für eine Person im Saison zu reservieren, ist ein Glücksspiel, denn es wird nur eine einzige (!) Reservierung pro Abend vergeben. Ich gebe Personenanzahl und Datum ein… ein paar Sekunden später wird die Reservierung bestätigt.

Das Drei-Sterne-Restaurant befindet sich in einem ehemaligen Fabrikgebäude aus dem Jahr 1888. Der 12 Meter hohe Raum wirkt wie eine Kathedrale mit Blick auf die offene und direkt in den Speiseraum übergehenden Küche. Hier spielt ein riesiger Grill die Hauptrolle, denn im Saison gibt es kaum etwas, das nicht mit Feuer oder Grillhitze in Berührung kommt. Bis zu 26 Gäste können in der Küche sitzen und weitere 14 Gäste zwischen Salon und Bar.

s_2

 

Das Konzept von Laurent Gras klingt spannend: „Our menu is constantly evolving, yet always abides by a few simple constants. All of our cooking revolves around open wood fire. We work with a small group of fisherman, hunters, gatherers, ranchers, and farmers to find and follow microclimates that produce specific tastes from wild foods. Lastly, we steer clear of imported and commercial goods, opting instead to build our own pantry through patient harvesting and preservation.“ Ob das der kulinarische Höhepunkt dieser Reise wird?

s_4

 

Der Dress Code passt: „We welcome guests to come as they are.“ Wunderbar, ich kann das Jacket im Koffer lassen und komme mit Shirt und Jeans. Lauffreundlich muss ich vom Hotel nur die Straße überqueren. Die Einrichtung im Industriedesign ist umwerfend. Viel dunkles Holz, unverputzte Backsteinwände, Stahlträger, dezente Raumteiler usw. Das alles untermalt mit Pop Musik aus den 80er Jahren. Joshua Skenes ist passionierter Jäger und einige seiner Jagdtrophäen hängen an den Wänden. In dieser Erlebnisatmosphäre fühle ich mich pudelwohl. Es ist jedenfalls einer der coolsten Speiseräume, die ich bisher besucht habe. 

Das Discovery Menu kostet 388 $. Der Kellner bietet mir als Option „Saison Private Batch Caviar“ an. Ich lehne dankend ab, Kaviar gab es die vergangenen Tage zu Genüge, dafür wähle ich optional das Miyazaki A5 Wagyu. Als Aperitif wird kein Schampus angeboten, sondern Tee aus frischen Kräutern. Ich bestelle dennoch noch ein Glas Champagner.

s_21

 

Striped Horse Mackerel

s_6

Es gibt auch keine Snacks, sondern es geht direkt mit dem ersten Gang los. Die Makrele ist ein sehr guter Anfang, haut mich aber jetzt nicht unbedingt vom Hocker. Ein bisschen zu einfältig für Drei-Sterne-Küche (8/10).

 

Grilled California King Crab

s_7

Die gegrillte King Crab hebt das Niveau jetzt stark an, das ist jetzt Weltklasse. Nussig, fischig im Geschmack mit einer herausragenden Produktqualität (10/10).

 

Cauliflower from the Wood Oven

s_8

Blumenkohl klingt so einfach, aber was die Küche daraus macht, ist unglaublich, dazu gibt es noch eine Sauce aus Dill und Tabasco. Feinste Röstaromen machen aus dem Blumenkohl ein sensationell gutes Gericht (9/10).

 

Sea Urchin on Grilled Bread

s_9

Es folgt Seeigel auf Brot, das „Signature-Gericht“ von Joshua Skenes. Seeigel aus Fort Bragg auf einem Brotpudding – hergestellt aus geröstetem Tartine-Bakery-Sauerteigbrot, das mit einem Saft aus Brot, gebräunter Butter und Eigelb bestreut wurde. Das Brot ist an manchen Stellen leicht geröstet und karamellisiert, an anderen Stellen butterweich. Das warme Brot und der kalte Seeigel ergeben einen sensationellen Kontrast. Umami-reich und mit einer himmlischen karamellisierten Süße. Ein unbeschreiblich knuspriger und weicher Gaumengenuss. Das beste Fingerfood, dass ich je gegessen habe (11/10).

 

King Salmon Cured Over Sake Lees

s_10

Lachs hatte ich viel auf dieser kulinarischen Reise, aber diese Version schlägt alle. Fantastisch.

 

Barbecue Celtuce

s_11

Celtuce ist ein Salat, der keine Köpfe oder Herzen bildet, sondern dicke lange Stängel ähnlich dem Staudensellerie. Die Röstaromen sorgen für einen intensiven Geschmack, aber es fehlt ein Kontrapunkt. Somit finde ich diesen Gang etwas eintönig (8,5/10).

 

Whole Radish

s_12

Rettich ist wieder ein einfaches Produkt, aber hier hervorragend umgesetzt. So intensiv habe ich selten Rettich wahrgenommen (10/10).

 

Millbrook Farm Venison

s_13

Anstatt Barbecue Täubchen bekomme ich ein Stück Reh mit gegrillter Avocado und Cracker. Eine eigenwillige Kreation, aber alle Produkte harmonieren geschmacklich wunderbar zusammen (9/10).

 

Miyazaki Wagyu w/  Terriyaki Sauce

s_14s_22

 

Das A5 Wagyu hat eine hohe Marmorierung und könnte nicht besser sein. Qualität und Garung des Fleischs ist perfekt. Das Wagyu schmilzt regelrecht auf der Zunge. Das mit Abstand beste Wagyu, dass ich in USA gegessen habe (10/10).

 

Warm Cordycep Broth

s_15

s_16

 

s_19

 

Apple, Quince and Raspberry

s_17

s_18

Smoked Sundae

s_20

Mit einem Gläschen Dessertwein geht es zu den Desserts über. Das Erste ist ein Sorbet mit Kombucha, dazu gibt es noch Himbeeren auf Himbeerragout. Ich frage mich, ob die Himbeeren aus dem Labor kommen. Jede Himbeere weist den gleichen Geschmack und Konsistenz auf. Egal, geschmacklich wunderbar aromatisch. Das letzte Dessert ist Milcheis mit einer rauchig duftenden Karamellsauce. Beide eine 10/10.

Berauscht von diesem Menü laufe ich glückselig zurück ins Hotel. Ein grandioser kulinarischer Abschluss und das beste Restaurant auf dieser kulinarischen Reise.

Speisen: 10
Service: 10
Ambiente: 9,5

Saison
178 Townsend St
San Francisco
CA 94107, USA

Asian Fusion


benu_2.jpg

 

Corey Lee, geboren in Seoul, ist Eigentümer und Chefkoch im Restaurant Benu. Nach verschiedenen Stationen bei berühmten Köchen war er fast 10 Jahre in der French Laundry tätig. 2010 eröffnete er sein eigenes Restaurant im Herzen vom SoMa. Es galt sofort als eines der besten Restaurants der Bay Area und erhielt bereits nach dem ersten Jahr zwei Michelin Sterne. Seit 2015 hält das Benu drei Sterne. 

benu_1

 

Kurz vor 20.30 Uhr stehe ich vor dem Restaurant. Durch die großen Fenster kann ich die 15 Köche bei der Arbeit zusehen. Das Benu befindet sich in einem unscheinbaren Ziegelgebäude, dass man durch einen Innenhof betritt. An der Einrichtung hat sich in dem 66 Plätze fassenden Speisesaal seitdem nicht viel verändert, minimalistisch inspiriert vom Kaseski-Stil aus Japan. Die jazzige Hintergrundmusik kommt nicht von der Festplatte, sondern von einem Plattenspieler. Sehr originell.

benu_3

 

Thousand-Year-Old Quail Egg, Potage and Preserved Ingwer

benu_4.jpg

Der erste Gang heißt „Small Delicacies” und besteht aus acht kleine Gänge. Den Auftakt macht ein „Tausend Jahre altes Wachtelei.“ Nun gut, Tausend Jahre ist das Ei nicht alt. Der Herstellungsprozess verläuft sechs Wochen bis die Marinierung das Ei in eine braune gelartige Textur verwandelt hat. Warm serviert wird es mit einer leichten Potage aufgegossen. Sekunden später erfolgt eine grandiose Geschmacksexplosion. 

Oyster, Pork Belly, Kimchi

benu_5

Es folgt ein transparentes Törtchen mit Kimchi-Geschmack und einem Filet aus warmem Schweinebauch, Kimchi und Auster. Die kühle Textur der Auster, der warme Schweinebauch und das Kimichi harmonieren wunderbar zusammen. Apropos, Kimchi, das koreanische Nationalgericht, ist fermentierter Kohl. Unglaubliche Aromen.

Mussel, Glass Noodles, Fine Vegetables

benu_6

Das dritte ist alleine optisch Weltklasse – Muschel gefüllt mit Glasnudeln –  schmeckt vorzüglich.

Jellyfish-Wrapped Shrimp with Kamtae

benu_7.jpg

Sondee Stuffed Squid

benu_8

Gingko Nut Pancake, River Eel and Rose Wine

benu_9.jpg

Chicken Wing stuffed with Abalone, Mustard Blossoms

benu_10

„Shark Fin“, Crab, Jinhua Ham, Egg White, Black Truffle

benu_11.jpg

Die letzte Delikatesse ist eine Haifischflossensuppe. Die Suppe wurde aus Soja und einem Geliermittel hergestellt, um die Textur der Haifischflosse zu simulieren, serviert mit Dungeness-Krabbe und Jinhua-Schinkencreme (getrockneter Schinken aus der chinesischen Stadt Jinhua). Die Krabbe hatte einen sehr guten Geschmack, die Textur ist wohlschmeckend. Alle acht Delikatessen überragend in Präsentation und Geschmack (10/10). Ganz großes Kino! Hausgebackenes Brot und Butter, übergossen mit Honig, folgt vor den nächsten acht Gänge.

 

Lobster Coral Xiao Long Bao
Homemade Soy Sauce and Vinegar (10/10)

benu_12.jpg

Xiao Long Bao ist ein Signature-Gericht von Corey Lee und immer im Menü zu finden. Gedämpfte Dumplings mit einer Füllung aus Foie Gras und Wurst in flüssiger Hühnersülze,  serviert mit hausgemachter Soja Sauce. Eine perfekte Kombination aus süßen und salzigen Aromen, ein fantastisches Geschmackserlebnis. Schon damals war ich von diesem Gang begeistert und das wiederholt sich heute wieder. (10/10). 

Nach dem 2012er Pinot Noir Alma Fria vom Doña Margerita Vineyard probiere ich jetzt einen Emperor’s Well, Yamahai Junmai Ginjo Sake aus Kiminoi, Niigata. 

Die Gänge Kaviar, Seeigel und Leber vom Seeteufel werden zusammen serviert.

benu_13

 

Monkfish Liver Steamed in Rice Wine
Toasted Seaweed and Chili (9/10)

benu_14

 

Caviar with Hand-Pressed Sesame Oil
Sesame Leaf and Daikon (8,5/10)

benu_15.jpg

 

Sea Urchin Marinated in Fermented Crab Sauce
Thinly Sliced Celtuce (9/10)

benu_16.jpg

 

Danach folgen die beiden Fleischgänge Wachtel und Kalb.

Barbecue Quail
Pickled Cucumber and Black Truffle Bun (9,5/10)

benu_17

 

Veal Short Rib
Chrysanthemum-Scallion Salad, Kohlrabi Kkakdugi, Pear Kimchi, Tomato Meju with Crudités (10/10)

benu_18benu_19.jpgbenu_20.jpgbenu_21.jpg

Das Kalb ist butterzart zubereitet. Zusammen mit Kimchi von der Birne sensationell gut (10/10).

 

Omija and Olive Oil
(7/10)

benu_22

Milk Pudding
Salt, Smoke, Peat (7,5/10)

benu_23.jpg

Courtney Schmidig, zuvor im Arzak in San Sebastián, Le Meurice in Paris, Fat Duck in London und The French Laundry in Yountville, ist für die Patisserie zuständig. Leider kann sie mich mit ihren puristischen Kreationen nicht recht überzeugen. Petit Fours gibt es keine, dafür Nektarine und Reisetee mit Minze.

benu_24

benu_25

Im Vergleich zu meinem ersten Besuch, ist das Menü raffinierter und die asiatische Seite tritt noch stärker hervor. Eine fantastische Fusionsküche. Warum gibt es nicht die Höchstwertung? Weil nach einem phänomenalen Auftakt die Spannung etwas abfällt. Die Hauptgänge spielen nicht ganz auf diesem hohen Niveau. Negativ fand ich die teils zu schnelle Speisefolge, ansonsten war der Service charmant und sehr aufmerksam.

Speisen: 9,5/10
Service: 9/10
Ambiente: 8/10

Benu
22 Hawthorne St
San Francisco
CA 94105, USA

Bella Italia

q_0

San Francisco, ohne ein italienisches Restaurant zu besuchen? Das geht gar nicht. Ich habe mich diesmal für das Quince entschieden. Nicht nur wegen der exquisiten Küche, sondern weil es auch die Premiere ist. Die seriösen Restaurantführer und Food-Blogs sind sich weitgehend einig, Quince ist der beste Italiener in USA. Ich bin gespannt, wie mein Urteil ausfallen wird.

Kurz vor 21 Uhr stelle ich den Wagen vor dem Valet-Service ab. Das 75 Sitzplätze fassende Restaurant wurde 2014 komplett renoviert und wirkt im Trend zum Minimalismus herrlich anachronistisch. Hier gibt es noch festlich eindeckte Tische, Ledersessel, dicke Teppiche. In der Mitte des Raumes hängt ein venezianischer Kronleuchter und darunter ein riesiges Blumengesteck. Diese Eleganz würde ich eher einem französischen Gourmet-Tempel zuordnen.

Wenn Besitzer Michael Tusk und seine Frau Lindsay sagen, die Gäste wie zu Hause willkommen zu heißen, soll das keine Floskel sein. Ich bin gespannt und freue mich auf das Dinner. Michael Tusk kommt zur Begrüßung an meinem Tisch. Ein kurzer Smalltalk und dann begrüßt er die nächsten Gäste. 

q_1

 

Wie in den meisten amerikanischen Sterne-Restaurants gibt es nur ein Menü zur Auswahl. Beim Lesen des 10-Gänge-Menü läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von übermäßigen Einsatz von dehydrierten oder fermentierten Produkten, wie sie oft in der nordischen Küche Anwendung findet. Da ich lieber die klassische Produktküche bevorzuge, kann hier fast gar nichts schief gehen.

Ich nehme zwei Änderungen am Menü vor, anstatt Sterling White Caviar aus Sacramento bevorzuge ich Golden Imperial Osetra Caviar und ich bestelle einen zusätzlichen 11. Gang – Spaghetti mit weißen Trüffel aus Alba – macht zusammen 200 $ Aufpreis! Ein 2016er Pinot Noir „Pomarium” von Peay Vineyards begleitet mich durch das Menü.

Neil Stetz, Chef de Cuisine.
q_9

q_2q_3

Alleine die Präsentation der Canapes ist fantastisch, geschmacklich sowieso (9,5/10)

 

Monterey Bay Abalone
Brassica, Matsutake Mushroom, Black Garlic

q_4

Ich bin nicht unbedingt ein Freund von Abalone, aber dieses Exemplar ist vorzüglich (9,5/10).

 

Golden Osetra Caviar Pana cotta

q_5q_6q_7

Der Golden Osetra Kaviar ist der Gourmet-Himmel auf Erden, das Brioche ebenso (10/10). Der Unterschied zwischen kalifornischen und russischen Kaviar ist eindeutig. Der Sterling Kaviar hat einen buttrigen, nussigen Geschmack, während der russische Osetra Kaviar eine intensivere Geschmacksnote aufweist. Allein beim riechen erkennt man Qualität, frischer Kaviar schmeckt nie fischig, sondern riecht nach Meer oder Salzwasser. Meine favorisierte Sorte ist aber der iranische Beluga. Warum ist diese Sorte so teuer? Kleine Bestände und erst wenn der Beluga mit 25 Jahren ausgewachsen ist, ist der Rogen ausgereift. 

 

Fresh Farm Celtuce
Kombu, Finger Lime

q_8

 

Garganelli
Maine Lobster, Celeriac, Fresh Run Farm Pumpkin

q_10q_11

q_12

q_13

Zum nächsten Gang werde ich in die Küche an einem kleinen gedeckten Tisch geführt. Direkt neben mir wird die frische Pasta hergestellt. Garganelli, eine italienische Nudelart aus Eierteig, ist ein Klassiker im Quince. Auf einem mit einem Hummer bemalten Teller werden Garganelli serviert, dazu gibt es perfekt gegarte Hummerstücke (Maine Lobster) in einem aromatischen Krustentierschaum mit Schalotten und verschiedenen Kräuter. Sensationell, so muss 3-Sterne-Pasta schmecken (10/10).

 

Spaghetti and White Truffles

q_15q_16

Eine Schale mit zwei Riesenknollen weißen Trüffel aus Alba steht auf dem Tisch. Ich halte meine Nase darüber und rieche von diesem himmlischen Duft. Diese Kombination von Nudeln und Trüffel ist himmlisch. Ich würde auch eine 11/10 dafür vergeben. 

 

Marubini
Duclair Duck, Tokyo Turnip, Porcini Mushroom

q_17

Ente hatte ich in den vergangenen Tagen bereits vier Mal im Menü. Die fünfte Zubereitung ist exzellent, wenn auch nicht so gut im Manresa und SingleThread. Jammern auf extrem hohen Niveau. 

 

Lamb in Diverse Preparations
Shelling Bean, Fennel, Jimmy Nardello Pepper

q_18q_19

Das Lamm ist himmlisch. Unglaublich feine Aromen und Texturen. Das beste Lamm, dass ich je gegessen habe (10/10).

 

Pre-Dessert

q_20

 

Cold Quince
Tokaji, Ginger

q_21

 

Hot Quince
Huckleberry, Hazelnut

q_22

 

Mignardises

q_23q_24

 

Fazit: Das Quince verwöhnt mit einer klassische Spitzenküche und kreative Kompositionen. Mir fällt dazu nur ein Wort ein – Weltklasse. Besonders die beiden Nudelgerichte und das Lamm fand ich sensationell gut. Noch eine Anmerkung zum Service. In vielen europäischen Sterne-Restaurants ist er mitunter distanziert und steif, hier ist der Service höflich, charmant und lässig, ohne es an Professionalität vermissen zu lassen. Menü, Getränke und Tip machen zusammen 700 $, dazu kommen noch 18 $ für das Valet Parking. Aufgewühlt von diesem grandiosen Dinner verlasse ich das Restaurant kurz vor Mitternacht. Buona notte Quince.

Speisen: 10/10
Service: 10/10
Ambiente: 9/10

Quince
470 Pacific Ave
San Francisco
CA 94133, USA

Mourad

In Food-Blogs habe ich nur Gutes über das 1-Stern-Restaurant Mourad gelesen. Hier vermischt sich die California Cuisine mit marokkanischen Aromen. Der große Speiseraum mit seiner hohen Decke ist modern und elegant eingerichtet. Das stilvolle Ambiente gefällt mir. Die Speisekarte ist übersichtlich und ich brauche nicht lange bis ich etwas gefunden habe. Das Tasting Menu weckt kein Interesse, ich bestelle à la carte – zwei Vorspeisen, einen Hauptgang und ein Dessert.

Olives
Preserved Lemon, Marash Pepper

Basteeya
Duck, Blueberry, Urfa, Turnip, Verjus, Almond

CHICKEN
Preserverd Lemon, Gaeta Olive, Cipollini, Marash Pepper

COUSCOUS Brown Butter
KALE Olive, Harissa
POTATO Hollandaise, Preserved Lemon, Tarragon
HEIRLOOM BEANS Shakshuka, Feta, Sumac

PUFFS
Donut, Honey Sugar, Chocolate Caraway

Das Hähnchen will ich unbedingt probieren, leider gibt es das Gericht nur für zwei Personen. Auch wenn die Bedienung etwas verwundert schaut, ich bestelle das Gericht. Die Weinkarte bietet ein Fülle von Weinen aus aller Welt. Zum Trinken gibt es einen 2012er Chasseur „Freestone“ Pinot Noir aus dem Russian River Valley.

 

mo_1.jpg

Die kalifornischen Oliven haben Biss und ein feinwürziges Aroma (8,5/10).

 

mo_2.jpg

Entenfleisch im Wrap. Geschmacklich sehr gut. (7,5/10)

 

mo_3

Ein ganzes Hähnchen kommt zerlegt in einer großen Schüssel, dazu gibt es noch als Beilagen Couscous, Bohnen, Kale und Kartoffeln.

mo_4.jpg

mo_5

mo_6.jpg

Das Hähnchen ist von der Zubereitung hervorragend, saftig und geschmacklich das beste Hähnchen, dass ich je gegessen habe (8,5/10).

Dennoch muss ich vor der Masse kapitulieren, ein unrühmlicher Beitrag zur Verschwendung von Nahrungsmitteln.

 

mo_7

Zum süßen Abschluss gibt es Donuts. Die warmen Donuts werden mit einer Karamellsauce serviert (7/10).

Ich bin von der Küche im Mourad begeistert, das ist Kulinarik auf hohem Niveau. 

Speisen: 7,9
Service: 7,5
Ambiente: 8,5

Mourad
140 New Montgomery St 1
San Francisco
CA 94105, USA

Californios

Restaurantkritiken sind meist langweilig zu lesen. Das ist mal eine Ausnahme. Das Food-Portal Infatuation schreibt über das Restaurant Californios:
„A great multi-course meal is like a great musical album. The whole experience has to flow. Each course builds on the one before. An item near the end might riff on one from the beginning. A few tracks stand out, but the whole surpasses the parts. Californios has incredible flow. From the bites at the start to the snacks at the finish, this place brings rhythm. It’s a ten-ish course tasting menu of food that shares dish names with simple Mexican food (menudo, queso), but goes way beyond in innovation and execution.“

Das Californios ist das einzige mexikanische Restaurant in Nordamerika, dass mit zwei Michelin Sterne (Stand: 2019) ausgezeichnet ist. Küchenchef Val M. Cantu hat zuvor im Pujol in Mexico City, im Uchi in Austin und im Sons & Daughters in San Francisco gearbeitet, bevor er 2013 das Californios zunächst als Pop-up eröffnete. Lyft fährt mich ins Mission, wo sich das Restaurant in einem unscheinbaren Gebäude befindet. Die Einrichtung ist elegant, aber zugleich gemütlich. Es gibt nur achtzehn Sitzplätze und sieben am Counter. Der Service ist flott und aufmerksam.

ca_1ca_2

 

Agua Fresca
Sweet Tamarind, Lime, Agave

Ostiones Divorciados
Kumamoto Oysters from Tomales Bay, Cucumber, Tomato

Chicharrón
Black Barley, Smoked Goat Cheese, Chihuacle Amarillo

Chiles en Nogada
Queso Fresco from Achadinhs Farms, Petaluma, Pomegranate, Walnut

ca_4
ca_3ca_5ca_6

 

Yuca
Santa Barbara Sea Urchin, Avocado, Pine Nuts

ca_7

 

Abulón
Abalone from Monterey Bay, Poppy Seeds, Persimmon

ca_8

 

Calabaza
Xikilpak, Butternut Squash, Candied Pepitas, Hoja Santa

ca_9

 

Al Pastor
Salsa Adobada, Asian Pear, Miyoga

ca_10

 

Hielo
Concord Grape, Green Grape, Apple, Sorrel

ca_11

 

Tres Frijoles
Rancho Gordo Royal Corona, Moro, Cranberry, Golden Osetra Caviar

ca_12

 

Aguachile
Local King Salmon, Valley Girl Tomatoes, Nepitella

ca_13

 

Sope
Bianca Globe Eggplant, Lemon Confit, Reserve Caviar

ca_14

 

Caldo de Oro
Golden Saffron, Gooseberry, Purslane

ca_15

 

Pescado
Local Halibut, Cilantro, Nopales, Anaheim Peppers

ca_16

 

Piementos

ca_17

 

Barbacoa
A5 Wagyu Beef Cheek, Smoked Pineapple, Plaintain Bread

ca_18

 

Buñuelo
Black Mission Figs, Fig Jarabe, Kaffir Lime Honey from Marshall’s Farm, American Canyon

ca_19

 

Mango
Raspado, Bavaroise, Chocolate Mint, Salad Burnett

ca_20

 

Pistacho
Pistachio, Pluot from Kashiwase Farm, Winton

ca_21

 

Digestivo
Pomegranate, Hidden Star Orchards from Linden, Lime, Vermut Lustau Roja

ca_22

 

Fazit: Die 19 Gänge waren sehr gut bis hervorragend. In Erinnerung bleiben die Abalone, Kaviar und Heilbutt. Das Californios hat mich kulinarisch sehr verwöhnt. Wer die mexikanische Küche nur auf Taco und Tortilla reduziert, wird sich im Californios nicht wohlfühlen.

Speisen: 8
Service: 9
Ambiente: 8

Californios
3115 22nd St
San Francisco
CA 94110, USA

Kokoro

Die Erwähnung im Gault Millau 2019 hat mein Interesse geweckt. Das Kokoro ist eine Sushi-Location in Nürnberg. Auch diesen Mittag ist das Kokoro gut besucht. Die engen Räumlichkeiten und Tischaufteilung sorgen leider für ein sehr beengtes Sitzgefühl. Das Ambiente passt eher zu einer Imbissstube. 

 

ko_1

Zuerst gibt es Edamame – gedämpfte Sojabohnen mit Meersalz, eine typische japanische Vorspeise. Die Bohnen sind leider von schlechter Qualität, die Vorspeise geht komplett zurück (0/10).

 

ko_2

Die Garnelen lassen Geschmack vermissen, von Umani keine Spur (5,5/10). 

 

ko_7

Tataki – Leicht gegrillter Thunfisch mit Sesam. Schon besser ist der Thunfisch (6,5/10).

 

ko_3

Smoky Saté – Hühnerspieße gegrillt mit Erdnusssauce (7/10).

 

ko_4

Midori – Thunfischtatar, Spargel, Avocado, pikante Sauce, flambierter Thunfisch on top, Flugfischkaviar (7/10).

 

ko_5

Black Rice – Schwarzer Klebereis mit Kokosmilch (6,5/10).

 

Fazit: Die Erwartungen waren hoch, die das Kokoro nur teilweise erfüllen konnte. Die Hühnerspießchen und die pikante Erdnusssauce, sowie das Midori waren gut, der Rest nur schlechte bis durchschnittliche Sushi-Kost. Einen Zweitbesuch werde ich mir sparen. 

Speisen: 6/10
Service: 6/10
Ambiente: 6/10

Kokoro
Luitpoldstraße 3
90402 Nürnberg




Hallo, und Willkommen in meinem Blog. Wenn Du mehr wissen möchtest, dann schau auf meiner Website vorbei.

Kategorien

Neueste Kommentare

Werbeanzeigen