Asian Fusion


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Corey Lee, geboren in Seoul, ist Eigentümer und Chefkoch im Restaurant Benu. Nach verschiedenen Stationen bei berühmten Köchen war er fast 10 Jahre in der French Laundry tätig. 2010 eröffnete er sein eigenes Restaurant im Herzen vom SoMa. Es galt sofort als eines der besten Restaurants der Bay Area und erhielt bereits nach dem ersten Jahr zwei Michelin Sterne. Seit 2015 hält das Benu drei Sterne. 

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Kurz vor 20.30 Uhr stehe ich vor dem Restaurant. Durch die großen Fenster kann ich die 15 Köche bei der Arbeit zusehen. Das Benu befindet sich in einem unscheinbaren Ziegelgebäude, dass man durch einen Innenhof betritt. An der Einrichtung hat sich in dem 66 Plätze fassenden Speisesaal seitdem nicht viel verändert, minimalistisch inspiriert vom Kaseski-Stil aus Japan. Die jazzige Hintergrundmusik kommt nicht von der Festplatte, sondern von einem Plattenspieler. Sehr originell.

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Thousand-Year-Old Quail Egg, Potage and Preserved Ingwer

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Der erste Gang heißt „Small Delicacies” und besteht aus acht kleine Gänge. Den Auftakt macht ein „Tausend Jahre altes Wachtelei.“ Nun gut, Tausend Jahre ist das Ei nicht alt. Der Herstellungsprozess verläuft sechs Wochen bis die Marinierung das Ei in eine braune gelartige Textur verwandelt hat. Warm serviert wird es mit einer leichten Potage aufgegossen. Sekunden später erfolgt eine grandiose Geschmacksexplosion. 

Oyster, Pork Belly, Kimchi

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Es folgt ein transparentes Törtchen mit Kimchi-Geschmack und einem Filet aus warmem Schweinebauch, Kimchi und Auster. Die kühle Textur der Auster, der warme Schweinebauch und das Kimichi harmonieren wunderbar zusammen. Apropos, Kimchi, das koreanische Nationalgericht, ist fermentierter Kohl. Unglaubliche Aromen.

Mussel, Glass Noodles, Fine Vegetables

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Das dritte ist alleine optisch Weltklasse – Muschel gefüllt mit Glasnudeln –  schmeckt vorzüglich.

Jellyfish-Wrapped Shrimp with Kamtae

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Sondee Stuffed Squid

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Gingko Nut Pancake, River Eel and Rose Wine

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Chicken Wing stuffed with Abalone, Mustard Blossoms

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„Shark Fin“, Crab, Jinhua Ham, Egg White, Black Truffle

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Die letzte Delikatesse ist eine Haifischflossensuppe. Die Suppe wurde aus Soja und einem Geliermittel hergestellt, um die Textur der Haifischflosse zu simulieren, serviert mit Dungeness-Krabbe und Jinhua-Schinkencreme (getrockneter Schinken aus der chinesischen Stadt Jinhua). Die Krabbe hatte einen sehr guten Geschmack, die Textur ist wohlschmeckend. Alle acht Delikatessen überragend in Präsentation und Geschmack (10/10). Ganz großes Kino! Hausgebackenes Brot und Butter, übergossen mit Honig, folgt vor den nächsten acht Gänge.

 

Lobster Coral Xiao Long Bao
Homemade Soy Sauce and Vinegar (10/10)

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Xiao Long Bao ist ein Signature-Gericht von Corey Lee und immer im Menü zu finden. Gedämpfte Dumplings mit einer Füllung aus Foie Gras und Wurst in flüssiger Hühnersülze,  serviert mit hausgemachter Soja Sauce. Eine perfekte Kombination aus süßen und salzigen Aromen, ein fantastisches Geschmackserlebnis. Schon damals war ich von diesem Gang begeistert und das wiederholt sich heute wieder. (10/10). 

Nach dem 2012er Pinot Noir Alma Fria vom Doña Margerita Vineyard probiere ich jetzt einen Emperor’s Well, Yamahai Junmai Ginjo Sake aus Kiminoi, Niigata. 

Die Gänge Kaviar, Seeigel und Leber vom Seeteufel werden zusammen serviert.

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Monkfish Liver Steamed in Rice Wine
Toasted Seaweed and Chili (9/10)

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Caviar with Hand-Pressed Sesame Oil
Sesame Leaf and Daikon (8,5/10)

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Sea Urchin Marinated in Fermented Crab Sauce
Thinly Sliced Celtuce (9/10)

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Danach folgen die beiden Fleischgänge Wachtel und Kalb.

Barbecue Quail
Pickled Cucumber and Black Truffle Bun (9,5/10)

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Veal Short Rib
Chrysanthemum-Scallion Salad, Kohlrabi Kkakdugi, Pear Kimchi, Tomato Meju with Crudités (10/10)

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Das Kalb ist butterzart zubereitet. Zusammen mit Kimchi von der Birne sensationell gut (10/10).

 

Omija and Olive Oil
(7/10)

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Milk Pudding
Salt, Smoke, Peat (7,5/10)

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Courtney Schmidig, zuvor im Arzak in San Sebastián, Le Meurice in Paris, Fat Duck in London und The French Laundry in Yountville, ist für die Patisserie zuständig. Leider kann sie mich mit ihren puristischen Kreationen nicht recht überzeugen. Petit Fours gibt es keine, dafür Nektarine und Reisetee mit Minze.

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Im Vergleich zu meinem ersten Besuch, ist das Menü raffinierter und die asiatische Seite tritt noch stärker hervor. Eine fantastische Fusionsküche. Warum gibt es nicht die Höchstwertung? Weil nach einem phänomenalen Auftakt die Spannung etwas abfällt. Die Hauptgänge spielen nicht ganz auf diesem hohen Niveau. Negativ fand ich die teils zu schnelle Speisefolge, ansonsten war der Service charmant und sehr aufmerksam.

 

Speisen: 9,5/10
Service: 9/10
Ambiente: 8/10

 

Benu
22 Hawthorne St
San Francisco
CA 94105, USA

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