Kulinarik im Schwarzwald 2020, Teil 4

K

Haslach ist eine sehr alte Stadt, die erste Besiedlung wurde bereits im ersten Jahrhundert n. Chr. nachgewiesen. Wunderschöne Fachwerkhäuser prägen den Altstadtkern, die als Gesamtanlage unter Denkmalschutz steht.

 

 

Am Abend bin ich wieder in Gengenbach. Wenn die Fachwerkhäuser beleuchtet sind, kommt eine ganz andere Stimmung auf.

 

Heute Abend darf die Küche etwas feiner sein. Im Restaurant Die Reichsstadt, ausgezeichnet Michelin Bib Gourmand, gibt es prämierte Gourmetküche, badische Klassiker sowie vegane Köstlichkeiten.

 

Auf der Speisekarte steht ein dreigängiges Menü zu 42 €, sowie ein Gourmet-Menü, das man von drei auf sechs Gänge erweitern kann. Zusätzlich gibt es stattliche 33 Gerichte à la carte. Ich wähle aus der Gourmetkarte vier Gänge. Als Vorspeise eine Hummersuppe, als Zwischengang Schweinebauch, als Hauptgang Atlantik Seeteufel und als Dessert Karotte.

Zum Einstieg gibt es einen Apfelsecco, kurz danach werden zwei Sorten Brot mit Butter, Olivenöl und Meersalz gebracht. Eher von der durchschnittlichen Sorte und keine weitere Erwähnung wert. Der dreiteilige Gruß aus der Küche hebt sofort das Niveau: Markklößchen in Bouillon, Couscous mit Lauch, Lachs geräuchert und als Tatar. Auch wenn die Raffinesse fehlt, eine durchaus schmackhafte Angelegenheit, 6,9/10

 

Es folgt die Hummersuppe. In der Schale liegen kleine Hummerstücke, eine Maultasche und darüber etwas Kokosschaum. Aufgegossen wird es mit einem Krustentierfond verfeinert mit Chilli. Der Suppe fehlt zwar die Umami-reiche Geschmackstiefe, aber ansonsten wohlschmeckend. 6,5/10

 

Als Zwischengang gibt es geschmorten Schweinebauch mit Lauchröllchen. Die Topinambur liegt als Creme auf dem Teller und Trüffel findet sich nur in Form von Trüffelöl. Der Schweinebauch wäre gegrillt die bessere Zubereitung. So ist es ein beliebiger Gang. Dafür schmeckt der 2014er Spätburgunder Durchbacher Kochberg umso besser. 6,5/10

 

Bisher konnte mich die Gourmetküche nicht recht überzeugen, aber es kommen ja noch zwei Gänge. Ein 2017er Weißburgunder Röderswald Kopp begleitet mich zum Hauptgang. Als ich schon gar nicht mehr damit rechne, fährt die Küche endlich groß auf. Der Seeteufel ist perfekt gegart und schmeckt hervorragend. Die Begleiter Kimchi und Hokkaidokürbis bringen Abwechslung und harmonieren wunderbar zum Seeteufel. 7/10

 

Als Dessert gibt es ein Karottensorbet, verfeinert mit Kalamansi, dazu ein lauwarmer Karottenkuchen mit Ingwer. Auch der süße Abschluss überzeugt. 7/10

Fazit: Eine Menü mit Höhen und Tiefen. Das Menü kostete 81 €, das ist gemessen an der Kulinarik etwas zu hoch gegriffen. Dafür waren die Kosten für zwei Gläser Wein sehr fair kalkuliert. Negativ bleiben die Gerüche aus der offenen Küche in Erinnerung. Ein Schlusswort zum Service: jugendlich, freundlich und fix. 

Speisen: 6,9/10
Service: 7/10
Ambiente: 7,5/10

 

Die Reichsstadt
Engelgasse 33
77723 Gengenbach

 

Hier geht es zum Teil 5




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