Kulinarik im Schwarzwald 2020, Teil 6

Baiersbronn ist nicht nur Deutschlands berühmtester Feinschmeckerort, sondern auch beliebtes Ziel von Touristen aus aller Welt. Baiersbronn besteht aus zehn kleinen Gemeinden, was den Ort geografisch etwas in die Länge zieht. Dennoch leben hier weniger als 15.000 Einwohner, wobei 10.000 Gästebetten bereitstehen. Die Hotels Traube Tonbach und Bareiss stehen seit Jahrzehnten für exzellente Küche. Normalerweise gibt es in einem so kleinen Ort einen Platzhirsch, dass es hier gleich zwei gibt, ist eher selten anzutreffen. Einige Male habe ich schon im Hotel Bareiss übernachtet, mittlerweile ziehe ich aber die Traube Tonbach vor. Egal wo man übernachtet, beide Fünf-Sterne-Häuser bieten die Annehmlichkeiten eines Luxushotels.

 

Nach dem Check-in gibt es noch einen Kaffee und eine Schwarzwälder Kirschtorte. Diese Schwarzwälder ist jugendfrei, denn so gut wie kein Alkohol befindet sich darin. Ich erinnere mich immer noch an die vorzügliche Schwarzwälder Torte in einem Café in Triberg, wo man danach leicht beschwipst war.

 

Das Zimmer mit Balkon und Aussicht ins Tonbachtal ist komfortabel eingerichtet. Weniger großzügig ist das Parkplatzangebot, aber das gilt ebenso für das Hotel Bareiss.

 

Am Abend fahre ich zum Hotel Bareiss im Ortsteil Mitteltal. Das Hotel ist berühmt für sein Drei-Michelin-Sterne Gourmetrestaurant, aber heute komme ich wegen der Regionalküche in die Dorfstuben.

 

In der Uhrenstube und in der Förster-Jakob-Stube, zwei Schwarzwälder Bauernstuben aus dem 19. Jahrhundert, glaubt man die Zeit sei stehen geblieben. Die übersichtliche Speisekarte bietet deftige Spezialitäten, darunter hausgemachte Maultaschen, Schwäbische Kutteln oder Murgtäler Zwiebelrostbraten. Das dreigängige Menü klingt verlockend, aber ich ziehe lieber die schwäbische Küche à la carte vor.

 

Zum Auftakt gibt es ein knuspriges Bauernbrot mit Griebenschmalz und Kräuterschmand, dazu noch ein paar Radieschen. Das ist ein deftiger Einstieg, der sehr schnell sättigend ist. Da sollte man sich lieber etwas zurückhalten. 6,5/10

 

Als Vorspeise gibt es ein Tatar von der geräucherten Wildforelle mit grünem Spargel, Wildkräutern, Eigelbcreme und Meerrettichschmand. Präzise Proportionen in der Begleitung sorgen dafür, dass man dieses regionale Produkt auch wirklich wahrnehmen kann. Ein vielschichtiges kulinarisches Vergnügen. 7/10

 

Als Hauptgang gibt es die in Thymian geschmorte Schulter vom Älbler Lamm, dazu gibt es grüne Bohnen, Birne und Kartoffelnocken. Das Lamm ist butterzart mit einem feinen aromatischen Geschmack, die Bohnen sind knackig gegart und schmecken ganz vorzüglich, dazu gibt es noch einen vollmundigen Jus. Alles in allem ein bodenständiges Wohlfühlgericht, wie man es nicht viel besser zubereiten kann. 7,5/10

 

Als Nachtisch gibt es noch einen Klassiker der schwäbischen Küche, Schwäbische Apfelküchle mit Vanillesauce und Rahmeis. Die Panade ist knusprig, die Äpfel haben Biss und das Eis ist zartschmelzend cremig. Gott sei Dank habe ich die kleine Portion bestellt, mehr geht beim besten Willen nicht. 7/10

Fazit: Die Dorfstuben verwöhnen den Gast mit einer vorzüglichen schwäbischen Küche. Das Restaurant ist zu Recht mit einem Michelin Bib Gourmand ausgezeichnet. Der Restaurantführer Michelin bewertet damit Restaurants, die „sorgfältig zubereitete und preiswerte Mahlzeiten“ anbieten. Das urige Ambiente und der aufmerksame Service runden den Besuch ab. Hier kommt man immer gerne wieder zurück.

Speisen: 7/10
Service: 8,5/10
Ambiente: 8,5/10

 

Dorfstuben
Hermine-Bareiss-Weg 1
72270 Baiersbronn

 

Hier geht es zum Teil 7




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