Haru 1, 2, 3


Hinter einer unscheinbaren blaugrauen Fassade verbirgt sich die Sushi Bar Haru in Nürnbergs Stadtteil Johannis. Der Gastronom Axel Müller betreibt seit gut 20 Jahren das Lokal. Mit einem ähnlichen Konzept im Luma, im ehemaligen Restaurant Lorenz, ist er leider nicht erfolgreich gewesen. Was Sushi betrifft, Nürnberg ist nicht Tokio, Paris oder New York City, von daher schraube ich meine Erwartungen schon vorab herunter.


Unter der überdachten Holzterrasse ist es gemütlich und ich starte mit einem Zirndorfer Keller-Radler. 


Der erste Gang ist ein Thunfischtatar. Das Tatar befindet sich versteckt unter Salat. Thunfisch und Avocado sind mariniert mit einer Teriyakisauce, Sesam, Knoblauch und Chili. Dazu gibt es noch Gomaae, blanchierter Wurzelspinat mit Sesam-Erdnusssauce. Auch wenn man es gefälliger anrichten könnte, es schmeckt vorzüglich. Viel Umami steckt da drin. 7/10


Zweiter Gang ist ein Spicy Hamachi Maki, ein Inside-Out Maki gefüllt mit gehacktem Hamachi, Mayo, japanischem Chili, Gurke, Frühlingszwiebel und darüber Flugfischkaviar. Der Reis könnte etwas luftiger sein. Erst das Zusammenspiel von Textur, Temperatur, Klebrigkeit, Körnigkeit ergibt ein perfektes Sushi. Diese Qualität erreicht das Sushi im Haru bei weitem nicht. 6/10


Als Hauptgang gibt es Asupara Udon Ebi, japanische Weizennudeln mit Black Tiger-Garnelen, grünem Spargel, Paprika, Pilze in einer Knoblauch-Butter-Soja-Sauce. Die Nudeln haben eine weiche Konsistenz und schmecken in der Sauce köstlich. Der Spargel ist knackig, und die Garnelen aromatisch saftig. Das ist das beste Nudelgericht, dass ich seit langem gegessen habe. Soul Food as its best. 7,5/10


Horenso Gyoza, gebratene und gedämpfte Spinat-Teigtaschen mit bunter Gemüsefüllung und würziger Tunke. so köstlich, dass ich am liebsten eine zweite Portion bestellt hätte. 7/10


Die Bento Box DeLuxe mit Sashimi, Ebi-Tempura Maki, gebackener Miso-Lachs und Beef Tataki vom Rinderfilet. Wenn man von allem etwas probieren möchte, ist die Bento Box DeLuxe eine gute Wahl. Sehr gut der lackierte Lachs und das Beef Tataki, nicht ganz auf dem Niveau das Sashimi. 6,5/10



Bei sommerlichen Wetter müssen wir noch nicht in den engen Räumlichlichkeiten Platz nehmen und ziehen die Terrasse vor. Zuerst gibt es einen kühlen Himbeer-Aperitif.


Wir probieren zuerst Crispy Ebi, gebackene Black-Tiger Garnelen in einer knuspriger Panade, dazu eine japanische Chilimayonnaise. Köstliches Fingerfood. 6,5/10


Ebenfalls ein geschmackvolles Gericht sind die blanchierte grünen Spargelstangen, umhüllt von kurzgebratenen Rinderfiletstreifen in einer Ponzu-Nußbutter-Vinaigrette. 6,5/10


Nicht im Bild das Backhändl a la haru, drei gebackene Maishähnchenbruststreifen in knuspriger Panko-Panade mit Pflaumen-Tomatendip. Das kommt nicht besonders gut an. Dem Dip fehlt das feurige Aroma um gegen die fettige Panade bestehen zu können. 6/10


Als nächstes gibt es zweierlei Maki. Ein Tri-Color Maki mit Lachs, Tobiko, Spargel, Avocado, Spezialsauce und ein Dani Maki mit Jakobsmuschel, Lachskaviar, Avocado, Gurke, Spargel, Kresse. Es schmeckt, aber zu viel Zutaten vermengen den Geschmack. Trotzdem gut. 6,5/10


Überzeugender ist das Sake Teriyaki. Auf dem Teller liegt ein großes Stück Filet vom schottischen Label Rouge Lachs, dazu Pilze, Spinat, Tomaten und Teriyakisoße. In einer Schale gibt es noch Klebreis dazu. Sehr süffig mit verschiedenen Geschmacksnoten und viel Umami. 7/10


Zum süßen Abschluss gibt es eine Yuzu-Limetten-Tarte mit Mochis von Kokos und Vanille. Ein süßer Gaumengenuss. 6/10

Fazit: Unter den inflationär aus dem Boden schießenden Sushi Restaurants, ist das Haru seit nunmehr 20 Jahren Jahrzehnten eine beständige Sushi-Adresse in Nürnberg. Die warmen Gerichte fand ich überzeugender als die Sushis. Wie ich eingangs erwähnte, in Nürnberg muss man die Ansprüche bezüglich Sushi niedriger ansetzen.

Speisen: 6,5/10
Service: 7/10
Ambiente: 7/10


Haru
Schnieglinger Str. 11
90419 Nürnberg




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