Tantris


Es ist der zweite Besuch im Tantris Maison Culinaire, dieses Mal im Menürestaurant Tantris. Nach dem grandiosen kulinarischen Erlebnis im DNA wähle ich heute nur das viergängige Menü für 150€. 



Zum Einstieg muss es ein Glas Champagner sein. Der 2012er Bollinger (45€) hat ein wunderbares Aroma, frei von jeglicher Schwere, trotzdem kraftvoll mit knackiger Säure. So muss ein Spitzenchampagner schmecken. 


Drei Snacks kommen auf dem Tisch. Eine Haselnusscreme mit Sommertrüffel, eine Tartelette mit geräucherten Hechteiern und eingelegter gelber Bete, sowie eine karamellisierte Zwiebel. Der Zwiebelchip war wohl zu lange am Pass gestanden und ist nicht knusprig genug, was ich beim Service auch bemängele. 6,9/10


Als Begleitung zwischendurch gibt es ein französisches Baguette mit Butter aus der Bretagne. Ein feineres Baguette bekomme ich auch nicht in Paris.


Es folgt ein zweiter Gruß aus der Küche, ein Pot-au-Feu. Die heiße Consommé aus Madras-Curry und Tomatenessenz schmeckt intensiv nach Umami. Ein köstliches süffiges Gericht. 8,5/10


Der erste Gang ist eine Entenleberterrine mit geräuchertem Aal und Les-Bleues-Poularde. Das Gelee besteht aus einer Entenconsommé, verfeinert mit eingelegten Senfkörnern und Kampot Pfeffer. Sehr fein und subtil im Geschmack. Handwerklich ist die nicht runde Form anmerken. 7,5/10


Der zweiter Gang ist ein Kaisergranat, eingelegt in Trevisano, darüber Brombeeren und eine Sauce Matelote aus Langustinen Bisque, Rotwein, Butter, Zimt und für die Farbe rote Bete. Das Spiel von Säure und Süße ist wunderbar gelungen. Dazu gibt es ein Glas Verjus Frizz Rosa. 8/10


Für den mittelmäßigen Zwiebelchip „entschuldigt“ sich Küchenchef Chmura mit einer Steinpilztartelette. Die Tartelette besteht aus Blätterteigtörtchen, darauf ein Steinpilzenragout verfeinert mit Speck und Birne; darüber gehobelte rohe Steinpilzscheiben. Angegossen wird das Ganze mit einer Vinaigrette von PX Sherry und Haselnussöl. Fast das gleiche Gericht hatte ich Tags zuvor im DNA, welches ich aber wesentlich geschmacksintensiver fand. 7,5/10


Der Hauptgang ist eine Seezunge mit Allerlei vom Kürbis und einer Wermut Sauce, dazu ein fluffig knuspriges Blätterteiggebäck mit Anis. Der Fisch ist heiß und auf dem Punkt gegart. Zwei Hauptprodukte auf dem Teller, mehr braucht es nicht um dieses herrliche Gericht zu kreieren. 8/10 


Als Dessert gibt es eingeweckten Boskoop Apfel auf einem Keksboden mit Ziegenmilcheis und einer leicht angeschlagenen französische Sahne, dazu noch etwas Orangenzeste und Ingwer. Ein hervorragendes Dessert zum Ausklang. 7,9/10


Der Service kommt mit einer Palette Petit Fours. Ich probiere alle durch, Vanillecreme mit Zuckerkaramell – Baiser mit Lakritze und frischer Zitronenzeste – Gelee aus Pfirsich und Zitrusfrüchten und ein Schokomandelküchlein mit Nougat. Durchweg sehr gut. 7,5/10


Fazit: Ich hatte nicht unbedingt erwartet, dass das Tantris nach der Wiedereröffnung so auftrumpft. Das Menü schwankte zwischen sehr gut und fantastisch. Der Service war locker, ohne Fehl und Tadel. Die Neuausrichtung hat dem Tantris jedenfalls gutgetan. Mein Tipp: Hingehen, staunen, genießen!!!

TANTRIS
Speisen: 7,9/10
Service: 10/10
Ambiente: 10/10



Tantris
Johann-Fichte-Str. 7
80805 München




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