Amador


Es ist mein erster Besuch im Restaurant Amador in Wien. Juan Amador hatte bereits seine Restaurants in Langen und Mannheim zu drei Michelin-Sterne geführt. 2016 ist er nach Wien umgezogen und wurde bisher als einziges Restaurant in Österreich mit drei Michelin-Sterne ausgezeichnet. Als Juan Amador 2019 die Auszeichnung erhalten hat, war Kopfschütteln in der österreichischen Presse noch die vornehmste Unmutsbekundung. Ausgerechnet ein Deutscher erhält drei Sterne, und kein Österreicher. Das sagt viel aus über das mangelnde Selbstbewusstsein in der österreichischen Spitzengastronomie, wo es an Innovationen und Weltoffenheit fehlt.


Das Restaurant liegt außerhalb der Innenstadt auf dem Grundstück eines Weinguts. Der Speisesaal befindet sich in einem länglichen Backsteingewölbe, einem umgebauten ehemaligen Weinkeller. Rot und Weiß dominiert das Interieur. Die Tische sind groß und haben reichlich Abstand zum Nachbartisch. Zwischen den einzelnen Gängen kann man auch mal eine Pause machen und es sich auf der Sitzgruppe im Vorgarten bequem machen. Juan Amador orientiert sich an der klassischen Küche Kataloniens, Frankreichs und des Baskenlandes.



Es gibt zwei getrennte Küchen, eine wo die Snacks und Petit fours zubereitet werden, und die Hauptküche, wo Juan Amador am Pass steht. Das Menü kostet 295 Euro und besteht aus mehreren kleinen und größeren Gängen, die Weinbegleitung 165 Euro. Die einzelnen Gerichte zeigen Amadors Vorliebe für die mediterrane Küche.

Das Menü startet mit einer Auswahl an TAPAS & SNACKS in vier Gängen.

Tafelspitz | Apfelkren | Beeftea  9/10


Waldspaziergang  10/10
Gänseleber von Eduardo Sousa | Jalapeño | Mais  9,5/10
Tortilla | Chorizo | Wachtelei  9,5/10

Balfegó Thunfisch | Wasabi | Weiße Bohne  9/10


Spargel | Erdäpfel | Sauce Béarnaise | Reisbällchen  8/10


BROT & BUTTER
Brot von Julius Brantner | München
Butter von Jean-Yves Bordier | Saint-Malo
Olivenöl von Castillo de Canena | Jaén



MOMENTAUFNAHME

Die geeiste Beurre Blanc ist eines der Signature Dishes von Juan Amador und wird neben Miral Taube als Option zum Menü angeboten. Die Beurre Blanc wird in einer luftig aufgeschäumten Haselnussmilch, mit Gillardeau-Austern und N25 Kaviar angerichtet. Hier gefällt mir besonders der Kontrast zwischen süßlich-säuerlichem Buttereis und jodig-nussigem Kaviar. Ganz großes Kino, alleine dafür hat sich die lange Anreise gelohnt.


BEURRE BLANC
Beurre Blanc | Kaviar | Auster  10/10


KAISERGRANAT 
Tartlette Tatar von Kaisergranat mit Erbsen, Rhabarber  8,5/10
Lagrimas | Kalbsherz | Rhabarber  9/10



ST. PIERRE 
Muscheln | Tomate | Sauce Bourride  8,5/10


BRETONISCHER STEINBUTT
Krautfleckerl | Speck | Kümmel  8,9/10


BEIRIEDSCHNITTE VOM WAGYU RIND 
„Maultasche“ | Spitzmorchel | Grünspargel  8,5/10


CHIRIBOGA BLUE
Vogelkirsche | Kürbiskerne | Kernöl  8/10


WALDERDBEEREN  
Mandel | Kasu | Reis  8,5/10


PEQUEÑAS LOCURAS
Sonnenblume | Passionsfrucht | Schokolade  9/10
Cuba Libre  9/10
Matcha | Kalamansi | Ivoire  8/10
Joghurt | Brombeere | Baiser  8,9/10
Hommage an Hermann Nitsch (Praline aus Blutwurst)  8/10


Zum Abschluss das Happy End, ein Popcorn-Eis mit Salzkaramell, Popcorn und Popcorn-Chip. Hervorragend.  9,5/10.


Fazit: Juan Amador setzt auf Bewährtes, die Kreationen setzen den Fokus auf Optik und klassische Geschmacksbilder. Wenn es etwas zu bemängeln gäbe, dass die Regionalität zu kurz kommt. Das Amador könnte auch in New York, London oder Paris zu Hause sein. Ist das jetzt hervorragend oder beliebig? 

Speisen: 8,9/10
Service: 9,5/10
Ambiente: 8,5/10



Amador
Grinzingerstrasse 86
1190 Wien
Österreich




Hallo, und Willkommen in meinem Blog. Wenn Du mehr wissen möchtest, dann schau auf meiner Website vorbei.

Kategorien

Neueste Kommentare

Archiv