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Eine Reise durch Nordspanien, Teil 2

 

Burgen, Wüste und Rote Steine
Von Logroño geht es entlang des Jakobsweg bis zum Tagesziel Tafalla. Ich sehe mir zuerst die Altstadt von Estella und Ciraqui an. Die romanische Brücke von Puente la Reina über den Fluss Arga ist eine der schönsten Bauwerke entlang des Camino de Santiago. Die alten, wappengeschmückten Adels- und Bürgerhäuser mit ihren auffälligen Dachsparren sind typisch für die Architektur in Navarra.

Artajona ist der letzte Stop vor Tafalla. Ich fahre hinauf zur Cerco de Artajona an. Die spätmittelalterliche Stadtmauer sieht aus wie eine Festung, es sind aber nur noch 9 von ursprünglich 16 Türme erhalten. Wenn man sich in nördliche Richtung auf die Schotterstraßen wagt, erfasst man erst die Dimension der Cerco de Artajona. Sehr schön ist das Rosenfenster der Kirche von San Saturnino in Artajona.

Ich übernachte im Hola Tafalla. Das Preis-Leistung-Verhältnis in diesem erst 5 Jahre alten 4-Sterne-Hotel ist überragend – 60 € für das trendig große Zimmer. In USA müsste ich für ein Hotel dieser Klasse wohl das dreifache bezahlen! Vom Hotel sind es nur paar Minuten zu Fuß ins Restaurante Tubal. Das Tubal hat ebenfalls die Michelin-Auszeichnung „Bib Gourmand“ erhalten. Ich bestelle zwei Vorspeisen, Hauptgang und Dessert. Als Amuse-Bouche kommt eine Suppe mit Spargel-Tempura. Der Iberico-Schinken ist gut, aber in der Reife zu jung. Die Nudeln sind lecker, ebenso der Seehecht und das Dessert. Dieser Abend versöhnt mich wieder kulinarisch.

Alfaro
Der kleine Ort Alfaro am östlichen Ende von La Rioja ist berühmt für seine Weißstörche. Nirgendwo sonst gibt es so viele brütende Störche zu sehen, es ist die weltweit größte Storchenkolonie. Auf den Dächern der Kirche San Miguel und umliegenden Gebäuden sehe ich unzählige Storchennester. Ich schätze es sitzen gut 80 Störche auf den Dächern und der Nachwuchs ist mit seinen schwarzen Schnäbeln auch leicht zu unterscheiden. Nachdem das Kirchendach von den Störchen in Mitleidenschaft gezogen wurde, hat man bei der Restaurierung über ein Dutzend Nesthilfen angebracht. Mit diesen Nesthilfen sind es immer noch über 100 Nester. Ein beeindruckendes Schauspiel in der Abenddämmerung. Ganz nett sind die beiden Hoodoos El Picuezo y la Picueza mitten in Autol. Hier hat ein Storchenpaar die Felsspitze in Beschlag genommen.

Tudela
Die Altstadt von Tudela ist ganz nett, unzählige Bars, Cafés, Restaurants. Ausgehend von der Plaza de los Fueros, sehe ich mir zuerst die Catedral de Santa Maria an. Die Kathedrale ist eines der geschichtsträchtigsten Gebäude von Tudela und wurde im 12. Jahrhundert auf den Überresten einer Moschee errichtet. Störche überfliegen den Turm der Kathedrale, die dort in luftiger Höhe ihre Nester gebaut haben. Die Kathedrale im Zentrum der Altstadt besitzt drei Zugänge. Das romanische Südportal oder die Portada de la Virgen ist das älteste. Das Nordportal oder Portada de Santa María entstand ebenfalls in romanischer Bauweise. Das Westportal hat den Namen Portada del Juicio Final oder Portal des Jüngsten Gerichts. Großartig verziert besteht es aus romanischen und gotischen Elementen. Auch der Innenraum der Kathedrale birgt wertvolle Kunstwerke. Die Kathedrale besteht aus drei Schiffen und einer gotischen Vierung, an die sich ein T-förmiger Chor anschließt. Nebenbei erlebe ich noch drei gleichzeitig stattfindende Hochzeiten.

Nach dem ausgiebigen Altstadtbummel gehe ich in das Restaurant Trinquete, empfohlen vom Michelin Guide. Ich bestelle das 6-gängige Gemüse-Menü plus zwei Dessert. Ein schickes Restaurant mit regional exquisiter Küche… sehr empfehlenswert. Nach dem Check-in im AC Hotel Ciudad de Tudela mache ich die Rundfahrt durch die Bardenas Reales. Die Halbwüste Bardenas Reales ist auch bekannt als die Badlands von Europa. Eine karge Landschaft mit vielen schönen Motiven. Gott sei Dank sind es am Spätnachmittag „nur” 33 Grad, im Sommer wird es bis zu 40 Grad. Die Fahrt auf dem 30 km langen Schotterpiste zeigt die Vielfältigkeit der Bardenas Reales. Leider macht ein Sandsturm den Sonnenuntergang am Castil de Tierra zunichte. Am Abend gehe ich nochmals ins Restaurant Trinquete. Wie überall in Spanien, spielt sich das Leben abends auf den Straßen ab.

Banderas Reales
95 km durch die Banderas Reales bis in die Pyrenäen. Drei Tage werde ich in Ayerbe verbringen. Bereits von weitem sieht man die verschneiten Berggipfel der Pyrenäen. Die massiven Felstürme Mallos de Riglos thronen über das Dorf Riglos. Die nahezu 200 m senkrechten Felstürme aus rotem Konglomerat-Sandstein sind ein beliebtes Wander- und Kletterziel. Eine ähnliche Felsformation gibt es auch in Agüero. Gut ein Dutzend Gänsegeier kreisen über die Felsen. Apropos Geier, die hebe ich mir für den Herbst auf. Im Nationalpark Monfragüe ist die größte Geierkolonie in Europa zuhause, über 1300 Gänse- und Mönchsgeier leben dort. Bereits am Vormittag begegne ich unzähligen Motorradfahrer entlang der kurvenreichen Strecke zwischen Ayerbe und Embalse de la Peña.

Ayerbe
Zwölf km nordöstlich von Ayerbe liegt eine der schönsten Burgen in Westeuropa. Castillo de Loarre gehört zu den am besterhaltenen romanischen Burgen in Spanien. Die Klosterburg aus dem 11. Jahrhundert wurde wegen ihrer frühen Aufgabe nicht durch spätere Nachbauten verändert und bewahrt somit fast vollständig ihren Ursprungscharakter. Die Burg von Loarre war u.a. auch Drehort von Ridley Scott’s Ritterepos „Königreich der Himmel.” Ein 2 km langer Trail führt von der Burg weg, wo man eine bessere Aussicht hat. Die abgelegene Lage am Südhang der Pyrenäen ist zu Sonnenuntergang ein fantastisches Fotomotiv. Leider spielt das Wetter nicht mit. Dichte Wolken ziehen auf und bringen die ersehnte Abkühlung. Es soll „nur” noch 24 Grad warm werden. Kulinarische Highlights gibt es in Ayerbe nicht, außer 3 Tage Hausmannskost.

Rafting
Murillo ist Startpunkt von Kajak- und Rafting-Touren auf dem Rio Gállego. Beim Anbieter Alcore buche ich eine Rafting-Tour. Der 8 km lange Trip wartet mit Stromschnellen bis Klasse 4 auf. Die Klassifizierung geht von Klasse 1 (leicht) bis Klasse 6 (extrem). Kommerzielles Rafting wird auf dem Rio Gállego bis Klasse 4 angeboten, auf dem Rio Ara sogar bis Klasse 5. Der Regen in den vergangenen Tage hat den Fluss stark anschwellen lassen. Das wird bestimmt lustig! Auf meine Frage, ob es Zwischenfälle gegeben hat, beruhigt uns der Instruktor. Nur drei Todesfälle und ein paar Dutzend Verletzte in den letzten 25 Jahren. Wir sind 23 Personen, verteilt auf drei Schlauchboote und fünf Kajaks. Anscheinend habe ich dem Instruktor nicht genau zugehört! Beim ersten Kommando sich im Boot „kleinzumachen”, verliere ich das Gleichgewicht und falle ins Wasser. Mit Schwimmweste ist es mit eigener Kraft gar nicht so einfach wieder ins Boot zu kommen, aber der Instruktor weiß wo man anpacken muss. Die knifflige Passage durch Felsen hindurch passieren wir problemlos

An einer eher leichten Stelle kentert das Boot. Keine Panik, wir treiben wie angewiesen in Rückenlage. Gefährlich sind nur die Felsen über und unter Wasser, an denen man sich stoßen könnte oder das man zu schnell abgetrieben wird. Mittlerweile hat unser Instruktor das Boot wieder aufgerichtet und wir ziehen uns gegenseitig wieder ins Boot. Wir sind nicht die einzigen die Bekanntschaft mit dem Wasser machen. Das zweite Boot und zwei Kajaks kentern ebenfalls. Die starke Strömung ist auch tückisch. Ein Teilnehmer treibt im Fluss ab. Gott sei Dank kann ein Instruktor rechtzeitig das Rettungsseil zuwerfen und ihn wieder ans Ufer ziehen. Wir erreichen das Ziel ohne Blessuren. Zum Schluss gibt es noch ein Wheelie. Nahezu senkrecht steht das Boot im Fluss, ohne das einer von uns herausfällt. Am Ende sind wir alle happy, und hat einen Riesenspaß gemacht.

Fortsetzung Teil 3

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Eine Reise durch Nordspanien, Teil 1

azurmendi

Prolog
Spaniens unberührte Strände, schroffe Klippen und tiefe Schluchten sind das Ziel. Die beste Reisezeit ist von Mai bis Mitte Juni und im Oktober. Diese Jahreszeit ist angenehmer, als die heißen und wolkenlosen Sommermonate. Übernachtungsorte sind: Bilbao – Santillana del Mar – Orbaneja de Castillo – Burgos – Elciego – Logroño – Tafalla – Tudela – Ayerbe – Pamplona – Hondaribbia – San Sebastían – Getxo.

Es gibt nichts schöneres als Reisen mit exquisiten Restaurants zu verbinden. Die spanische Küche hat sich innerhalb weniger Jahre an die Spitze katapultiert. Aus der traditionellen spanischen Küche entwickelte sich eine moderne und innovative Küche, welche Qualität der Produkte und Kreativität der Köche im Vordergrund stellt. Alleine im Baskenland (Provinzen: Gipuzkoa, Biskaya und Álava) gibt es 37 Sterne-Restaurants, darunter 4x 3-Sterne. Ein Blick auf die Speisekarte macht die Vorfreude nur noch größer. Reiseführer sind España Fascinantes, Eusko Guide, Michelin und div. Food-Blogs.

pintxos

Ich bin nicht nur wegen der Sterne-Küche nach hierher gekommen, sondern auch wegen dem exquisiten Fingerfood. Pintxos, wie sie in der baskischen Sprache heißen, sind verwandt mit den klassischen Tapas. Im Baskenland, vor allem in San Sebastián, das Seebad und Feinschmecker-Paradies an der Atlantikküste, hat die kleine Vorspeise ihren Ursprung. Es gibt aber einige Besonderheiten, durch die sich die baskische Variante von Tapas unterscheidet. Die Pintxos sind aufwändiger zubereitet, Brotscheiben oder Tortillas bilden die Grundlage und die köstlichen Zutaten stecken auf einem Holzspieß. Die Einheimischen lieben es von einer Bar zur nächsten zu ziehen – Treffpunkt um zu futtern, Wein zu trinken und sich zu unterhalten.

Ankunft
Ankunft bei sonnigen 26 Grad. Auf dem Parkdeck steht ein Peugeot 2008 mit 3820 km. Ein übersichtlicher City-SUV mit genügend Stauraum für einen Reisenden. Das 5-Sterne Gran Hotel Domine Bilbao direkt neben dem Guggenheim Museum ist die Unterkunft für ersten drei Nächte. Ein Blickfang ist die Hotellobby mit einer markanten Steinsäule. Von der schrägen Fensterfront kann man direkt auf das Museum sehen. Noch schöner ist die Aussicht von der Dachterrasse in der 7. Etage, wo es das Frühstücksbuffet gibt. Das beste Restaurant in der Umgebung von Bilbao ist zweifellos das Azurmendi. Hier ein Bericht.

Guggenheim Museum
Ich besuche das Guggenheim Museum. Neben der Walt Disney Concert Hall mein Lieblingsgebäude von Architekt Frank Gehry. Beeindruckend ist der abstrakte Expressionismus von Jackson Pollock und die sieben Stahlskulpturen von Richard Serra. Das Guggenheim Museum ohne Menschen zu fotografieren ist schwierig. Bis spät in die Nacht flanieren und joggen Menschen am Museum vorbei. Aber mit einer Langzeitbelichtung werden alle bewegende Personen „unsichtbar” – sonstige unerwünschte Elemente entfernt Photoshop. Die 9 m hohe Spinne „Maman” ist die größte Skulptur aus der Spinnen-Serie von Künstlerin Louise Bourgeois. Die Spinnen sind eine Hommage an ihre Mutter, die als Weberin beschäftigt war.

Casco Viejo
Casco Viejo ist die Altstadt von Bilbao. Den Kern bilden die sogenannten 7 Straßen (Las 7 Callas) am rechten Ufer des Ria de Bilbao. Aus diesen 7 Straßen (Pilota Kalea bis Goeinkale) bestand ursprünglich der älteste Teil von Bilbao. Mein erster Stop ist die Plaza Nueva. In den Arkaden des neoklassischen Gebäudekomplex befinden sich Geschäfte, Bars und Restaurants. Anschließend sehe ich mir die Basílica de Begoña an. Von der Plaza Unamuno geht es die 200 Stufen der Calzadas de Mallona hoch zur Basilika. Oben angekommen, hat man Aussicht auf die Dächer der Altstadt. Wieder unten angekommen, sehe ich mir die Catedral de Santiago, Mercado de la Ribera (Europas größte überdachte Markthalle) und die Iglesia de San Antón an.

Entlang der Küste und ins Landesinnere
Nach drei Tage Bilbao folgen drei Tage Natur. Der Leuchtturm Faro de Cabo Mayo bei Santander ist ein schönes Motiv zu Sonnenaufgang. Ein Trail führt direkt hinauf zu den Stufen des Leuchtturms. Ich fahre weiter nach Liencres und schaue mir einige Foto-Locations entlang der Küste an, die ich am Abend wieder besuchen möchte. Gestern 3 Sterne, heute ein Stern. Das Restaurant El Nuevo Molino in einer Villa aus dem 18. Jahrhundert bietet feine Küche. Eine Speisekarte in englisch gibt es nicht, aber die Bedienung spricht zumindest ein paar Brocken Englisch. Ich bestelle das 4-gängige Gänge Mittagsmenü plus eine zusätzliche Vorspeise und Dessert. Alle Gänge sind prima und die Patisserie verdient ein Extra-Lob – so ein gutes Panna Cotta gab es nicht mal auf der letzten Italienreise.

elnuevomolino

Bei Santillina del Mar muss ich sofort ans Meer denken, der Ort liegt aber 4 km südlich davon. Die alten Häuser entlang der engen Gassen sind ein Blickfang. Wenn man die historischen Kirchen und Paläste ansieht, kommt man sich vor, wie auf einer Zeitreise zurück ins 13. Jahrhundert. Santillina del Mar gehört m.E. zu den schönsten Dörfern in Spanien. Stimmungsvoll zur Morgendämmerung, dann ist der Ort ausgestorben. Ich besuche das Museo de Altamira. Das Museum ist eine getreue Nachbildung der steinzeitlichen Deckenmalerei von Altamira. Die prähistorischen Malereien stammen aus der Zeit 22,000 bis 14,500 v. Chr. Die Höhle ist seit 2002 für Besucher geschlossen.

Von Santillina del Mar bis zum nächsten Tagesziel Orbaneja del Castillo sind es nur 82 km. Die N-623 ist eine der schönsten Landstraßen in Nordspanien. Geht es anfangs noch geradeaus, folgt dann Kurve auf Kurve durch das Bergtal. Am liebsten würde ich jetzt auf dem Motorrad sitzen. Hübsch ist das Dorf San Andrés und die Aussicht von der Passhöhe am El Escudo. Sehenswert sind die Dörfer in den Seitentälern von Manzanedo, Valdebezena und Zamanzas. Am Rand einer Schlucht liegt Orbaneja del Castillo. Über dem Ort erheben sich bizarr gezackte Kalksteinfelsen. Einige Geier kreisen über der markanten Felslandschaft. Hier befindet sich die engste Stelle in der Schlucht des Ebro. Der längste Fluss in Spanien entspringt bei Fontibre im Kantabrischen Gebirge und mündet nach über 900 km im Mittelmeer.

Burgos
Es geht auf der N-623 in südliche Richtung nach Burgos. Zwischen Quintanilla Escalada und Pesquera hat sich der Ebro tief in die Schlucht gegraben, ein Paradies für Naturliebhaber. In dieser schönen Landschaft könnte ich es auch einige Tage aushalten. Zwei Tage werde ich in Burgos verbringen. Ich besuche zuerst das Königliche Kloster Santa María la Real de Las Huelgas. Sehr schön sind die Kreuzgänge und die prunkvollen Altäre. Die Besichtigung ist leider nur mit spanisch sprechender Führung möglich und fotografieren ist, außer im Garten, auch nicht erlaubt.

Neben dem Hotel befindet sich das 1-Sterne-Restaurant Cobo Vintage. Ich habe nachmittags einen Tisch reserviert. Die Küche von Miguel Cobo beruht auf einfache Gerichte, die aber einfallsreich zubereitet werden. Miguel Cobo erzählt mir, dass er im El Nuevo Molino (1-Michelin-Stern) einige Jahre gekocht hat, bevor er sein eigenes Restaurant in Burgos eröffnet hat. Er empfiehlt mir zudem einige Tapas Bars. Ich bestelle zwei Vorspeisen, einen Hauptgang und zwei Desserts. Alles ist überaus lecker, bis auf die Pilze. Die Knoblauch-Minze-Soße ist für mein Geschmacksempfinden zu salzig.

Die Kathedrale
Ich besichtige die Kathedrale von Burgos. Im Innenraum der gotischen Kathedrale befinden sich 19 Kapellen, 35 Gitter und 38 Altäre. Insgesamt 47 Architekten arbeiteten an dem Bau der Kathedrale zwischen dem Jahr 1221 und 1567. Das Grabmal des Ritters und spanischen Nationalhelden El Cid und seiner Gemahlin Jimena Díaz befindet sich ebenfalls in der Kathedrale. Fotorucksack mitnehmen ist nicht erlaubt, daher hänge ich beide Kameras um die Schulter, um ohne Objektiv-Wechsel fotografieren zu können. Es gibt so viel zu bestaunen, dass ich erst nach viereinhalb Stunden die Kathedrale wieder verlasse. Die Kathedrale von Burgos zähle ich zu den Top 5 in Spanien, meine anderen Faves sind die Kathedralen von Córdoba, Santiago de Compostela, Saragossa und Sevilla. In einem Straßencafé in der Paseo Espolón genieße ich die warme Frühlingssonne. Anschließend sehe ich mir das Kartäuserkloster Santa Maria de Miraflores an. Der schönste Teil ist die reich verzierte gotische Retabel. Davor steht das Königliche Grabmal in Form eines achteckigen Sterns. Hier ruhen Johann II. und Isabella von Portugal. Der kurzweilige Besuch ist kostenlos und man darf im Gegensatz zum Königlichen Kloster fotografieren.

pintxos

La Rioja, die Weinregion
Von Burgos geht es in die Rioja. Der Jakobsweg aka Camino de Santiago verläuft parallel zur N-120. Viele Pilger sind bei Sonnenschein unterwegs. Hatte es an der Küste nur 18 Grad, klettert hier das Thermometer auf 32 Grad. Die Provinz Rioja zeigt sich mit einer hügeligen Landschaft, altertümliche Klöstern, malerische Dörfern und wartet mit über 600 Weingüter auf. Erster Stop ist Santa Domingo de la Calzada, wo ich die Kathedrale besuche. Baubeginn war 1158 und mit weiteren Veränderungen im Laufe der Jahre wurde das Bauwerk 1765 vollendet. Ein imposantes gotisches Bauwerk. In Hora besuche ich die Bodgegas Muga. Es klappt auch mit einer Führung ohne vorherige Anmeldung. Muga ist eine der wenigen Weingüter, die ihre Fässer aus amerikanischer und französischer Eiche noch selber herstellen. Die einstündige englischsprachige Führung über die Produktion inkl. Weinprobe ist interessant.

Marqués de Riscal
Bodegas Marqués de Riscal ist das älteste Weingut (1858) in Elciego. Inmitten des Weinguts liegt das 5-Sterne-Luxushotel Marqués de Riscal. Das extravagante Hotel wurde 2006 eröffnet und ist der abstrakte Gegensatz zur historischen Altstadt. Ähnlichkeiten mit dem Guggenheim Museum sind offensichtlich, beide stammen vom Architekten Frank Gehry. Hier übernachte ich und werde u.a. Klöster und Weingüter besuchen. Das Zimmer ist luxuriös eingerichtet, ein B&O TV mit Soundbar und ein Bad in dem man sich verlaufen kann. Dazu kommt die Frühstücksterrasse mit traumhaften Ausblick, Top-Service und ein 1-Stern-Restaurant. Mit Superlative halte ich mich normalerweise zurück, aber definitiv eine der besten Luxushotels auf meinen bisherigen Reisen.

Logroño
Ich besichtige die Bodegas Marqués de Murrieta östlich von Logroño. Ein imposantes Anwesen und das älteste Weingut in La Rioja. Die zweieinhalbstündige Führung inkl. Weinprobe ist hervorragend. Die Winzer jammern über die Frostperiode im April und über zu warme Temperaturen. So wird 2017 wohl ein schwieriger Jahrgang in Rioja. Mein Fazit nach vier Bodegas… Architektur: Ysios – Führung: Valdelana – Weinprobe: Marqués de Murrieta. Es wird heute sehr heiß in Logroño – bis zu 36 Grad soll es am Spätnachmittag werden. Logroño, die Hauptstadt der Provinz La Rioja, ist abgesehen von der Altstadt und Puente de Piedra eine hässliche Stadt.

Am Abend mache ich die Runde durch die Altstadt. Ich gehe in die Calle San Juan, neben Calle Laurel die Tapas-Gasse in Logroño. Die Tapas im Tastavin sehen alle verführerisch aus, dass ich gar nicht weiß, wo ich zuerst zugreifen soll. Ich greife bei Blutwurst, Jakobsmuschel und Thunfisch zu. Das Gedränge in den Bars ist normal – wer gemütlich essen möchte, sollte lieber ein Restaurant aufsuchen. Nachdem ich die Bar Angel (leckere Knoblauch-Champignons-Pintxos) in der Calle Laurel besucht habe, gehe ich in die Cocina de Ramón. Ich bestelle das fünfgängige Gemüsemenü mit Roten Thunfisch. Gemüse und Thunfisch schmecken fad und anscheinend sind alle Gänge mit der gleichen Bouillon zubereitet. Leider ein Reinfall und das mit Abstand bisher schlechteste Restaurant. Mich wundert es, dass die Cocina de Ramón die Michelin-Auszeichnung „Bib Gourmand“ erhalten hat – diese Bezeichnung steht für sorgfältig zubereitete und preiswerte Küche.

Fortsetzung im Teil 2

Island 2015

Die ONE-HAMBURGER TOUR…
…oder eine kulinarische Reise durch Island.

routeDa es meine erste Reise nach Island wurde, galt das Hauptaugenmerk zuerst den bekannten Sehenswürdigkeiten. Die Flexibilität war ausschlaggebend das es die erste Camper-Tour wurde. Das Gefährt war ein Toyota Hilux 4×4 mit Koje. Das Platzangebot ist zwar für zwei Personen gedacht, aber wie man auf einer Fläche von 100 x 180 cm zu zweit schlafen kann, bleibt mir ein Rätsel. Alleine unterwegs ist es aber eine bequeme Unterkunft. Die Tour führte von Keflavik nordwärts nach Borganes – Arnarstapi – Akuryeri – Húsavík – Seyðisfjörður – Höfn – Vík – Þórsmörk – Landmannalaugar – Reykjavík wieder zurück nach Keflavik.

ISL_1Der Guide „Forever Light“ diente als grober Anhaltspunkt für die Fotoziele. Ansonsten wurde (fast) nichts geplant. Wo es mir am besten gefiel, blieb ich spontan länger. Auf der Snæfellsnes Peninsula gefiel es mir so gut, dass ich dort gleich fünf Tage verbrachte. Nach Seljalandsfoss ging es nach Þórsmörk. Wo sich ein schönes Plätzchen fand, wurde übernachtet… und wenn es sein musste auf einem Campingplatz. Das schönste Wild Camping war in Landmannalaugar, Þórsmörk und an der Küste von Jökulsárlón bzw. Lækjavík. Der schönste Campingplatz war in Arnarstapi.

ISL_HiluxEin tolles Erlebnis war das Whale Watching in Húsavík, bekannt auch als „The Whale Watching Capital of Europe“. Vor Puffin Island (Lundey) war das Meer mit Tausenden von Puffins bedeckt. Insgesamt vier Humpback Wale bekamen wir zu Gesicht, die mehrmals vor oder direkt (!) neben dem Boot auftauchten. Vorteil mit einem 600 PS-Speedboot… nach dem Sichten eines Wales ist man in Nullkommanix dort, außerdem ist die Sitzposition nahe der Wasseroberfläche und man schaut nicht wie von einem Kutter von oben herab. Hier ein Video vom Veranstalter.

ISL_BruarfossViele F-Roads im Hochland waren in der ersten Juliwoche leider noch geschlossen, wie auch die F208 vom Süden nach Landmannalaugar. Ich musste leider den langen Umweg über den Nordzugang nehmen, bevor es über eine Gravel/Dirt Road ins Hochland ging. Nach Landmannalaugar ging es über den Golden Circle nach Reykjavik. Am Ende der Reise wurde es noch mal staubig: Horse Riding. Die Tour führte entlang der Pseudokrater bei Rauðhólar. Den letzten Urlaubstag verbrachte ich auf der Reykjanes Peninsula. Die endlosen mit Moos bewachsenen Lavafelder gefielen, ebenso das Geothermalgebiet Gunnhuver und Vulkansystem Krýsuvík.

ISL_SunDas Wetter war zwar kühler als sonst im Juni/Juli (Höchsttemperatur: 12° bis 19°C) üblich, aber dafür erlebte ich nur einen (!) einzigen stürmischen Regentag. Dieser Tag hatte es aber in sich… Campingzelte flogen vom Platz, Flaggen wurden zerfetzt und sogar mein Camper wackelte. Da half es nur diesen Tag auszusitzen und warten bis der Sturm vorbei war. Ansonsten war es meistens sonnig oder bewölkt. Kurze Regenschauer konnte ich an einer Hand abzählen.

ISL_FishCompanyGott sei Dank besteht die isländische Küche nicht nur aus Hamburger und Hot Dogs. Zum essen gab es alles was die isländische Küche anbietet. Welch ein Zufall das bei meiner Ankunft in Höfn gerade das Hummerfestival statt fand. Das urigste Ambiente fand ich im Randulf’s Sea House, Eskifjörður, das zugleich ein Museum beherbergt. In Reykjavík’s Gourmetrestaurants geht es locker und nicht so ernst zu, und es gibt auch keinen Dress-Code. Der Gewinner von 19 besuchten Restaurants: Dill in Reykjavík. Das war 1-Michelin-Sterne Niveau. Den besten Kaffee gab es im Reykjavík Roaster, in der Nähe der Hallgrímskirkja.

Fazit: Highlights gab es viele, u.a. Jökulsárlón, wandern in Þórsmörk/Fjaðrárgljúfur Canyon/Landmannalaugar, Puffin & Whale Watching, Horse Riding, Snæfellsnes Peninsula, Lupinenfelder, Nordic Cuisine in Reykjavík. Von den elf Wasserfällen, die ich explizit besucht habe, hat mir Goðafoss am schönsten gefallen. Von den avisierten Foto-Spots/Hikes habe ich bis auf zwei Ziele alle durchführen können. Negativ ist mir der „Massentourismus“ in bestimmten Landesteilen aufgefallen. Um die Zukunft dieser herrlichen Landschaft scheint es wirklich nicht gut bestellt.

P.S. weitere Bilder sind in meiner Fotogalerie zu sehen.

Garmin GPSmap 64s

garminIch habe mein Garmin GPSmap 60CSx gegen das aktuelle Garmin GPSMap 64s getestet. Beim GPSmap 64s kommt ein WAAS/EGNOS-fähiger GPS/GLONASS-Empfänger zum Einsatz. Die Quad-Helix-Antenne bietet im Vergleich zu dem alten GPS (SiRFstar III) hervorragenden Empfang und Genauigkeit bei der Positionsbestimmung. Die Beschränkung auf 50 Routen/1000 Wegpunkte beim 60CSx ist auch nicht mehr praxisgerecht, hier bietet das 64s nun 200 Routen/5000 Wegpunkte. Trotzdem finde ich die Beschränkung der Wegpunkte nicht optimal. Mit 2.900 mAh Akkus hält das 64s durchschnittlich 16 Stunden, das sind gut 2 Stunden weniger als bei beim Garmin GPSmap 60CSx. Das dürfte aber dem besserem Display und der beiden GPS/GLONASS-Empfänger geschuldet sein. Die größeren Buttons sind  nun auch mit Handschuhen leicht zu bedienen. Nach dem Warmstart braucht das 64s rund 12 Sekunden bis es einsatzbereit ist.

Es fallen mir nur sehr wenige Vorteile des „legendären“ Garmin GPSMap 60CSx ein. Es ist leichter  (216g vs 260g), verbraucht weniger Strom und liegt wegen seiner Bauform etwas besser in der Hand. In allen anderen Punkten, u.a. der größere interne Speicher, bis zu 32 GB micro SD-Karten, High Speed-USB, ist das Garmin GPSMap 64s der Vor-Vorgängergeneration überlegen.

Kirschblüte

cherry

 

Bedingt durch einen milden Winter begann die Kirschblüte bereits Anfang April. In der Fränkischen Schweiz liegt das größte zusammenhängende Kirsch-Anbaugebiet in Europa. Hier gedeiht vor allem die Süßkirsche hervorragend. Über 200.000 Kirschbäume auf einer Fläche von ca. 2500 Hektar werden hier von den zahlreichen Kirschbauern versorgt und gepflegt. Entlang meiner Hausstrecke von Gräfenberg bis in die Fränkische Schweiz kann man noch einige Tage die Blüte beobachten.

3 Tage in Hamburg

HAM_1Bei unserem dreitägigen Hamburg-Besuch sehen wir uns einige der zahlreichen Sehenswürdigkeiten in der Hansestadt an. Besonders Architekturliebhaber kommen in Hamburg voll auf ihre Kosten. Besonders sehenswert fanden wir die Speicherstadt mit seinem Wasserschloss, das Chilehaus, das einem steil aufragenden Schiffsbug ähnelt, die Deichstraße mit althamburgischen Bürgerhäusern, die noch im Bau befindliche Elbphilharmonie, das Rathaus im Neo-Renaissance-Stil, St. Michaelis oder auch Hamburger Michel genannt, Tierpark Hagenbeck mit seinem einzigartigen Tropenaquarium.

Ausflüge zum Jungfernstieg, Colonnaden, botanischer Garten, Reeperbahn und Schanzenviertel, sowie Besuch des Musicals „Rocky“ vervollständigten die drei Tage in Hamburg.

Vier Jahreszeiten

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Architektur

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Hamburg Hafen

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Alt und Neu

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Reeperbahn

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Wahrzeichen

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Empfehlenswerte Restaurants in Hafennähe und Innenstadt:

Casa Franco Caramba (Portugiesisch)
Deichgraf Hamburg (Norddeutsche Küche)
Estancia Steaks (Steak)
Picasso (Portugiesisch)

Nationalparks in den USA

yosemite

 

59 Nationalparks gibt es in den USA – teilweise von atemberaubender Schönheit. Am schönsten finde ich den Yosemite Nationalpark mit seinen Granitfelsen, tiefblaue Seen, Wasserfälle und Mammutbäume. Danach folgt der Arches Nationalpark mit der weltweit größten Ansammlung von Steinbögen (Arch) und das Death Valley.

Meine Rangliste der bisher 21 besuchten Nationalparks in den USA.

1. Yosemite
2. Arches
3. Death Valley
4. Glacier
5. Olympic
6. Acadia
7. Zion
8. Bryce
9. Grand Canyon
10. Mount Rainier
11. Canyonlands
12. Joshua
13. Petrified Forest
14. Capitol Reef
15. Saguaro
16. Rocky Mountain
17. North Cascades
18. Redwood
19. Mesa Verde
20. Sequoia
21. Kings Canyon




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