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Patisserie & Chocolaterie in Paris

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Paris ist berühmt für seine herausragende Vielfalt an Gebäck, Törtchen und Schokolade.

Die Rue du Bac ist bekannt als die „Süße Straße” von Paris. Nirgendwo sonst findet man so viele Chocolaterien und Patisserien in einer einzigen Straße. Zum Ausprobieren gibt es zahlreiche Gelegenheiten – die Mousse-Bar im Chapon, die leckeren Törtchen im Des Gâteaux et du Pain by Claire Damon oder ein Saint-Honoré von Philippe Conticini im La Pâtisserie des Rêves. Die Chocolaterie Jacques Genin ist hier auch zu finden, wobei ich das Stammgeschäft im Le Marais bevorzuge.

Über 300 Chocolaterien gibt es in Paris, weltweit die größte Anzahl in einer Stadt. Im Viertel Saint-Germain-des-Prés sind die meisten Läden ansässig, darunter so berühmte Namen wie Debauve et Gallais oder Patrick Roger. Wunderschön altmodisch eingerichtet sind die Schokoladenläden von Alain Ducasse. Die älteste Chocolaterie A la Mère de Famille (1761) ist in der 35 Rue du Faubourg Montmartre zu finden.

 

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Zwölf ausgewählte Chocolaterien und Patisserien:

Chocolaterie:
Alain Ducasse
Debauve et Gallais
Jacques Genin
Jean-Paul Hévin
La Maison du Chocolat
Patrick Roger
Pierre Hermé

Patisserie:
Carl Marletti
Chapon
Des Gâteaux et du Pain
Jacques Genin
La Pâtisserie des Rêves
Maison Aleph
Pierre Hermé

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Restaurant Epicure

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Ich bin zu Gast im Restaurant Epicure. Das 3-Sterne-Restaurant gehört zum Hotel Le Bristol. Das Palasthotel in der 112 Rue du Faubourg Saint Honoré wurde 1925 eröffnet und 2009 für ein dreistelligen Millionenbetrag aufwendig renoviert. Das Hotel mit seinen 188 Zimmer und Suiten schwelgt im Luxus. Das wird einem bewusst, wenn man sich die Übernachtungspreise ansieht – das günstigste Zimmer kostet 990 € pro Nacht, die teuerste Suite 24.000 €. Berühmte Persönlichkeiten haben im Hotel Le Bristol übernachtet, unter anderem Marilyn Monroe, Rita Hayworth, Orson Welles, Grace Kelly, Josephine Baker, Charlie Chaplin, Sophia Loren, Mick Jagger und noch viele mehr. Seit 1978 befindet sich das Hotel Le Bristol im Besitz der Familie Oetker. Zur Oetker-Kollektion gehören neun Luxushotels, darunter das Brenners Park-Hotel in Baden-Baden. Bekannt ist Dr. Oetker unter anderem für Backmischungen und Tiefkühlpizza.

Das Epicure hat jeden Tag mittags und abends geöffnet. Der personelle Aufwand mit 40 Köche und 40 Servicekräfte für nur 40 Gäste ist enorm. Es ist verständlich das die Kosten nur mit Hilfe eines finanzstarken Hotels aufgebracht werden können. Letztendlich subventionieren die Hotelgäste das Epicure, auch wenn sie dort nicht speisen. Die hohen Unterhaltskosten sind auch ein Grund, warum viele Pariser 3-Sterne-Restaurants zu Hotels gehören.

Mit einem freundlichen Bonsoir werde ich von der Empfangsdame begrüßt. Im Speisesaal mit Blick in den Innenhof dominieren helle, warme Farben. Die 16 runden Tische sind schlicht eingedeckt. Auf dem Tisch liegt weißes Porzellan, ein Weinglas und ein kleines Rosenbouquet. Kein überflüssiger Kitsch lenkt ab. Sehr elegant. Zur Einstimmung bestelle ich ein Glas Rosé Champagner aus dem Hause Jean-Louis Vergnon.

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Währenddessen studiere ich die Speise- und Weinkarte. Vorspeisen kosten zwischen 65 und 150 Euro, Hauptgänge zwischen 69 und 290 Euro, Nachspeisen zwischen 32 und 38 Euro. Beim letzten Besuch hatte ich ein Mittagsmenü, heute wähle ich à-la-carte. Ich bestelle zwei Vorspeisen, zwei Hauptgänge, Käse und zwei Nachspeisen.

 

Amuse Bouche
Eggplant caviar perfurmed with sesame oil and anchovies, tomatoes and red pepper coulis. 

Foie gras and eel fish with beetroot foam

Fresh nuts stuffed with Porto and a foam of goat cheese with pistachio, fresh nuts and hazelnut

Kougelhopf with lard di colonata, preserved tomatoes, black olives, comté cheese, chorizo. 

Artichoke from Provence
roasted with olive oil and white truffle from Alba, egg powder and artichoke crisps with hazelnuts 

Stuffed Macaroni 
with black truffle, artichoke and duck foie gras, gratinated with mature parmesan cheese 

Blue Lobster
roasted in its shell, sauteed Southern vegetables with olive oil, squids, chorizo, anchovies, sweet peppers and basil 

Duck from Challans  
roasted with figs, spicy honey and crushed favours, puréed onions with verbana, souffléed potatoes

Our Cheeses  

Pre Dessert
pineapple in Caprinhia jelly, coconut sorbet

Lemon from Menton
frosted with limoncello, with pear and preserved lemon 

”Thyme-Lemon” Honey
iced, crispy, and runny honeycomb, refreshed pears with lime

 

Die meisten Sterne-Restaurants lassen sich das Brot von ausgesuchten Bäckereien liefern. Nicht so im Epicure. Hier wird das Brot noch selbst zwei Mal täglich gebacken. Acht verschiedene Brotsorten liegen im Brotkorb, dazu gibt es in perfekter Konsistenz gesalzene und ungesalzene Butter aus der Normandie. Kein Frage, der Brotkorb (9,5/10) im Epicure ist immer noch der Beste.

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Vor den Vorspeisen werden zwei Amuse Bouches serviert. Das Erste besteht aus einem Bonbon gefüllt mit Foie Gras mit Aal und Rote-Beete-Schaum; Auberginen Kaviar mit Anchovies,  Paprika, und Tomaten; Nüsse mit Ziegenkäse-Schaum. Das beiliegende Speck-Zwiebel-Oliven-Brötchen ist ein Gedicht (10/10) und danach ein Mousse im Zwiebelgelee (9,5/10). Beides sind köstliche Appetitanreger. Ich bestelle als Weinbegleitung einen 2011er Gevrey- Chambertin von Bruno Clair.

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Der erste Gang ist eine halbe Portion „Artichaut de Provence” (75 €). Das Artischockenherz wird in zerriebene Sardellen geröstet, die Artischockenblätter sind mit Walnussöl und gerösteten Haselnüssen belegt, dazu noch Artischocken-Chips und weißer Trüffel aus Alba. Fantastische Produktküche (9,5/10).

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Der zweite Gang ist „Macaronis Farcis” (98 €), Makkaroni, gefüllt mit Trüffeln, Artischocken und Entenleber, gratiniert mit altem Parmesan auf Trüffel-Geflügel-Jus und Sauce Suprême. Ein Signature-Gericht von Eric Frechon im Epicure, dass ich zum ersten Mal probiere. Himmlischer Duft von Trüffeln liegt über dem Teller und auf der Zunge spürt man eine unglaubliche Intensität von Aromen. Ein sensationelles Gericht (10/10).

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Als Hauptgang gibt es „Homard Bleu” (120 €). Im Vergleich zum nordamerikanischen Hummer bietet der europäische Hummer aus der Bretagne, Norwegen oder Schweden eine höhere Qualität. Das Fleisch ist fester, hat feinere Fasern und der Geschmack ist intensiver. Übrigens, die Weibchen des blauen Hummers schmecken noch delikater als die Männchen. Mein Exemplar ist auf dem Punkt gegart. Es duftet himmlisch und schmeckt vorzüglich (10/10).

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Es folgt eine halbe Portion Ente aus Challans (55 €). Der Geschmack ist zart und fein. Die Kartoffelbälle luftig und kross, die Soße himmlisch gut. Besser kann man Ente nicht zubereiten (10/10).

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Der Käsewagen wird an dem Tisch geschoben. Das Epicure bezieht seinen französischen Weich- und Hartkäse von Bernard Antony und Marie-Anne Cantin. Eine kleine Auswahl an Ziegenkäse (32 €), dazu gibt es noch Feigen und Früchtebrot. Reife und Temperatur sind perfekt (10/10).

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Es folgt das Pre-Dessert, Ananas in einem Caprinhia Gelee und Kokos Sorbet. Fruchtig und erfrischend (9,5/10).

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Mein erstes Dessert ist Miel „Thym-Citron” (32 €). Ein Parfait von Honig und Zitronenthymian gefüllt mit Shortbread und Honigschaum, darüber marinierte Birnenwürfel. Die Sauce aus Honig, Ingwer und Zitrone bringt säuerliche Frische und etwas Schärfe ins Spiel. Diese grandiose Komposition stammt von Chef-Patissier Laurent Jeannin, der im Juli 2017 im Alter von nur 49 Jahren verstorben ist. Ein Dessert zum dahinschmelzen (10/10). Weltklasse!

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Ich frage den Service, warum mir kein Dessertwein angeboten wird. Dem Service ist meine Frage sichtlich peinlich. Als Entschuldigung wird das zweite Dessert nicht berechnet. Zum zweiten Dessert gibt es dann ein Gläschen 2011er Sauternes vom Château Suduiraut.

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Dieses Dessert nennt sich „Citron de Menton” (34 €) Der Name nimmt Bezug auf Menton an der Côte d’Azur, wo alljährlich das weltberühmte Zitronenfest stattfindet. Die täuschend echt aussehende Zitrone ist mit einem Zitronen-Limoncello-Gelee überzogen. Innen befindet sich ein kühles Zitronensorbet mit Stückchen von kandierter Zitrone. Das Sorbet schmilzt auf der Zunge und setzt die feinsten Aromen frei. Die milde Säure und Textur passen wunderbar zusammen. Dazu gibt es noch zwei Löffel Tee (9,5/10).

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Zum Schluss gibt es noch Friandises bzw. Naschereien. Es werden Marshmallows, Macarons und Schokolade angeboten. Ich mag eigentlich keine Marshmallows, aber diese haben mit der sonst klebrigen Süßware gar nichts zu tun. Die Marshmallows (9/10) überzeugen mit einer wunderbar luftigen Konsistenz und feinem Minzearoma. Das Highlight sind aber die Macarons. Ich habe schon viele Macarons in den letzten Tagen ausprobiert, darunter sehr gute und weniger gute. Die Macarons mit Cassis, Karamell, Zitrone und Kokos sind herausragend. Kurz gesagt, die besten Macarons (10/10), die mir jemals untergekommen sind.

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Hübsch angerichtete Teller können viele Sterne-Köche auftischen – höchste Produktqualität mit künstlerischem Handwerk verbinden, können aber nur wenige. Küchenchef Eric Frechon ist einer von ihnen. Seine Produktküche auf wenige Zutaten reduziert, spricht für sich. Noch ein paar Worte zum Service. Immer für einen lockeren Spruch gut und ohne Anzeichen von Hochnäsigkeit, ist das Servicepersonal sehr aufmerksam und zuvorkommend. Man wird auch nicht schief angesehen, wenn man ein Foto vom Brotkorb machen möchte. Das Epicure widerlegt das Klischee, dass es in Sterne-Restaurants mitunter steif zugeht. Unaufdringliche Eleganz, herausragende Kulinarik und (fast) makelloser Service summieren sich zu einem Gesamtkunstwerk.

 

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Speisen: 10
Service: 9,5
Ambiente: 9

 

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Epicure @ Le Bristol
112 Rue du Faubourg Saint-Honoré
75008 Paris

Restaurant Septime

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Das Septime ist eins von 80 Pariser Restaurants, die 2017 mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurden. Das Septime in der 80 Rue de Charonne wurde im Mai 2011 eröffnet und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bereits ein Jahr später bekam es einen Stern vom Guide Michelin. Heute gehört das Septime zu den angesagtesten Pariser Restaurants. Ein spontaner Besuch ist zwecklos, weil die 44 Sitzplätze, mittags wie abends, immer ausgebucht sind. Tischreservierungen können zu einem Geduldsspiel ausarten. Wer einen Tisch reservieren möchte, muss exakt 21 Tage im Voraus um 10 Uhr anrufen und hoffen nicht in der Warteschleife zu verhungern.

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Im Septime dominieren rustikale Holztische ohne Tischdecken, Glas und Metall. Die enge Bestuhlung sorgt für eine lebendige Bistro-Atmosphäre. Dank Einheitsmenü ist die Preisgestaltung sehr gastfreundlich. Mittags gibt es ein 4-Gänge-Menü für 42 Euro und abends ein 7-Gänge-Menü für 80 Euro. Bertrand Grébaut, Schüler von Sternekoch Alain Passard, steht für die „neue” französische Bistroküche, die auch als Bistronomie bezeichnet wird. Ganz im Stil von Passard setzt Grébaut auf innovative Finesse und regionale Produktqualität.

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Die einzelnen Gänge bestehen aus wenigen Komponenten, schmecken aber doch erstaunlich komplex. Wie das Amuse Bouche aus hausgemachten Gressinis mit Schaum vom Comté Käse. Der wunderbar aromatische Geschmack des Hähnchen mit Limetten und Linsenpüree. Das Dessert mit Pfirsich, Johannisbeere und Kirschen in Honig und Verbana gekocht, dazu Muscovado-Streusel und Feigeneis.

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Die hohen Bewertungen… Paris by Mouth (Rang 1, Menüs unter 100 €), OAD (Rang 14, Europa Gourmet Casual), The World’s 50 Best Restaurants (Rang 35) spiegeln die innovative Kochkunst von Bertrand Grébaut wieder. Das Septime zeigt das sehr gute Küche nicht teuer sein muss. Ich bezahle 59 € für vier Gänge, Limonade, Wein und Café – ein überragendes Preis-Leistung-Verhältnis. Witzige Randnotiz: Das Septime ist nach dem Gourmet Tempel in Louis de Funès’ Filmkomödie „Le Grand Restaurant” benannt.

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Speisen: 8,5
Service: 8
Ambiente: 7,5

Septime
80 Rue de Charonne
75011 Paris

6 Tage in Paris, Teil 3

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3. Tag: Charonne
Mit der Metro fahre ich bis zur Station Nation. Unterwegs verdrücke ich das Gebäck vom Vortag. Im Canon de la Nation gibt es den ersten Café. Ein Café für einen Euro und dieser schmeckt auch noch gut. Kein Vergleich zum lauwarmen 12€ Café im Four Seasons George V.

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Das Stadtviertel Charonne ist das „letzte authentische Dorf” inmitten von Paris. Außerhalb des Zentrum findet man Stadtviertel, welche früher Vororte oder kleine Dörfer waren. Belleville, Batignolles und Montmartre zählen zu den bekanntesten Vierteln. Charonne gehört zu jenen Vierteln, die ihren dörflichen Charakter am besten erhalten haben. Kirchtürme, hübsche Häuser, gepflasterte Straßen, kleine Cafés und Restaurants prägen das Viertel. Hier gibt es keine Sehenswürdigkeiten, Antiquitäten-, Feinkost- oder Souvenirläden. Hübsch sind die engen Seitengassen, wie die Impasse Poule, entlang der Rue des Vignoles. Das Viertel muss man erlaufen und daher bleibt Charonne von Touristen verschont.

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Die Zeit verrinnt wie im Flug und es bleibt diesmal nur wenig Zeit für einen Besuch auf dem Friedhof Père Lachaise. Ich besuche die Ruhestätte auf jeder Paris-Reise und sei nur für eine Stunde. Colette, Claude Debussy, Edith Piaf, Frédéric Chopin, Oscar Wilde, Victor Hugo, Jim Morrison und weitere berühmte Persönlichkeiten liegen hier begraben. Vierzehn Friedhöfe gibt es in Paris, Père Lachaise ist mit 45 Hektar der Größte. Auch wenn Père Lachaise womöglich der berühmteste Friedhof der Welt ist, die Fläche ist verhältnismäßig klein. Zum Vergleich: Der Calverton National Cemetery auf Long Island ist mit 423 Hektar Fläche der größte Friedhof in den Vereinigten Staaten. Wadi As-Salam (zu Deutsch „Tal des Friedens”) in der Nähe der irakischen Stadt Nadschaf ist mit 917 Hektar der größte Friedhof der Welt.

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Das 10. und 11. Arrondissement sind heute die Trendviertel in Paris. Entlang der Rue Oberkampf, Rue de Charonne und Rue de Ménilmoment reiht sich eine Bar, Café und Restaurant an das andere. Wer die gesamte Szene erkunden möchte, sollte viel Zeit und Appetit mitbringen. Als ich aus dem Bus aussteige und zum Restaurant Septime laufe, komme ich am La Belle Équipe vorbei. Nichts erinnert mehr daran, dass vor zwei Jahren in diesem Café 19 Menschen Opfer eines Terroranschlags wurden.

Nach einem feinen Mittagsmahl im Restaurant Septime spaziere ich zur Passage Lhomme. Eine grüne und ruhige Oase inmitten von Paris. Hier verirren sich keine Touristen, genauso wenig wie in der Passage du Chantier. Die Patisserie Blé Sucré ist auch gleich um die Ecke. Ein kleiner Laden mit vielen süßen Leckereien. Ich versuche mich an einem Mont Blanc und Religieuse. Zwei Bissen davon und ich muss aufhören. Das ist mir alles viel zu süß.

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Im Maison Aleph trifft französische Patisserie auf den Orient. Ich probiere drei Nids Pâtissiers (Sumac mit dunkler Schokolade, Karamell mit Tahiti Vanille, Zitrone Cardamom) und Les 1001 Feuilles (Walnuss aus dem Périgord mit Zimt). Sehr gut ist auch die Joghurt/Rosen-Eiskreme. Ich unterhalte mich mit Inhaberin Myriam Sabet über die Patisserien in Paris und wir sind uns eing, dass das Blé Sucre stark nachgelassen hat.

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Nicht weit davon entfernt befindet sich Pierre Hermé. Hier gibt es die besten Macarons zu kaufen. Wer mit dem Namen Macaron nichts anfangen kann – ein Feingebäck aus Mandeln, Eiweiß und Zucker, dazwischen liegt eine fruchtige oder cremige Füllung. Insgesamt gibt es 18 verschiedene Sorten zur Auswahl, darunter sind Kreationen wie Mogador, Jardin des Mousses, Montobello oder Infiniment Vanille de Madagaskar. Die Schokoladenmanufaktur von Alain Ducasse ist ebenfalls in der Nähe. Hier in der Rue de la Roquette wird die Schokolade für alle fünf Läden in Paris hergestellt.

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Ich komme an der Galerie Véro-Dodat vorbei. Die Passage im neoklassischen Stil wurde 1826 erbaut. Schwarze und weiße diagonal angeordnete Marmorfliesen sorgen für optische Tiefe. Diese Passage zähle ich zu meinen Favoriten, genauso wie die Passage du Grand Cerf, Passage des Panoramas, Passage Brady, Passage Jouffroy, Passage Verdeau, Galerie Colbert. Die allerschönste Passage ist aber zweifelsohne die Galerie Vivienne. Die Torbögen und Mosaiksteinboden fallen einem zuerst ins Auge. Im Odette & Zoé lege ich eine Teepause ein. Diese überdachte Passagen mit ihren prunkvollen Glasdächern haben ihren malerischen Charme weitgehend erhalten.

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Am späten Abend besuche ich das Bistro La Bourse et La Vie. Der Food-Blog Paris by Mouth hat das La Bourse et La Vie zum besten Bistro gekürt. Diesem Urteil kann ich mich nur anschließen. Es geht zwar  eng zu, aber die Küche ist sehr gut. Eine sehr empfehlenswerte Location in der Pariser Innenstadt.

6 Tage in Paris, Fortsetzung Teil 4.

Bild des Monats November

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Vorderseite eines Schildes. Musée de l’Armée, Paris.

6 Tage in Paris, Teil 2

 

2. Tag: Le Marais
Noch bevor Paris erwacht, mache ich mich auf dem Weg ins Marais. Auf der Rückseite der Pfarrkirche Saint-Gervais liegt die Rue des Barres. Eine fotogenes Motiv umgeben von Bistros, Cafés und Galerien.

 

Die Franzosen haben eine ausgeprägte Kaffeekultur und legen viel Wert auf eine gute Tasse Kaffee. Unter einem Café versteht man in Frankreich allerdings etwas anderes als hierzulande. Wenn man in Frankreich einen Café bestellt, bekommt man einen Espresso. Ein Café au Lait ist quasi ein Cappuccino, und die teuerste Wahl.

 

Das Marais war die erste jüdische Siedlung in Paris und ist heute noch das jüdische Viertel der Stadt. Georges-Eugène Haussmann hat das Stadtbild von Paris im 19. Jahrhundert modernisiert und unter anderem die sternförmigen Straßen rund um den Arc de Triomphe anlegen lassen. Das Marais hingegen hat seine radikalen Modernisierungen unbeschadet überstanden. Einige Villen und Stadtpaläste aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden später in Museen umgewandelt, darunter die Museen Picasso und Carnavalet. Nachdem das Museum Picasso jahrelang für Renovierungsarbeiten geschlossen war, ist nun das Museum Carnavalet an der Reihe – voraussichtliche Wiedereröffnung im Jahr 2020. Das Carnavalet kenne ich bereits und auf Picasso habe ich heute keine Lust.

 

Die Rue des Rosiers, gesäumt mit Cafés, Restaurants, Boutiquen und Feinkostläden, ist eine belebte Straße im Marais. Am östlichen Ende der Straße sind es nur ein paar Schritte bis zum Place des Vosges. Es ist nicht nur einer der ältesten Plätze, sondern auch der schönste Platz in Paris. Ich spaziere durch die Arkaden hindurch und bewundere die wunderschönen Fassaden aus rotem Backstein. Unter der Adresse 9 Place des Vosges ist auch das 3-Sterne-Restaurant L’Ambroisie zuhause. Village Saint Paul ist ein idyllisches Viertel im Marais. Kleine Gassen, Plätze und Innenhöfe in einer autofreien Zone. Hier haben sich viele Künstler und Antiquitätenhändler niedergelassen.

 

Anschließend besuche ich die Chocolaterie Jacques Genin in der Rue de Turrene. Im Erdgeschoss befinden sich die Auslagen und Sitzplätze zum Naschen. Eine Wendeltreppe führt hinauf in die erste Etage zur Schokoladen-Manufaktur. Alleine vom Hinsehen bekommt man Lust auf Schokolade. Es gibt u.a. einen Zitronenkuchen und Orangen-Pampelmuse-Zitronensaft.

 

Südlich vom Marais befindet sich die Rue Crémieux. Mit bunt gestrichenen Häusern ähnelt die Straße der Portobello Rd im Londoner Stadtteil Notting Hill. Die Straße hieß ursprünglich Avenue Millaud, sie wurde aber 1897 zu Ehren von Adolphe Crémieux umbenannt, einem historischen Verteidiger der Menschenrechte für Juden. Die Rue Crémieux ist meine Nr. 1 unter den schönsten Straßen in Paris. Erwähnen möchte ich noch meine Nr. 2 Rue des Thermopyles, die ich aber dieses mal nicht aufsuchen werde.

 

Am Abend besuche ich das 3-Sterne-Restaurant Le Cinq.

6 Tage in Paris, Fortsetzung Teil 3.

La Bourse et La Vie

 

Ich besuche das La Bourse et La Vie, die Nummer eins von Paris by Mouth. Auch in diesem Bistro gilt, ohne Reservierung hat man keine Chance einen Platz zu ergattern. Ich finde es sehr gemütlich in dem kleinen Bistro mit seinen 29 Sitzplätzen. Küchenchef Daniel Rose, ein US-Amerikaner, steht für die Cuisine Bourgeoise. Sie unterscheidet sich von der rustikalen Bistro-Küche durch eine raffiniertere Zubereitung und hohe Produktqualität. Alles wird frisch zubereitet, nichts kommt aus der Mikrowelle oder Tiefkühltüte.

Fünf Vorspeisen, fünf Hauptgänge und drei Nachspeisen stehen auf der Karte. Ich bestelle drei Gänge. Die Vorspeise Lauch mit Haselnüssen (11 €) sieht nicht nur lecker aus, sondern schmeckt auch gut (7/10).

 

Das Hauptgericht Pot-au-feu (32 €) ist ein klassisch französischer Eintopf und wird in einem Kupfertopf serviert. Dazu gibt es noch einen wunderbar knusprigen Kalbskopf mit Sauce Gibriche.

 

In einer fein duftenden Fleischbrühe liegt ein Rindermarkknochen zum auslöffeln, Kalb- und Rindfeisch, Rosenkohl, Karotten, Lauch, Sellerie, Kartoffel und frische Kräuter.

 

Das wunderbar intensive Aroma erfreut jedes kulinarisches Herz. Das beste Pot-au-feu, dass mir jemals untergekommen ist (8/10).

 

Ich gönne mir noch eine leckere Karamellcreme (8 €). Das Dessert (7,5/10) ist der  Abschluss im La Bourse et La Vie. Très bon!

 

Das La Bourse et La Vie zähle ich neben Juveniles zu den besten Bistros in Paris.

Speisen: 7,5
Service: 7
Ambiente: 6,5

 

La Bourse et La Vie
12 Rue Vivienne
75002 Paris




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